Erbkrankheit LAD III Ursache für schwerwiegende Erbkrankheit LAD III aufgedeckt
Bei Patienten mit der Erbkrankheit LAD III (Leukozytenadhäsionsdefizienz III) können die weißen Blutkörperchen nicht in das infizierte Gewebe eindringen. Die Ursache des Defekts klärten nun Forscher aus München und London auf.
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München – Schwere Infektionen und die Neigung zu Blutungen sind typische Symptome der seltenen rezessiv vererbten Krankheit LAD III (Leukozytenadhäsionsdefizienz III). LAD III wird durch eine Genmutation verursacht, aufgrund derer die Leukozyten nicht an die Gefäßwand andocken können. Zwar sind die Integrine auf der Oberfläche der Leukozyten von LAD III Patienten vorhanden, aber diese können nicht aktiviert werden. Welcher Gendefekt für diesen Fehler verantwortlich ist, war bisher völlig unklar.
Forscher des Max-Planck-Instituts für Biochemie beschäftigen sich mit Proteinen, die die Aktivierung von Integrinen regulieren. Im Fokus steht das Protein Kindlin-3, das direkt an Integrine bindet. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilans-Universität München (LMU) und des Cancer Research UK London Research Instituts konnten sie nun belegen, dass Kindlin-3 für die Integrin-Aktivierung tatsächlich von zentraler Bedeutung ist. Verhinderte die MPI-Arbeitsgruppe um Markus Moser die Bildung von Kindlin-3 bei Mäusen, konnten sich die Leukozyten nicht mehr an die Zellwand anheften, um in entzündetes Gewebe einzuwandern. Die Mäuse zeigten zudem vermehrt Blutungen. „Unsere Ergebnisse an den Kindlin-3 Mäusen gaben den entscheidenden Hinweis darauf, dass Mutationen im Kindlin-3 Gen für die Erbkrankheit verantwortlich sein müssen“, erklärt Moser. Dies gilt auch für den Menschen: Wissenschaftler des Cancer Research UK London Research Instituts zeigten, dass alle LAD III Patienten Mutationen im Kindlin-3-Gen tragen. In Zusammenarbeit mit Moser und dem Doktoranden Siegfried Ussar bewiesen die britischen Forscher, dass die Zellen der Patienten kein Kindlin-3 bildeten und der Leukozyten-Adhäsionsdefekt durch Einschleusen eines normalen Kindlin-3-Gens repariert werden.
Originalveröffentlichung: Moser, M. et al.: Kindlin-3 is required for beta2 integrin-mediated leukocyte adhesion to endothelial cells; Nature Medicine, advanced online publication, 22. February 2009,
doi 10.1038/nm.1921
Svensson, L. et al.: Leukocyte Adhesion Deficiency-III (LAD-III) is caused by mutations in the adhesion protein Kindlin-3; Nature Medicine, advanced online publication, 22. February 2009, doi 10.1038/nm.1931
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