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Leibniz-Preis 2016

Zielgerichtete Abschaltung oder Korrektur fehlerhafter Gene

| Autor / Redakteur: Stefan Zorn* / Dr. Ilka Ottleben

Professorin Dr. Emmanuelle Charpentier
Professorin Dr. Emmanuelle Charpentier (Bild: MHH/Kaiser)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft zeichnet die MHH-Professorin Charpentier mit dem Leibniz-Preis 2016 aus. Emmanuelle Charpentier erhält die Ehrung für ihre Pionierarbeiten am CRISPR-Cas9-Systems, einem Werkzeug, mit dem sich fehlerhafte Gene, als Ursache vieler Krankheiten zielgerichtet abschalten oder reparieren lassen.

Hannover – Die Professorin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Emmanuelle Charpentier erhält den Leibniz-Preis 2016 für ihre bahnbrechenden Arbeiten am CRISPR-Cas9-System. Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte insgesamt drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftlern den Leibniz-Preis 2016 zu. Alle zehn Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von jeweils 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten. Verliehen werden die Leibniz-Preise 2016 am 1. März in Berlin.

„Der Nominierungsausschuss konnte in diesem Jahr für die bis zu zehn zu vergebenden Preise aus einer ganzen Reihe von vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auswählen“, sagte DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider im Hauptausschuss. „Von den herausragenden Kandidatinnen und Kandidaten, die besonders intensiv diskutiert wurden, hat der Ausschuss jene zehn ausgewählt, von denen er sich durch die zusätzliche Förderung in besonderer Weise eine weitere Steigerung ihrer wissenschaftlichen Leistungen verspricht.“

Bedeutende Fortschritte in der Grundlagenforschung und der angewandten Therapieentwicklung

„Die Entdeckungen von Emmanuelle Charpentier haben innerhalb kürzester Zeit weltweit zu bedeutenden Fortschritten in der Grundlagenforschung ebenso wie in der angewandten Therapieentwicklung geführt“, betont MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum. Schon eine leicht veränderte Zusammensetzung eines Gens kann dazu führen, dass für den Körper lebenswichtige Proteine ihre eigentliche Funktion verlieren und schwerwiegende Krankheiten entstehen – von Erbkrankheiten wie Mukoviszidose bis hin zu Krebs. Eine vielversprechende Lösung zur Behandlung solcher Krankheiten ist das CRISPR-Cas9-System, dieses Werkzeug ermöglicht die zielgerichtete Abschaltung oder auch Korrektur fehlerhafter Gene. „Das Potenzial dieser Entdeckung ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, ist sich Professor Baum sicher.

Die vielfach ausgezeichnete Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier stammt aus Frankreich und hat in den USA und Österreich gearbeitet, bevor sie diese Technologie an der Universität von Umeå in Schweden entwickelte. Seit 2013 ist sie Humboldt-Professorin an der MHH und forschte bis zum 30. September am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Seit dem 1. Oktober ist Emmanuelle Charpentier als Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie tätig. Bis 31. Dezember 2015 hat sie eine Professur an der MHH inne, ab 1. Januar 2016 an der Charité in Berlin.

* S. Zorn: Medizinische Hochschule Hannover, 30625 Hannover

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