Lebensmittelanalytik

Bestimmung von Antibiotika-Rückständen in Getreide

17.03.2008 | Autor / Redakteur: Didem Hanim Yolcu*, Heiko Hayen** und Manfred Grote* / Marc Platthaus

Immer häufiger mit Antibiotika belastet: Getreidepflanzen nehmen die Tierarzneimittel über die Wurzel aus güllebeaufschlagten Böden auf.

Eine Modellstudie unter praxisnahen landwirtschaftlichen Bedingungen erbrachte erstmalig den Nachweis: Winterweizenpflanzen nehmen Antibiotika über die Wurzel aus güllebeaufschlagtem Boden auf. Dabei wird Chlortetracyclin sogar bis in das Getreidekorn transportiert. Ist in der Praxis der konventionellen Landwirtschaft der Antibiotikatransfer vom Boden zur Pflanze von Bedeutung?

Zur Klärung dieser Frage wurde Getreide auf Antibiotikarückstände analysiert (LC-MS/MS, Ion Trap), das in einer Region mit intensiver Schweinehaltung auf langjährig mit Gülle gedüngten Böden angebaut wurde. Positive Befunde an Wirkstoffen und Umwandlungsprodukten (Metaboliten) ließen sich mit hochauflösender Massenspektrometrie (FTICR-MS, Fourier Transform Ionencyclotron Resonanz-Massenspektrometrie) bestätigen – aber nicht in jedem Fall.

In der landwirtschaftlichen Tierhaltung fallen in Deutschland jährlich ca. 30 Millionen Tonnen Gülle an [1-3]. Mit der Gülle, die als Dünger verwendet wird, gelangen die von den Tieren ausgeschiedenen Antibiotika-Rückstände in den Boden. Für das Jahr 2005 wurde der veterinärmedizinische Antibiotikaeinsatz auf mindestens 784 Tonnen geschätzt [4], wobei besonders intensiv Tetracycline mit einem Anteil von ca. 45 Prozent für Schwein, Rind und Geflügel angewandt wurden.

In einer unter praxisnahen landwirtschaftlichen Bedingungen durchgeführten Modellstudie [5-7] wurde erstmalig nachgewiesen, dass Chlortetracyclin, nach oraler Medikation von Schweinen mit der Gülle als Dünger ausgebracht, von Winterweizenpflanzen aus dem Boden aufgenommen und bis in das Getreidekorn transportiert wird. Begleitende Experimente in Hydrokultur unter Einsatz Tritium-markierter Antibiotika [7-8] und Studien internationaler Forschergruppen unter Gewächshausbedingungen [9-12] zeigen ebenfalls das relativ hohe Aufnahmepotenzial einiger Nutzpflanzen besonders für Tetracycline.

Ein möglicher ständiger Eintrag geringer Antibiotikamengen über belastete Nutzpflanzen in Futtermittel und in die Nahrungsmittelkette wäre unter der zunehmenden Resistenzproblematik als kritisch zu bewerten [13]. Die entscheidende Frage, ob der Antibiotikatransfer Boden/Getreide auch in der Praxis der konventionellen Landwirtschaft von Bedeutung ist, blieb zunächst unbeantwortet. Deshalb wurde im Rahmen einer Screening-Studie Getreide (Winterweizen, Gerste, Triticale) beprobt, das in Regionen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens mit intensiver Schweinehaltung angebaut worden war. Die Probennahme in den Erntezeiten der Jahre 2005 und 2006 wurde von der Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft in Soest (Prof. Dr. Mechthild Freitag) mit Unterstützung der Landwirtschaftskammern durchgeführt [14-15].

Analytik: Methodenentwicklung und Optimierung

Zur Analyse von Arzneistoffrückständen in Getreide wurde die im Vorprojekt [6] entwickelte, ursprünglich auf Sulfadiazin, Trimethoprim und Chlortetracyclin-Komponenten beschränkte Methode auf zusätzliche Wirkstoffgruppen und (pflanzliche) Metabolite erweitert und optimiert (Probenvorbereitung, LC-MS/MS-Geräteparameter). Erste Übersichtsanalysen führten zu keinen signifikanten Befunden für Sulfon-amide, Penicilline, Makrolide und Fluorchinolone. Daher konzentrierten sich die weiteren Analysen auf die Identifizierung und Quantifizierung verschiedener Tetracyclin-Wirkstoffe und ihrer Umwandlungsprodukte bzw. „Metaboliten“ [16-17], wie Epimere, Tautomere des Chlortetracyclins, Isochlortetracyclin, Demeclocyclin (s. Tab. 1) und andere Demethylierungsprodukte. Die Bestätigung der Stoffidentifizierung bei Proben mit positiven Befunden erfolgte mit hochauflösender Massenspektrometrie (FTICR-MS Fourier Transform Ionencyclotron Resonanz-Massenspektrometrie, s. Kasten).

An vier unterschiedlichen Stellen des Ackerschlags wurden ganze Ähren vom Halm getrennt, die Körner aus den Ähren gelöst und alle Körner des Schlags verei-nigt, bis zur Analyse bei -18 °C gelagert und vor der Analyse lyophilisiert. Das Korn wurde mit Hilfe einer Schwingmühle gemahlen. In einer analytischen Siebmaschine erfolgte die Korngrößen-Fraktionierung des Mahlgutes. Zur weiteren Aufbereitung wurde die Fraktion mit einer Korngröße von d <0,106 mm verwendet.

Die Vorgehensweise zur Optimierung der Probenvorbereitung konzentrierte sich auf die Extraktion des gemahlenen Korns mit Citratpuffer (ursprünglich: rein wässrig bei Raumtemperatur) und die nachfolgende Festphasenextraktion (SPE, Solid Phase Extraction). Für diese Untersuchungen wurden u.a. Weizenproben des Bundessortenamtes (BSA), die nach Analyse als „unbelastet“ eingestuft wurden, aufbereitet und mit Tetracyclinen dotiert.

Der Einsatz der Mikrowellentechnik bei 20 – 40 ° C und auch der Accelerated-Solvent-Extraction (ASE) führte zu einer vergleichsweise niedrigeren Wiederfindung. Außerdem wurde in den MS-Chromatogrammen eine Intensitätssteigerung der Untergrundsignale beobachtet. Daher wurde die ursprüngliche Ultraschall-gestützte Extraktion bei Raumtemperatur beibehalten, der wässrige Citratpuffer (insgesamt 30 mL pro 1 g Getreide) aber mit einem geringen Zusatz an Methanol (MeOH, 5 Prozent v/v) versehen.

Bei der Festphasenextraktion (Oasis HLB 3cc-Kartuschen, Waters) wurden schließlich zur Konditionierung der SPE-Kartusche Methanol und anschließend MeOH/Citrat-EDTA-Pufferlösung verwendet. Nach der Extraktaufgabe wurde die beladene Festphase mit MeOH/Wasser (5/95 v/v) und MeOH/Citrat-EDTA-Puffer gewaschen. Die Elution der Analyten erfolgte mit Methanol. Die Eluate der Extrakte aus beiden Einwaagen wurden vereinigt, bis fast zur Trockne eingeengt (unter einem Stickstoff- bzw. Luftstrom), mit Fließmittel A aufgenommen und mit LC-MS/MS analysiert.

Niedrigauflösende Massenspektrometrie: LCQ-Methode

Es wurde ein HPLC-Komplettsystem (Thermo Finnigan/Thermo Electron) mit dem massenselektiven Detektor LCQ-Advantage ESI-Ion-Trap verwendet. Das verwendete binäre Gradientenprogramm startete mit 90 Prozent (v/v) Fließmittel A, erreichte nach zehn Minuten einen Volumenanteil von 60 Prozent und wurde nach 17 Minuten über vier Minuten in einem Spülintervall isokratisch gefahren (100 Prozent v/v Fliessmittel B). Danach erfolgt die 15-minütige Rekonditionierung des Systems.

Die Identifizierung der Tetracycline erfolgt über die Massenspuren der Quasimolekül-Ionen und Fragmentionen (MS/MS-Stoßexperimente (He), MS1, MS2), ihre relativen Intensitäten und Retentionszeiten (Ionisierungsmethode: Electrospray Ionization (ESI), Positiv-Modus) [6]. In Tabelle 2 sind die im SRM-Modus (Selected Reaction Monitoring) gemessenen Übergänge (Precursor- und Produktionen) aufgeführt. Zur Quantifizierung wurde die Summe der MS²-Signalintensitäten korrespondierender Produktionen verwendet. Die Datenauswertung erfolgte mit Xcalibur-Software 2.0 SR2.

Die Wiederfindungen (dotierter Winterweizen BSA: 50 µg/kg je Wirkstoff und Epimer; Einfachbestimmung, jeweils sechsfach injiziert, Matrixkalibrierung) liegen bei 92 Prozent (TC+e-TC), 61 Prozent (DC+e-DC), 107 Prozent (OTC+e-OTC), 96 Prozent (DMC+e-DMC), 91 Prozent (CTC+e-CTC) und 87 Prozent (iso-CTC+e-iso-CTC).

Zur Bestimmung der Methodenpräzision wurde Winterweizen (BSA) mit Mischstandard dotiert (50 µg/kg), nach zwei Varianten aufgearbeitet und die erhaltenen Messproben jeweils sechsfach injiziert. Die Aufarbeitung (Citrat-Puffer-Extraktion, SPE) und Analyse einer gemahlenen 1-g-Einwaage erfolgte sowohl einzeln als auch mit zwei parallel aufgearbeiteten Proben, deren SPE-Extrakte vereinigt wurden.

Die in Tabelle 3 aufgeführten relativen Standardabweichungen zeigen, dass die parallele Aufarbeitung zu einer deutlich besseren Präzision führt. Daher wurde diese Methode auch zur Analyse der Getreideproben eingesetzt.

Zur Ermittlung der Nachweis- und Be-stimmungsgrenzen nach DIN 32645 wurden mit Tetracyclinen dotierter Winterweizen (BSA) jeweils sechsfach analysiert (Matrixkalibrierung). Die Dotierungen lagen im Bereich von 1 bis 6 μg/kg. Die Auswertung der Messergebnisse wurde unter Zuhilfenahme des Softwareprogramms „Valoo“ durchgeführt. In Tab. 4 sind die ermittelten Nachweisgrenzen (NWG) und Bestimmungsgrenzen (BG) aufgelistet. Zur Verifizierung positiver Befunde an Tetracyclinen wurden Getreideextrakte zusätzlich mit hochauflösender Massenspektrometrie (FTICR-MSn-Methode, n=1-3) analysiert.

Hochauflösende Massenspektrometrie

Verwendet wurde ein HPLC-System von Thermo Electron (San Jose, CA, USA). Der binäre Gradient wurde mit 100 Prozent v/v Fließmittel A gestartet und zwei Minuten lang isokratisch gefahren. Bis 45 Minuten wurde ein linearer Anstieg auf 30 Prozent v/v Fließmittel B programmiert. Anschließend erfolgte ein Spülschritt mit 95 Prozent (v/v) Fließmittel B für zehn Minuten und ein Rekonditionierungsschritt für weitere 15 Minuten. Die Bestätigung der Tetracyclin-Funde in den Pflanzenproben wurde mit einem Hybrid-Massenspektrometer durchgeführt, welches aus einer linearen Quadrupol-Ionenfalle und einem Fourier-Transform-Ionen-Cyclotron-Resonanz-Massenanalysator (FTICR) besteht (LTQ FT der Fa. Thermo Fisher Scientific, Bremen). Während der HPLC-Trennung wurden zeitlich parallel verschiedene MS-Experimente in beiden Massenanalysatoren durchgeführt. Übersichtsmassenspektren im Bereich m/z = 400-500 wurden im FTICR mit einer Auflösung R = 25 000 aufgenommen, welches die Selektivität im Vergleich zu einem niedrigauflösenden MS enorm steigert. Die zwei intensivsten Ionen wurden dann nacheinander für exakte Massenbestimmungen mit einem FTICR-SIM-Scan (Scan im kleinen m/z-Bereich von ± 5 amu; R = 50 000) gemessen. Zeitgleich erfolgte die stoßinduzierte Fragmentierung (MS2, MS3, MS4) in der linearen Ionenfalle. Die Absicherung der Tetracyclin-Befunde basiert demzufolge nicht nur auf dem Retentionszeitvergleich mit Standardsubstanzen (sofern verfügbar), sondern stützt sich sowohl auf die exakte Masse des Vorläuferions (relative Massenabweichung zum theoretischen Wert nur wenige ppm, s. Tab. 5) als auch auf die Übereinstimmung der MSn-Fragmentspektren. Die allgemeinen Parameter waren: Electrospray-Spannung 3,8 kV; Temperatur der Transferkapillare 300 °C und normalisierte Kollisionsenergie 35 Prozent bei MS2, MS3 und MS4.

Ergebnisse und Fazit der Screeningstudie

Die Ergebnisse der Screeningstudie lassen keinen Zweifel: Auch Getreide aus der landwirtschaftlichen Praxis kann mit Tetracyclinen, d.h. mit Wirkstoffen und Umwandlungsprodukten („Metaboliten“) belastet sein. Antibiotikarückstände wurden aber nicht in allen Betrieben nachgewiesen, die mit Tetracyclinen belastete Schweinegülle zur Düngung verwendet hatten.

So wurden in einigen Weizenproben des Erntejahres 2005 Tetracyclin, Chlortetracyclin, Isochlortetracyclin und Demeclocyclin gefunden. Im Unterschied dazu enthielten wenige Proben des Jahres 2006 nur Doxycyclin. Die ermittelten Gehalte lagen zwischen ~ 30 und 95 µg/kg FG und blieben vielfach unter der jeweiligen Bestimmungsgrenze (s. Tab. 5). Die mit niedrigauflösender Massenspektrometrie identifizierten Tetracycline wurden mit hochauflösender MS bestätigt (Tab. 5). Die Abbildungen 1 und 2 veranschaulichen beispielhaft die Bestätigung der Identifizierung von Demeclocyclin in der Weizenprobe „KS-1“ der Erntezeit 2005. Es wurden aber auch falsch positive Zuordnungen entdeckt.

Erkennung falsch positiver Befunde mit hochauflösender MS

Bestimmte Signale der Massenchroma-togramme (MS1 und MS2-Modus) des LCQ-Systems wurden zunächst dem Tetracyclin zugeordnet, was sich aber in der Hochauflösung (FTICR-MS) nicht bestätigen ließ. Offensichtlich überlagern mehrfach geladene Peptidfragmente, [M+H]n+ (n=1-7), den Quasi-Molekülionenbereich des Tetracylins, was die Ursache falsch positiver Befunde mit der niedrigauflösenden LC-MS-Methode sein kann. Peptide könnten durch enzymatische Proteolyse während der Extraktion des Getreides mit Citratpuffer gebildet werden.

Auffällige Peaks in Chromatogrammen der BSA-Proben und auch in Kornproben der Erntezeiten 2005 und 2006 lagen im Retentions- und m/z-Bereich von N-Desmethyl-Tetracyclinen. Derartige mutmaßliche Metabolisierungs-Produkte waren bei früheren Untersuchungen in Weizenwurzeln (Hydrokultur) identifiziert worden [8]. Die Anwendung der hochauflösenden Massenspektrometrie konnte aber die Identität von Demethylierungsprodukten im Getreidekorn nicht bestätigen.

Noch ungeklärt bleibt die Herkunft des in einigen Getreideproben mit niedrig- und hochauflösender Massenspektrometrie nachgewiesenen Demeclocyclins (s. Abb. 1 und 2), einem nicht zugelassenen Veterinärwirkstoff, der durch Demethylierung des Chlortetracyclins entstehen kann. Offensichtlich sind die Faktoren und Zusammenhänge, die mögliche Umwandlungsprozesse der Pharmakarückstände und den Transfer Boden/Pflanze begünstigen, weiterhin aufklärungsbedürftig.

Dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV), des Landes Nordrhein-Westfalen wird für die finanzielle Unterstützung des Projekts gedankt.

Hochauflösende FTICR-Massenspektrometrie

Die Fourier Transform Ionen Cyclotron Resonanz-Massenspektrometrie (FTICR-MS) ist die leistungsfähigste MS-Technik in Bezug auf Auflösungsvermögen (> 1.000.000) und Massengenauigkeit. Die relative Massenabweichung zum theoretisch berechneten Wert wird in ppm angegeben und kann weniger als 1 ppm betragen. Demzufolge ist z.B. die Bestimmung der Masse/Ladungszahl (m/z) eines Ions mit m/z = 1000 bis auf die 3. Nachkommastelle genau möglich. Im Gegensatz dazu sind bei niedrigauflösenden MS-Geräten (z.B. Quadrupol-Massenfilter oder Quadrupol-Ionenfalle) Auflösungen von 2000 und eine Genauigkeit von 0,2 Masseneinheiten üblich.

Der FTICR-MS liegen zwei physikalische Effekte zugrunde: Einerseits wird ein geladenes Teilchen in einem homogenen mehrere Tesla starken Magnetfeld entlang einer Magnetfeldlinie auf einer kreisförmigen Bahn bewegt. Diese Cyclotronbewegung ermöglicht es, Ionen in einem definierten Volumen zu halten. Andererseits absorbieren Ionen mit einem bestimmten m/z-Verhältnis eine spezifische Radiofrequenz und treten mit ihr in Resonanz. Sind die mit Hilfe der charakteristischen Radiofrequenz ausgewählten Ionen auf einer größeren Kreisbahn, induzieren diese durch die Ionenbewegung eine Wechselspannung an zwei gegenüberliegenden Detektorplatten. Um Ionen unterschiedlicher Masse/Ladungszahl gleichzeitig zu erfassen, werden alle Ionen gleichzeitig mit Hilfe eines Breitband-Radiofrequenzsignals angeregt. Nach der Anwendung einer Fourier Transformation (FT) werden die zeitabhängigen Rohsignale in frequenzabhängige Signale umgewandelt. Daraus wird dann ein Massenspektrum generiert.

Details HPLC-Systeme

Niedrigauflösende Massenspektrometrie: LCQ-Methode

HPLC-System (Spectra):

Degasser: SCM 1000 Vakuum Membrane Degasser

Pumpe: P 4000 Gradient Pumpe

Injektionsautomat: AS 3000, Autosampler (gekühlt, 10 ºC) mit integriertem Säulenofen (temperiert: 30 ºC)

Trennsäule: YMC-Pack ODS-AM, 150 x 3,0 mm ID., S 5µm

Vorsäule: YMC-Pack ODS-AM, 10 x 3,0 mm ID., S 5µm

UV-Detektor: UV 6000 LP

Messbereich: 190 – 800 nm

Detektionswellenlänge: 267 nm

Injektionsvolumen: 20 µL

Flussrate: 0,4 mL/min

Fliessmittel A: Acetonitril / Wasser / Ameisensäure 10/89,9/0,1 (v/v)

Fliessmittel B: Acetonitril / Wasser / Ameisensäure 60/39,9/0,1 (v/v)

Hochauflösende Massenspektrometrie (FTICR-MSn-Methode, n=1-3)

Das HPLC-System (Thermo Electron, San Jose, CA, USA) hat folgende Kenndaten:

Degasser: Surveyor Entgaser

Pumpe: Surveyor MS Pumpe

Injektionsautomat: Surveyor Autosampler

Trennsäule: YMC-Pack ODS-AM, 150 x 1,0 mm ID., S 5µm

Vorsäule: YMC-Pack ODS-AM, 10 x 1,0 mm ID., S 5µm

Injektionsvolumen: 5 µL

Flussrate: 0,1 mL/min

Fliessmittel: A: Wasser / Acetonitril / Ameisensäure 95/5 /0,1 (v/v)

B: Acetonitril / Ameisensäure 100/0,1 (v/v)

Literatur

[1] Bauer, J. (2006): Einführung Tagungsband: Schweinegülle – Quelle für potentiell unerwünschte Stoffe (Boden, Wasser, Pflanze)?, 5.Kulturlandschaftstag, 4. Mai 2006, Freising-Weihenstephan, Schriftenreihe der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft; 12: 15 (ISSN 1611-4159).

[2] Halling-Sørensen, B. et al. (1998): Occurence, fate and effects of pharmaceutical substances in the environment – a review. Chemosphere; 36: 357 – 393.

[3] Hamscher G., et al. (2005): Different behavior of tetracyclines and sulfonamides in sandy soils after repeated fertilizitation with liquid manure. Environm Toxicol Chemi; 24: 861-868.

[4] Schneidereit, M. (2006): Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin – Situation in Deutschland und anderen europäischen Veredelungsregionen. Vortrag auf der 20. Jahrestagung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie, 14. September 2006, Bonn. (http://www.p-e-g.org/archiv_tmp/jahrestagung_20/jahrestagung_20_2006_d.htm)

[5] Grote, M., Freitag, M., Betsche, T. (2005): Antiinfektivaeinträge aus der Tierproduktion in terrestrische und aquatische Kompartimente. Forschungsvorhaben des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen, Abschlussbericht vom 14.01.2005.

[6] Grote, M., Schwake-Anduschus, C., Stevens, H., Michel, R., Betsche, T., Freitag, M. (2006): Antibiotika-Aufnahme von Nutzpflanzen aus Gülle-gedüngten Böden - Ergebnisse eines Modellversuchs. Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 1, S. 38 – 50.

[7] Grote, M., Schwake-Anduschus, C., Michel, R., Stevens, H., Heyse,r W., Langenkämper, G., Betsche, T., Freitag, M. (2007): Incorporation of veterinary antibiotics into crops from manured soil. Landbauforschung Völkenrode 1 (57), S. 25 – 32.

[8] Grote, M., Schwake-Anduschus, C., Michel, R., Langenkämper, G., Betsche, T., Hayen, H., Heyser, W., Freitag, M. (2007): Aufnahme und Transport von Tierarzneistoffen in Nutzpflanzen. In: Münchener Beiträge zur Abwasser-, Fischerei- und Flussbiologie, Band 58, Vorträge der 58. Fachtagung „Tierarzneimittel in der Umwelt“, Hrsg. Bayrisches Landesamt für Umwelt, Oldenbourg Industrieverlag GmbH, ISBN 978-3-8356-3135-9, S. 161-173.

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[12] Dolliver, H., Kumar, K., Gupta, S. (2007): Sulfamethazine uptake by plants from manure amended soil. J. Environ. Qual. 36, S. 1224-1230.

[13] Grote, M. (2007): Antibiotika in der Umwelt und in Nahrungsmitteln. Ein Risiko für Konsumenten? internist. prax. 47, S. 919-926

[14] Grote, M., Freitag, M., Betsche, T. (2007): Screening zum Antibiotikatransfer aus dem Boden in Getreide in viehstarken Regionen Nordrhein-Westfalens. Abschlussbericht vom 28.08.2007, Forschungsauftrag des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen.

[15] Freitag, M., Yolcu, D. H., Hayen H., Betsche T., Grote, M. (2008): Screening zum Antibiotika-Transfer aus dem Boden in Getreide in Regionen Nordrhein-Westfalens mit großen Viehbeständen, Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 3 (2), im Druck.

[16] Grote, M., Vockel, A., Schwarze, D., Mehlich, A., Freitag, M. (2004): Fate of antibiotics used in food chain and environment originating from pigfattening . Fresenius Environmental Bulletin – FEB 13, S. 1216-1224.

[17] Vockel, A., Grote, M., Mehlich, A. (2005) Bestimmung von Chlortetracyclin in Schlachtproben. LaborPraxis Juli/August: 18 – 21. www.laborpraxis.de

Die Autoren

Didem Hanim Yolcu: Studium zur Umweltingenieurin an der Universität Mersin/Türkei und anschließend Chemiestudium an der Universität Paderborn; seit 2006 Doktorarbeit im Department Chemie im Rahmen eines Projektes über die Antibiotikaaufnahme von Nutzpflanzen.

Dr. Heiko Hayen: Lebensmittelchemiestudium an der Universität Münster; Promotion 2003 an der Uni Twente, Enschede, Niederlande; 2004 – 2005: PostDoc am Institute for Marine Biosciences, Halifax, Canada; seit 2005 wiss. Angestellter am ISAS – Institute for Analytical Sciences in Dortmund, Projektbereich Metabolomics.

Prof. Dr. Manfred Grote: Promotion 1975 im Fach Chemie an der Ruhr-Universität Bochum. Dort wissenschaftlicher Assistent, dann Wechsel zur Universität Paderborn. 1992 Habilitation über „Entwicklung und Erprobung edelmetallselektiver und regenerierbarer Extraktionsmittel“. Seit 1997 an der Universität Paderborn als apl. Professor für Analytische Chemie in Forschung und Lehre tätig. Forschungsschwerpunkt: Pharmakarückstände in Umwelt und Nahrungsmitteln.

*Universität Paderborn, Fakultät für Naturwissenschaften, Department Chemie, Paderborn**ISAS – Institute for Analytical Sciences, Dortmund

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