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Bioprozess-Entwicklung

Fermentationsprozesse permanent überwachen

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Im Fed-Batch können komplette Produktionsprozesse im Schüttelkolben nachgebildet und viele unterschiedliche Einflüsse untersucht werden, was vorher nicht möglich war.

Cosbios dreht das Rad von Ramos noch weiter

In der Regel wird eine kontinuierliche Fermentation in großen Fermentern durchgeführt. Das kleinste Volumen liegt bei mindestens einem Liter. Mit dem Cosbios System (Continuous Operated Shaken Bioreactor System) arbeiten die Forscher nun im Zwanzig-Milliliter-Maßstab. Das beschleunigt den Prozess und ist wesentlich kostengünstiger, weil acht Kulturen in der Anlage parallel gefahren werden. Ganz neu entwickelt haben die Forscher am Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik in Aachen geklebte Bioreaktoren. Die bislang verwendeten Reaktoren wurden verschraubt und verspannt. Nun werden sie geklebt, z.B. bekommt ein Glaszylinder einen Metalldeckel aufgeklebt. Durch die geklebte Fertigung reduziert sich das Gewicht, die Handhabung wird vereinfacht und die Reaktoren werden erstmals reproduzierbar.

Die dritte Anlage, der Biolector, ist im Volumen noch niedriger, und die Parallelisierung ist noch höher. Das Kultivierungsvolumen liegt z.B. bei 0,2 Milliliter. Bis zu 96 Kulturen können parallel gefahren werden. Die Anlage wird hauptsächlich im Screening-Bereich eingesetzt, wenn z. B. große Sammlungen von Mikroorganismen untersucht werden. Jeder Mikroorganismus aus einer Sammlung wird kultiviert und der Beste für den Prozess ausgewählt. Das Verfahren wird auf verschiedene Parameter angewandt und kann hinsichtlich der Organismen, Medienzusammensetzung oder Enzymaktivität gescreent werden.

Exzellenzcluster beschleunigt die Grundlagenforschung

Im Exzellenzcluster Tailor Made Fuels From Biomass soll die Grundlagenforschung zur Entwicklung von neuen Treibstoffen und Treibstoffvorstufen aus nachwachsenden Rohstoffen vorangetrieben werden. Bislang werden Biodiesel und Äthanol als Biokraftstoffe aus Samen gewonnen, z. B. aus Mais oder Raps. Der Ansatz im Exzellenzcluster ist es, die komplette Pflanze zu verwenden und eine selektive Synthese von Plattform-Chemikalien zu erhalten. Diese Plattform-Chemikalien werden dann in maßgeschneiderte Treibstoffe umgewandelt, die für neuartige Motoren bestimmt sind. Die Zukunftsmusik daran ist, dass sowohl die Motoren für die Treibstoffe maßgeschneidert werden, als auch die Treibstoffe für Motoren entwickelt werden können.

* S. Halbmeier, Redaktionsbüro, 70374 Stuttgart

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