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Therapie mit Nanotechnologie Zellulose-Nanopartikel als Wirkstofftaxi

| Autor / Redakteur: Andreas Schweiger* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Wirksamkeit eines Arzneimittels hängt nicht allein von den Wirkstoffe ab. Wichtig ist auch, wie schnell und wie zielgerichtet sie im Körper freigesetzt werden. ein internationales Forscherteam untersucht jetzt die Möglichkeit, extrem kleine Zellulosepartikel für den Medikamententransport zu nutzen.

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Holz ist der wichtigste Zellulose-Lieferant. Chemiker der Uni Graz wollen sie jetzt für den Wirkstofftransport nutzen.
Holz ist der wichtigste Zellulose-Lieferant. Chemiker der Uni Graz wollen sie jetzt für den Wirkstofftransport nutzen.
(Bild: Gemeinfrei / CC0 )

Graz/Österreich – Grazer Chemiker erforschen in einem internationalen Team neue Ansätze für Arzneimittel basierend auf Zellulose-Nanopartikeln, die mit den Wirkstoffen angereichert werden. Das Medikament kann so in winzigen Dosen verabreicht, sofort in den Blutkreislauf gebracht und schnell wieder abgebaut werden.

Zellulose-Nanopartikel mit Arzneistoffen angereichert

Es ist Grundlagenforschung, die Chemiker der Uni Graz rund um Univ.-Prof.i.R. Dr. Volker Ribitsch in Kooperation mit Forschern der Universitäten Maribor (Slowenien), Jena (Deutschland) und Abo in Turku (Finnland) betreiben. Doch die ersten Resultate machen Hoffnung auf völlig neue Therapieansätze, wenngleich die tatsächliche Anwendung noch in der Zukunft liegt. Die Forschungen verfolgen folgendes Vorgangsweise: Medikamente sind aus Zellulose-Nanopartikeln aufgebaut, an deren Oberfläche wiederum Andockstellen die Positionierung an jenen Stellen ermöglichen sollen, wo die Wirkstoffe tatsächlich gebraucht werden. „Diese Nanopartikel sind wiederum mit den Arzneistoffen angereichert“, erklärt Ribitsch. Die Dimensionen der Partikel sind extrem klein und liegen zwischen 100 und 400 Nanometer.

Physiologische Eigenschaften eines Polysaccharids ausgenutzt

Projektmitarbeiter Dr. Tamilselvan Mohan hat gemeinsam mit Kollegen der Partner-Universitäten die Wirkungsweise untersucht: „Da Zellulose zu den Polysacchariden und damit zu den wasserlöslichen Substanzen zählt, wird sowohl der Transport und die Wechselwirkung mit dem Blutkreislauf extrem begünstigt als auch die Aufnahme beschleunigt.“

Darüber hinaus können durch die exakte Dosierung zum einen Nebenwirkungen deutlich reduziert werden, zum anderen wird die biologische Grundsubstanz im Körper gut verträglich verarbeitet.

Ein möglicher Anwendungsbereich liegt in der Behandlung von Schmerzen. Mithilfe magnetischer Nanopartikel könnten die Arzneimittel in einem weiteren Schritt noch gezielter an betroffene Stellen, etwa Entzündungsherde, gebracht werden, um dann dort punktgenau die heilenden Wirkstoffe freizusetzen.

* A. Schweiger, Karl-Franzens-Universität Graz, 8010 Graz/Österreich

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