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Laborchemikalien Qualität und Verfügbarkeit sind bei Laborchemikalien entscheidend

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Seit mehr als 100 Jahren werden im niedersächsischen Seelze Laborchemikalien hergestellt, seit gut zehn Jahren unter dem Firmennamen Honeywell. Dr. Joachim Pavel, Business Manager Honeywell Laborchemikalien Europa, erläutert im LP-Interview, wie wichtig die Kooperation zwischen Anwender und Hersteller im Bereich der Laborchemikalien ist.

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LaborPraxis: Herr Dr. Pavel, was erwartet ein Labormitarbeiter von einem Hersteller für Laborchemikalien?

Dr. Pavel: Das sind in erster Linie zwei Dinge: gleichbleibende wenn möglich zertifizierte Qualität und eine Logistik, die eine schnelle Auslieferung garantiert.

LaborPraxis: Und der Preis spielt keine Rolle?

Dr. Pavel: Natürlich ist auch der Preis in Zeiten gesteigerten Kostenbewusstseins ein Thema. Aber wenn ein Unternehmen die produzierten Güter eines kompletten Tages entsorgen muss, weil die Laboranalyse mit einer billigen, verunreinigten Chemikalie gemacht wurde, wird aus billig ganz schnell teuer. Und das ist einer der Punkte, wo wir ansetzen. Mit unserer langjährigen Expertise für die Herstellung von Laborchemikalien und dem damit zusammenhängenden Mitarbeiter-Know-how sind wir ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Laborchemikalien.

LaborPraxis: Der Name Honeywell steht aber nicht in erster Linie für Laborchemikalien.

Dr. Pavel: Das ist richtig, bis zum Jahr 1999 haben wir in Seelze unter dem sicherlich zurzeit noch bekannteren Namen Riedel-de-Haën produziert und diese mehr als einhundertjährige Expertise wollen wir nun auf den Namen Honeywell übertragen.

LaborPraxis: Welche Produkte bieten Sie für das Labor an?

Dr. Pavel: Unser Produktkatalog besteht aus etwa 900 verschiedenen Produkten, von getrockneten Lösungsmitteln für die Synthese bis zu speziell abgestimmten Chemikalien für analytische Methoden wie GC oder HPLC.

LaborPraxis: Gerade die Analytiker stellen sicherlich spezielle Anforderungen an die von ihnen verwendeten Chemikalien.

Dr. Pavel: Das stimmt, und hier setzen wir in Seelze an. Kommt ein Kunde mit einer bestimmten Fragestellung auf uns zu: Er sucht beispielsweise ein Lösungsmittel, das hinsichtlich einer bestimmten Zusammensetzung optimiert werden muss, dann versuchen unsere Chemiker im Syntheselabor diese Anforderungen zu erfüllen.

LaborPraxis: Wie lange dauert ein solcher Auftrag?

Dr. Pavel: Das ist natürlich je nach Anforderung sehr unterschiedlich, aber man kann von etwa drei Monaten Entwicklungszeit bis zum fertigen Produkt ausgehen.

LaborPraxis: Zeit ist ein gutes Stichwort: Neben guter Qualität und Expertise ist sicher auch eine ausgeklügelte Logistik ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Kunden...

Dr. Pavel: Die Verfügbarkeit von Laborchemikalien ist gerade in der Industrie enorm wichtig. Kein Hersteller kann es sich mittlerweile mehr leisten, dass sein Labor stillsteht, nur weil eine bestimmte Chemikalie gerade nicht lieferbar ist.

LaborPraxis: Wie gewährleisten Sie das?

Dr. Pavel: Seit Februar 2008 arbeiten wir mit dem ausgewiesenen Branchenspezialisten LSU Schäberle Logistik & Spedition in Stuttgart zusammen. So sichern wir auch bei kleinen Mengen bis 45 Kilogramm eine Lieferbereitschaft von 24 Stunden für unsere Chemikalien. Neben diesem Geschwindigkeitsaspekt hat LSU Schäberle noch einen weiteren Vorteil für uns: Sie arbeiten in ihrem vollautomatischen Hochregallager mit einem neuen Oxy-Reduct-Lagerkonzept, das den Sauerstoffgehalt in der Luft von 22 auf 15 Prozent reduziert und so die Brandgefahr deutlich verringert. Es ist derzeit die einzige Einrichtung, die eine solche Einlagerung gefährlicher Güter in Deutschland anbietet. Mengen über 45 Kilogramm werden nach wie vor von unserem Hauptsitz in Seelze ausgeliefert.

LaborPraxis: Ist Deutschland derzeit Ihr wichtigster Markt?

Dr. Pavel: Deutschland ist auf jeden Fall ein sehr wichtiger Markt für uns. Wir sind ein deutscher Hersteller von Laborchemikalien mit einer langen Tradition und wir haben unser Vertriebskonzept zunächst einmal im deutschen Markt umgesetzt. Der deutsche Markt macht in Europa ungefähr ein Drittel des gesamten Potenzials aus. Um auch die restlichen zwei Drittel abzudecken, kooperieren wir in Schweden mit der Firma Saveen Werner. Analog zu LSU Schäberle übernimmt Saveen den Vertrieb unserer Laborchemikalien unter 45 Kilogramm in Schweden, Dänemark und Norwegen.

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