Künstliche Blutgefäße durch gezieltes Dehnen (Wissenschaftsbild des Tages)
Es ist ein hehres Ziel der Medizinforschung: lebende Organe und Gewebe aus Zellen züchten, um erkrankte und beschädigte Organe im Körper zu ersetzen. Bislang ist es Wissenschaftlern bereits gelungen, künstliche Muskeln, Lebern, Nieren und Haut zu entwickeln. Doch es fehlte eine zuverlässige Methode, um präzise strukturierte Blutgefäßnetzwerke zu konstruieren.
Jetzt haben Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology einen Weg gefunden, Blutgefäße durch mechanisches Dehnen zu züchten und zu steuern. Das Team baute ein „Blutgefäß auf einem Chip“ aus menschlichen Endothelzellen und bettet es in ein Gel ein, das einen kleinen Magneten enthält.
Die Forscher untersuchten, wie die zentrale Arterie reagierte, während sie das Gel mit einem externen Magneten hin und her bewegten. Das wiederholte mechanische Dehnen stimulierte die Arterie dazu, kleinere Kapillaren auszubilden. Durch Änderung der Dehnrichtung und -intensität konnten die Forscher die Richtung und Menge der neuen Gefäße präzise steuern.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 28.7.2026 (Bild: Courtesy of Ritu Raman)

