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Rauchfrei mit Unterstützung von Arzneimitteln Zwei Wirkstoffe helfen nachweislich bei der Tabakentwöhnung

Quelle: Pressemitteilung Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) 2 min Lesedauer

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Für schwer abhängige Raucher soll die Krankenkasse in Zukunft einmalig Arzneimittel zur Tabakentwöhnung bezahlen – sofern diese nachweislich helfen. Dazu hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nun die vier derzeit gängigen Wirkstoffe auf dem Markt analysiert und bewertet. Zwei davon haben die Prüfung bestanden.

Zur Entwöhnung von Tabakabhängigkeit gibt es Wirkstoffe, die bei dem Prozess nachweislich helfen (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert, Andres Siimon / Unsplash)
Zur Entwöhnung von Tabakabhängigkeit gibt es Wirkstoffe, die bei dem Prozess nachweislich helfen (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, Andres Siimon / Unsplash)

Wer mit dem Rauchen aufhören will, steht je nach vorherigen Konsumgewohnheiten vor einer schweren Aufgabe. Raucher mit schwerer Tabakabhängigkeit sollen deshalb laut einer neuen gesetzlichen Regelung einmalig Arzneimittel zur Tabakentwöhnung auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten können. Vor der Entscheidung, welche Arzneimittel dafür infrage kommen, hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, den Nutzen der derzeit vier zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von schwerer Tabakabhängigkeit zu bewerten.

Das IQWiG hat nun seine abschließende Nutzenbewertung von den vier Wirkstoffen Bupropion, Cytisin, Nicotin und Vareniclin zur Tabakentwöhnung veröffentlicht. Belege für einen höheren Nutzen gibt es demnach für die Behandlung mit den Mitteln Nicotin und Vareniclin: Die Studienteilnehmer, die zusätzlich zu unterstützenden nicht-medikamentösen Verfahren einen dieser Wirkstoffe einnahmen, blieben sechs Monate nach der Behandlung deutlich häufiger dauerhaft der Zigarette fern als diejenigen, die keine zusätzliche medikamentöse Therapie zur Tabakentwöhnung erhielten. Die Nebenwirkungen der Arzneimittel, beispielsweise Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Fatigue, Übelkeit oder Hautreizungen, stellen laut Autoren der Studie in der Gesamtabwägung die deutlichen Vorteile der beiden Wirkstoffe nicht infrage.

Analysen von Subgruppen der Raucher in den Studien zu diesen beiden Wirkstoffen zeigen, dass der Effekt für die dauerhafte Rauchfreiheit nicht von der Schwere der Tabakabhängigkeit abhängt.

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Vorteile überwiegen die Nebenwirkungen

Auch wenn es zunächst widersprüchlich scheint, ist Nicotin ein wirksames Arzneimittel zur Tabakentwöhnung: Raucher, die Nicotin gegen die Tabakabhängigkeit einnahmen, waren nach sechs Monaten häufiger rauchfrei als Betroffene ohne diese Therapie. Auch nach zwölf Monaten erreichten die Studienteilnehmer mit Nicotin häufiger die Rauchfreiheit, allerdings sind die Daten für diesen Zeitpunkt nicht so aussagekräftig wie zum Zeitpunkt „sechs Monate“. Nebenwirkung einer Nicotin-Therapie waren beispielsweise Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Reizungen im Mund- und Rachenraum oder Juckreiz. Insgesamt sieht das IQWiG bei Nicotin – wie auch bei Vareniclin – einen höheren Nutzen im Vergleich zu keiner medikamentösen Therapie zur Tabakentwöhnung.

Abschlussbericht online verfügbar

Im Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung ist formuliert, dass Rauchern mit schwerer Tabakabhängigkeit innerhalb von evidenzbasierten Programmen einmalig eine Arzneimitteltherapie zur Tabakentwöhnung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden soll. Mit den Ergebnissen der vorliegenden Studie wird der Gemeinsame Bundesausschuss abschließend darüber entscheiden, welche Wirkstoffe durch die gesetzliche Krankenversicherung erstattet werden können. Dafür muss der Ausschuss auch Kriterien festlegen, ab wann jemand als schwer tabakabhängig gilt.

Der Abschlussbericht zum Nutzen der untersuchten Wirkstoffe gegen Tabakabhängigkeit ist online abrufbar.

Abschlussbericht: Nutzenbewertung von Bupropion, Cytisin, Nicotin und Vareniclin zur Tabakentwöhnung bei schwerer Tabakabhängigkeit (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), 7.12.2023; DOI: 10.60584/A22-34

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