Biogasanlagen Mikroalgen sollen Biogasanlagen optimieren
In einem vom BMBF geförderten Projekt entwickeln Biotechnologen der Hochschule Bremen ein Verfahren, um Biogasanlagen mithilfe von speziellen Mikroalgen zu verbessern. Mikroalgen können mittels Photosynthese ca. zwanzigmal mehr Kohlendioxyd pro Fläche binden als andere Pflanzen.
Anbieter zum Thema
Bremen – Die Arbeitsgruppe um die Biotechnologen Prof. Dr. Gerd Klöck und Dr. Anja Noke vom Institut für Umwelt- und Biotechnik der Hochschule Bremen entwickelt neue Verfahren zur industriellen Nutzung von Mikroalgen. Im Rahmen des am 1. Juli 2008 gestarteten Verbundprojektes Algenbiogas soll nun ein Verfahren entwickelt werden, mit dem sich Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff aus dem Biogas mithilfe von Mikroalgen entfernen lassen.
Biogas wird aus nachwachsenden Rohstoffen oder Bioabfällen in Biogasanlagen gewonnen. Neben Methan entstehen Gase, wie Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff. Wenn diese Gase in zu hoher Konzentration vorliegen und der Methangehalt des Biogases unter einen kritischen Wert fällt, ist es für die Verbrennung nicht mehr geeignet. Die Algen können die Gase für den Aufbau eigener Biomasse nutzen. Der bei der Photosynthese gebildete Sauerstoff wird nach Angaben der Forscher durch eine geeignete Verfahrensweise dem Prozess entzogen. Die produzierte Mikroalgen-Biomasse soll als Substrat dem Biogasprozess zugeführt werden. Zuvor lassen sich Wertstoffe wie Fettsäuren und Carotinoide aus der Algenbiomasse gewinnen.
Gemeinsam mit dem Bremer Unternehmen Algatec und dem niedersächsischen Unternehmen MT-Energie soll eine geeignete Pilotanlage gebaut und über mehrere Monate an einer Biogasanlage erprobt werden.
Mikroalgen in Biogasanlagen
Mikroalgen können ca. zwanzigmal mehr Kohlendioxyd pro Fläche binden als andere Pflanzen. Zudem bieten die Organismen eine Möglichkeit Biomasse zu gewinnen, ohne in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu treten. Die Biomasse ist als Rohstoff für hochwertige Produkte oder Kraftstoffe wie Biodiesel einsetzbar. Allerdings besteht in der technologischen Nutzung von Mikroalgen noch erheblicher Forschungsbedarf, um Biomasse aus Mikroalgen auch zu marktfähigen Preisen anbieten zu können.
(ID:261497)

