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Extreme Eiszeiten

Algen formten den Schneeball Erde

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Eine neue Schneeball-Erde müssen wir zurzeit nicht fürchten

Ein Problem bleibt. „Wir können nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob die damaligen Algen tatsächlich in der Lage waren, die Schwefelverbindungen herzustellen, die als Aerosole dienen“, sagt Hallmann. Denn solche Rückschlüsse zu ziehen, ist sehr schwer. Zwar wissen die Forscher aus fossilen Funden, dass eukaryotische Algen sich vor 800 Millionen Jahren stark vermehrten. Aber welche Moleküle sie produzierten, ist nicht so einfach herauszufinden. Hallmann ist optimistisch: „Wir wissen, welche Algen heut zu Tage in der Lage sind, die nötigen Schwefelmoleküle her zu stellen. Laut molekularbiologischen Studien sind die Chancen hoch, dass zumindest eine dieser Algenlinien bereits vor dem Schneeball-Ereignis existiert hat“.

Auch heute noch gelten Algen als Hauptquelle für Kondensationskeime, die zur Wolkenbildung über den Meeren beitragen. Darüber hinaus entziehen Algen der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid. Sie haben also gleich in zweifacher Weise eine kühlende Wirkung auf das Klima.

Das Klima der Erde schwankt seit der Planet vor 4,6 Milliarden Jahren geboren wurde. Die meiste Zeit über befindet sich unser Planet in einer Warmzeit. Dann sind selbst Nord- und Südpol frei von Schnee. Doch während ein paar extremer Eiszeiten war die Erde nahezu komplett mit Schnee bedeckt. Die letzten beiden solcher extremen Schneeball-Vereisungen fanden während des Cryogeniums, der Periode von 720 bis 635 Millionen Jahren vor unserer Zeit, statt. Für eine Rückkehr zu solchen Bedingungen besteht zurzeit keine Gefahr.

Originalpublikation: Georg Feulner, Christian Hallmann und Hendrik Kienert: Snowball cooling after algal rise. Nature Geoscience, online veröffentlicht, 27. August 2015; doi: 10.1038/ngeo2523

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