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BioRN-Jahrestagung Weiterentwicklung des Biotech-Clusters Rhein-Neckar

Redakteur: Doris Neukirchen

Trends in der deutschen und europäischen Clusterpolitik sowie die Erfolge und die zukünftigen Herausforderungen des Biotech-Clusters Rhein-Neckar (BioRN) waren Thema der zweiten BioRN-Jahrestagung am 24. Juni 2010. BioRN-Clusterpartner und Wirtschaftsexperten diskutierten unter dem Motto „Aufbruch an die Spitze Europas“ über die Erfolgsfaktoren und die Weiterentwicklung des BioRN Clusters.

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Heidelberg – Die rund 120 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erhielten in der Heidelberger Print Media Academy außerdem ein Update zu ausgewählten Spitzencluster-Projekten. Ausrichter der Veranstaltung war BioRN Cluster Management. Der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner begrüßte die Teilnehmer und betonte: „Durch den Gewinn des Spitzenclusters zellbasierte und molekulare Medizin im Jahr 2008 wurde die Strategie der Stadt Heidelberg und der Metropolregion gewürdigt. Wir erwarten, dass die Fokussierung auf das Thema Personalisierte Medizin und Krebs einen ähnlichen Effekt wie der BioRegio-Wettbewerb Mitte der 90er Jahre haben wird – und eine Vielzahl von innovativen Medikamenten, diagnostischen Tests und Dienstleistungen generiert wird.“

Trends in der europäischen Clusterpolitik

Clusterexperte Christian Ketels von der Harvard Business School in Boston gab mit seinem Vortrag einen Überblick über die Trends in der europäischen Clusterpolitik. Über Erfolgsfaktoren und die Rolle der Politik bei der Entwicklung von World Class Clustern diskutierten am Nachmittag auf dem Podium Christian Ketels, Georg Licht (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, ZEW) und Christian Tidona (BioRN Cluster Management). Als wesentliche Erfolgsfaktoren bezeichnete Ketels ein stimmiges Umfeld, eine gemeinsame Strategie und ein effektives Clustermanagement. „Wichtig ist auch die Dynamik in einem Cluster“, so Ketels. Licht unterstrich den dringenden Handlungsbedarf der Politik zur Schaffung von attraktiven Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Forschung und Entwicklung vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen.

Forschungseinrichtungen profitieren vom Spitzen-Cluster

In einer zweiten Diskussionsrunde kamen Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zu Wort. Friedrich Richter (Abbott), Manfred Baier (Leiter Roche Applied Science), Andreas Trumpp (Deutsches Krebsforschungszentrum und HI-STEM) und Michael Deissner (Cytonet) äußerten sich zu der Frage, wie Unternehmen und öffentliche Forschungseinrichtungen vom Spitzen-Cluster profitieren. Manfred Baier wies darauf hin, dass es für ein Hightech-Unternehmen ein Muss sei, sich in einer Hightech-Umgebung zu befinden. Friedrich Richter nannte als Vorteile für sein Unternehmen die Attraktivität des wissenschaftlichen Netzwerks in der Rhein-Neckar-Region, die vereinfachte Rekrutierung von Top-Talenten sowie die Möglichkeit, den Cluster und seine Angebote, z.B. in der Weiterbildung von wissenschaftlichem Führungsnachwuchs, selbst mitzugestalten. Das DKFZ und das HI-STEM profitierten von der Beteiligung am Spitzencluster insofern, als die Kommunikation zwischen den drei Säulen Grundlagenforschung, Klinik und Biotech- und Pharmaunternehmen durch die gemeinsamen Projekte wesentlich verbessert worden sei, so Trumpp. Laut Michael Deissner profitiert ein kleines Unternehmen vor allem durch kurze Wege zum Top-Management der großen Unternehmen: „Türen werden geöffnet, persönliche Kontakte werden angebahnt, und man findet sofort die richtigen Ansprechpartner“, erklärte Deissner.

Biotech-Cluster fit für den internationalen Markt machen

Auf die Frage, was notwendig sei, um einen deutschen Biotech-Cluster wie BioRN für den internationalen Markt wettbewerbsfähig zu machen, nannte Manfred Baier mehr Risikokapital sowie staatliche Anreize, um die Anzahl der Neu- und Ausgründungen zu erhöhen. Den deutschen Biotech-Clustern fehle noch die kritische Masse, um an der Weltspitze mitzuspielen, so Baier weiter. Friedrich Richter forderte einen verbesserten Technologietransfer zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft. Clustermanager Christian Tidona zeigte sich sehr zufrieden mit der Jahrestagung: „Unsere Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass hier im BioRN Cluster die Entscheider aus Wirtschaft, Wissenschaft und regionaler Politik an einem Strang ziehen. Das ist eine Grundvoraussetzung für die Weiterentwicklung unseres Clusters in Richtung einer Spitzenposition in Europa.“

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