Proteom Menschliches Proteom komplett kartiert
Ein Forschungsteam der ETH Zürich unter der Leitung von Professor Ruedi Aebersold und des Institute for Systems Biology, Seattle, hat erstmals das Proteom des Menschen mittels massenspektroskopischer Methoden vollständig kartiert. Die Daten werden nun allen Forschern zur Verfügung gestellt.
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Zürich/Schweiz, Seattle/USA – 20 300 – diese Zahl muss sich merken, wer einerseits mit dem menschlichen Genom und ab sofort auch dem menschlichen Proteom arbeiten will. Denn so viele Proteine haben Forscher des Institute for Systems Biology (IBS) in Seattle und der ETH Zürich aus der Gruppe von Professor Ruedi Aebersold mit verschiedenen massenspektrometrischen Methoden erfasst, bestimmt und die Daten als Referenz in eine Datenbank einfliessen lassen. Die Forscher bezeichnen diese als „Gold-Standard-Referenz“.
Proteom-Landkarte soll Forschung beschleunigen
„Diese Referenzdatenbank stellen wir nun allen Biologen und Biologinnen zur weiteren Forschung zur Verfügung, so wie damals die Daten des menschlichen Genoms aus dem ‚Human Genome Project‘ ebenfalls allen interessierten Fachleuten offen gelegt wurden“, erklärt Aebersold. Die Forscher machen ihre Daten über den so genannten „ISB/ETH SRMAtlas“ zugänglich. Diese Datenbank ist Teil des Peptidatlas, den die beiden Institutionen in den letzten Jahren entwickelt haben (http://www.peptideatlas.org).
Die Proteom-Daten erlauben es Forschern, Anzahl und Art der Proteine in einer beliebigen biologischen Probe mittels verschiedener massenspektrometrischer Messungen zu bestimmen. Dies ist eine wichtige Entwicklung, welche die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Proteomik stark verbessern wird. Die Forscher erhoffen sich, dass dadurch sowohl die Grundlagen- als auch die angewandte Forschung stark beschleunigt wird. „Die effektive Bedeutung wird das Projekt jedoch dadurch erhalten, wie stark die bereitgestellten Ressourcen von Wissenschaftlern genutzt werden“, erklärt Aebersold. Sie hätten eine Art Landkarte geschaffen, die es anderen erlaube, das Proteom effizienter zu erforschen.
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