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Antivirale Prüfungen an Infektionsschutztextilien Den besten Stoff gegen Viren finden

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung 2 min Lesedauer

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Um Viren – besonders im medizinischen Umfeld – einzudämmen, gibt es spezielle Textilien mit antiviralen Wirkstoffen. Wie zuverlässig diese Infektionsschutztextilien die Viren abtöten, zeigen Labortests. Ein entsprechendes Prüfverfahren haben Forscher an den deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf entwickelt.

Intakte Wirtszellen (NCTC) vor Viruskontakt (l.) und zytopathischer Effekt an Wirtszellen durch Viren (r.) (100 x)(Bild:  DITF)
Intakte Wirtszellen (NCTC) vor Viruskontakt (l.) und zytopathischer Effekt an Wirtszellen durch Viren (r.) (100 x)
(Bild: DITF)

Türklinken, Geländer, Touchscreens – überall dort, wo wir regelmäßig hin greifen, stellen Viren ein Infektionsrisiko dar. Auch auf Kunststoffoberflächen oder Textilien können Erreger einige Stunden bis Tage überleben. Diese Oberflächen spielen deshalb eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Viren als Krankheitserreger.

Während der SARS-CoV-2-Pandemie wurden hierzu zahlreiche Studien durchgeführt. Textilien, die mit antiviralen Wirkstoffen ausgerüstet werden, können dazu beitragen, dieses Übertragungsrisiko zu reduzieren. Dies bietet vor allem bei Textilien im medizinischen Umfeld einen Mehrwert.

Aufwendige Forschung unter Risikogruppe 2

Mit Labortests lassen sich die antiviralen Eigenschaften von Textilien überprüfen. Solche Tests minimieren aufwendige Erprobungen im medizinischen Umfeld. Das Arbeiten mit Viren ist jedoch sehr komplex und aufwendig, da Viren sich nicht wie Bakterien auf Nährmedien vermehren lassen. Viren sind der Definition nach keine Lebewesen, weil sie zur Vermehrung auf Wirtszellen angewiesen sind.

Für die Laborprüfungen bedeutet dies, dass für eine erfolgreiche Arbeit sowohl fachliche Kompetenz in der Mikrobiologie als auch in der Zellkulturtechnik zusammengebracht werden müssen. Für Tätigkeiten mit den meisten human- und tierpathogenen Viren sind außerdem behördliche Genehmigungen für das Laboratorium notwendig. Für das biologische Prüflabor an den DITF liegen die Genehmigungen gemäß des Infektionsschutzgesetzes als auch nach der Tierseuchenerregerverordnung für Risikogruppe 2 vor. Das bedeutet, dass mit Mikroorganismen gearbeitet werden darf, die eine Krankheit bei Mensch oder Tier hervorrufen können. Diese Krankheiten können in der Regel gut beherrscht werden.

Virale Effekte über Wirtszellen sichtbar machen

Einige Prüflaboratorien führen antivirale Tests mit so genannten Phagen durch, weil diese leichter umsetzbar sind. Diese Viren nutzen Bakterien als Wirtszellen um sich zu vermehren. An den deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DTIF) verfolgten die Forscher einen anderen, realitätsnäheren Ansatz. Sie bestimmten die antivirale Aktivität mit Coronaviren. Mit dem MHV-Virus wurde ein Coronavirus ausgewählt, welches sehr eng mit dem SARS-CoV-2-Virus verwandt ist und eukaryontische Zellen als Wirt benutzt, also Zellen mit einem Zellkern, wie sie bei Mensch und Tier vorkommen.

Das Prüfverfahren zur Bestimmung der Effektivität gegenüber Coronaviren musste dabei sowohl an die Viren als auch an die Wirtszellen angepasst werden. Dringen die Viren in die Wirtszellen ein und nutzen diese als „Vermehrungsmaschine“, zeigen diese Zellen Schädigungen, so genannte zytopathische Effekte, welche im Lichtmikroskop deutlich sichtbar sind. Die sichtbare Schädigung der Wirtszellen machten sich die Wissenschaftler sich zunutze, um die Anzahl der Viren zu bestimmen, die aufgrund ihrer sehr geringen Größe im Lichtmikroskop nicht sichtbar sind.

Im Rahmen des Forschungsprojekts zur Entwicklung von antimikrobiellen Infektionsschutztextilien mit der AGXX-Technologie mit dem Projektpartner Heraeus Precious Metals GmbH & Co. KG wurde im biologischen Labor der DITF ein Prüfprotokoll zur Bestimmung der antiviralen Aktivität mit einem Coronavirus erarbeitet. Es konnte laut Angabe der Forscher eine signifikante Inaktivierung der MHV-Coronaviren von über 99 Prozent bei mit AGXX ausgerüsteten Textilien nachgewiesen werden.

Die Untersuchungen zu antiviralen Eigenschaften von Textilien mit einem Coronavirus leisten einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung und der Qualitätssicherung von antiviralen Textilien.

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