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7-Tesla-MRT 7-Tesla-MRT auf dem Campus Berlin-Buch eingeweiht

Redakteur: Olaf Spörkel

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat auf dem Campus Berlin-Buch ein Gebäude mit einem der weltweit stärksten Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT), einem 7-Tesla-MRT, für die medizinische Forschung eingeweiht.

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Berlin – Die Ultra-Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographie- und -Spektroskopie-Anlage (MR-Anlage) ist Teil des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), das das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und die Charité - Universitätsmedizin Berlin nach Angaben des MDC gemeinsam für rund 45 Millionen Euro bauen. Die MR-Anlage ist die erste Baustufe des ECRC. Sie besteht aus einem von Siemens Healthcare entwickelten 7-Tesla-MRT für Untersuchungen am Menschen und einem 9,4-Tesla-Tierscanner von Bruker Biospin, der die Forschungen mit dem 7-Tesla-MRT ergänzen soll.

Bei der Einweihung sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Wir brauchen frühere Diagnosen und wirksamere Therapien, die schonender für die Patienten sind. Deshalb setzen wir auf neue Verfahren, die uns noch genauere Einblicke in die Abläufe im Körper liefern. Ich bin mir sicher, dass die moderne Bildgebung hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten wird.“

Der 7-Tesla-Tomograph wird vorerst ein reines Forschungsinstrument sein. Bisher installierte Systeme dieser Feldstärke werden fast nur zur Bildgebung des Gehirns eingesetzt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der PTB wollen die Forscher in Berlin-Buch deshalb die technischen Möglichkeiten des 7-Tesla-MRT vor allem bei Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Krebs und auch neurologischen Erkrankungen ausloten. Bei der Entwicklung der Hochfeld-Magnet-Resonanz-Verfahren kooperieren sie auch mit den Herstellerfirmen. Die MR-Anlage soll Bilder von extrem hoher Auflösung aus dem Körperinnern von Probanden und Patienten liefern. Ziel ist, Krankheitsrisiken und Krankheitsprozesse sehr früh zu erkennen und neue diagnostische Verfahren und Therapien zu entwickeln.

Dimensionen des 7-Tesla-MRT

Aufgrund seiner hohen magnetischen Feldstärke von sieben Tesla ist der 35 Tonnen schwere Magnet mit einem Käfig aus 230 Tonnen Stahl abgeschirmt. Damit wird sichergestellt, dass die unmittelbare Umgebung nicht von dem Streufeld des Magneten beeinflusst wird und auch der Magnet selbst vor Störungen von außen sicher ist. Der zylinderförmige supraleitende Magnet ist 3,40 Meter lang und hat einen Durchmesser von 2,40 Meter. Der Magnet im 9,4-Tesla-Gerät ist 1,45 Meter lang und hat einen Durchmesser von 1,65 Meter. Beide MRT-Geräte wurden in den vergangenen Wochen mit Helium auf eine Betriebstemperatur von minus 269 Grad Celsius (4,2 Kelvin) heruntergekühlt, bevor sie in Betrieb genommen werden konnten.

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