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Mülheimer Wasseranalytisches Seminar 2018

Zwei Tage an der Ruhr im Zeichen des Wassers

| Autor/ Redakteur: Torsten C. Schmidt* und Ulrich Borchers** / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Das IWW Zentrum Wasser lädt in diesem Jahr zum dritten Mal zum Mülheimer Wasseranalytischen Seminar ein. Das zweitägige Seminar wird begleitet von einer Fachausstellung zahlreicher Firmen. Die Veranstalter erwarten eine Tagung mit deutlich mehr als 200 Teilnehmern aus den Bereichen Labor, Hochschule, Industrie und Behörden.

Firmen zum Thema

Das Mülheimer Wasseranalytische Seminar findet am 12. und 13. September in der Stadthalle in Mülheim a.d. Ruhr statt.
Das Mülheimer Wasseranalytische Seminar findet am 12. und 13. September in der Stadthalle in Mülheim a.d. Ruhr statt.
(Bild: MWAS)

Am 12. und 13. September 2018 veranstaltet das IWW Zentrum Wasser das dritte Mülheimer Wasseranalytische Seminar (MWAS 2018). Als Veranstaltungsort hat sich aus Sicht der Veranstalter die Stadthalle in Mülheim an der Ruhr bestens bewährt. Sie hat sich bereits bei den vorangegangenen Seminaren als angenehmer und genau passender Rahmen bewiesen für die Kombination von Fachtagung und interaktiver Ausstellung. Sie ist zentral gelegen, verkehrstechnisch günstig angebunden und befindet sich unmittelbar am Ufer der Ruhr, die Namensgeber für die ganze Region ist. Die Ruhr sichert mit ihrem Wasser aus dem niederschlagsreichen Sauerland und Rothaargebirge die Wasserversorgung von Millionen Menschen und der verarbeitenden Industrie in der Umgebung.

Gleichzeitig ist sie in einem stark industrialisierten und dicht bevölkerten Gebiet aber auch wichtig als Vorfluter für zahlreiche kommunale und industrielle Kläranlagen. Nachdem das Programm „Reine Ruhr“ der Landesregierung von NRW in den letzten Jahren exemplarisch für andere vielfach genutzte Flüsse in urbanen Räumen Impulse für einen nachhaltigen Ressourcenschutz gegeben hat, werden aktuell Projekte gefördert und vom IWW Zentrum Wasser bearbeitet, die das Baden und Schwimmen in der Ruhr wieder möglich machen sollen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität vieler Menschen, aber auch für das Image dieser wichtigen Lebensader des Ruhrgebiets.

In diesem Kontext kommt der Kontrolle der Wasserqualität weiterhin eine herausragende Rolle zu. Dies erfordert eine effiziente Wasserqualitätsüberwachung, verbunden mit einer modernen und leistungsstarken Wasseranalytik, die den vielfältigen Aufgaben und sich wandelnden Anforderungen gewachsen ist. Neben den klassischen chemischen Ansätzen werden auch die molekularbiologischen, wirkungsbezogenen und stärker investigativen Techniken wie die Non-Target-Analytik immer wichtiger und stehen vermehrt im Fokus der Diskussion.

Das IWW Zentrum Wasser zählt zu den führenden Instituten in Deutschland für Forschung, Beratung und Weiterbildung in der Wasserversorgung und ist ein An-Institut der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Leistungen seiner sechs Geschäftsbereiche Wasserressourcen-Management, Wassertechnologie, Wassernetze, Wasserqualität, Angewandte Mikrobiologie und Wasserökonomie & Management werden z.B. von Versorgungsunternehmen, Industrie, Abwasserverbänden, öffentlichen Einrichtungen und Behörden in Anspruch genommen. Ein wichtiger Pfeiler der Geschäftstätigkeit ist die Analytik. Die IWW Wasseranalytik verfügt über international anerkannte Analytiker, die mit erfahrenen Teams und moderner instrumenteller Ausstattung ein breites Spektrum an zuverlässiger Analytik anbieten.

Suspect-Screening, Big Data und Hot-Targets

Auch in den letzten beiden Jahren zwischen dem MWAS 2016 und der diesjährigen Veranstaltung hat die Wasseranalytik von vielen Innovationen in der Gerätetechnik profitiert. Neue Methoden erweitern das Stoffspektrum, vor allem im Bereich der polaren Substanzen und ermöglichen bislang unerreichbare Nachweisgrenzen. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit wasseranalytischer Verfahren z.B. durch erweiterte regulatorische Vorgaben erneut erheblich gestiegen, sodass weiterhin Bedarf für innovative Entwicklungen besteht.

Ergänzendes zum Thema
Water Award

In diesem Jahr wird auf dem MWAS auch wieder der Mülheim Water Award (MWA) verleihen. Überreicht und präsentiert wird er im Rahmen des Konferenzdinners am 12. September. Dieser Preis richtet sich an europäische Bewerber und steht 2018 unter dem Motto „Innovationen für Wassersysteme und Wasseranalytik für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und sichere Trinkwasserversorgung“. Der Preis ist mit einer Summe von 10 000 Euro dotiert. Die Preisträger werden am zweiten Tag des MWAS 2018 Gelegenheit haben, ihre innovativen Arbeiten im Tagungsprogramm vorzustellen.

In diesem Kontext berichten an beiden Veranstaltungstagen namhafte Wissenschaftler, Anwender und Hersteller aus Deutschland und der Schweiz zu aktuellen Fragestellungen der Wasseranalytik sowie aus ihren Arbeitsgebieten. Beispielhaft sollen hier drei Themen des Seminars dargestellt werden:

  • Ein Schwerpunkt des zweiten Tages liegt auf der hochauflösenden Massenspektrometrie. Die spannenden Möglichkeiten des Suspect-Screenings und der Non-Target-Analytik sind als Ergänzung zur oft gesetzlich geregelten Strategie der Abarbeitung von langen Listen an Zielanalyten (Targets) eine zukunftsweisende neue Alternative (s. auch Beitrag „Organischen Substanzen auf der Spur“ ab Seite 4).
  • Daneben wird es Beiträge mit einem starken Trinkwasserbezug geben, die sich um die so genannten „Hot-Targets“ drehen sowie um die persistenten und hoch mobilen organischen Stoffe (PMOC).
  • Daneben ist auch in der Wasseranalytik die Datenthematik entscheidend. So widmen sich einige Vorträge der Beantwortung der Frage zu „Big Data“ in der Wasseranalytik. Mit den neuen Techniken der Non-Target-Analytik kommt es zu bisher ungeahnt großen Datenmengen, die rein technisch und vor allem analytisch gemanagt werden müssen.

Begleitend zu den Vorträgen des Hauptprogramms gibt es wieder einen umfangreichen Ausstellungsbereich, der von mehr als 20 Firmen zur Vorführung ihrer neuesten Entwicklungen analytischer Geräte, Applikationen und Ausrüstungen genutzt wird. Das Tagungsprogramm sieht hierzu an beiden Tagen großzügig bemessene Zeitfenster vor, die für Workshops und Präsentationen der ausstellenden Firmen genutzt werden. Hier besteht für die Teilnehmer an der Veranstaltung die Möglichkeit einer umfassenden Information und Diskussion mit Firmenexperten.

Nicht zuletzt wird wie erstmals vor zwei Jahren eine ergänzende Ausstellung wissenschaftlicher Poster angeboten. Dies soll ausführliche Diskussionen wichtiger Themen fördern und den Autoren die Möglichkeit geben, ihre Forschungs- oder Projekt-Ergebnisse mit anderen Teilnehmern zu teilen.

* Prof. Dr. T. C. Schmidt Universität Duisburg-Essen, 45141 Essen und IWW Zentrum Wasser, 45476 Mülheim an der Ruhr, Tel. +49-201-183-6774

* *Dr. U. Borchers IWW Zentrum Wasser, 45476 Mülheim an der Ruhr, Tel. +49-208-40303-210

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