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LABORAUSSTATTUNGEN Aus alt mach neu - Maßgeschneiderte Laborerweiterungen

Autor / Redakteur: Roberto Pompizzi*, Paul Schwarzenbach** / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Am chemischen Produktionsstandort Altdorf, Schweiz, der Unternehmensgruppe Merck wurden vor kurzem zwei neue Qualitätskontrolllabors (QC) fertig gestellt, die den neuesten nationalen und internationalen Standards entsprechen.

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Am chemischen Produktionsstandort Altdorf, Schweiz, der Unternehmensgruppe Merck wurden vor kurzem zwei neue Qualitätskontrolllabors (QC) fertig gestellt, die den neuesten nationalen und internationalen Standards entsprechen. Während in dem einen Labor hauptsächlich chromatographische Analysen durchgeführt werden, ist das andere auf physikalische Untersuchungen ausgerichtet.

Die bisherigen Labors bei Merck im schweizerischen Altdorf konnten die GMP-Anforderungen an eine moderne Qualitätskontrolle für einen wirkstoffherstellenden Betrieb über kurz oder lang nicht mehr erfüllen. Daher wurden die Bedürfnisse in der Qualitätskontrolle genau ermittelt und den aktuellen Standards entsprechend umgesetzt.

Hohes Probenaufkommen

Die Anforderungen an die heutigen Labors sind enorm. Im Zusammenhang mit den zum größten Teil sehr komplexen Produktionsprozessen bearbeitet die QC in Altdorf pro Jahr etwa 2500 chemische Analysenaufträge, meist bestehend aus fünf bis zehn Einzelanalysen. Hierbei herrscht in der Regel enormer Zeitdruck, weil die Produktion auf die Ergebnisse warten muss. Pro Arbeitstag fallen somit rund 40 Einzelanalysen an, wobei der zeitliche Aufwand für die einzelne Untersuchung zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden betragen kann.

Diese unterschiedlichen Anforderungen musste das dreizehnköpfige Laborteam bislang unter zum Teil schwierigen Bedingungen meistern. Zur Verfügung standen vier relativ enge und zum Teil überfüllte Labors. Um bessere und vor allem effizientere Arbeitsbedingungen zu schaffen, wurde daher die Planung für neue Laborräume initiiert.

Moderner Arbeitsbereich

Schon zu Beginn der Planung stand fest, dass die Labors nach neuesten Standards entwickelt werden sollten. Zudem kam hinzu, dass im Rahmen der Laborgestaltung auch ehemalige Büros zu Labors umgewandelt werden sollten, deren Dimensionen nicht a priori Labornormen entsprachen. In enger Zusammenarbeit mit dem Laboreinrichter Waldner wurden die Grundlagen durch eine spezielle Planungsgruppe erarbeitet, in der die Merck-QC-Mitarbeiter vom ersten Tag an aktiv mitwirken und ihre Laborerfahrungen und Anforderungen direkt einbringen konnten. Das moderne Chromatographielabor (Abb. 1) ist für eine weitgehend autonome Betriebsweise konzipiert worden.

Es verfügt daher über eigene Chemikalienschränke, eigene VE-Wasseraufbereitung und auch über eine eigene Waschstation für Glaswaren (Abb. 2). Um ausreichend Stellflächen für die modernen Analysengeräte (z.B. HPLC und GC) und sichere, moderne und ergonomische Arbeitsplätze zur Verfügung stellen zu können, nutzte die Planungsgruppe den so genannten Medienflügel (Abb. 3). Hierbei handelt es sich um ein zentrales Einrichtungselement, das die Arbeitsplätze mit Gasen (Helium, Wasserstoff und synthetischer Luft), Strom, Abluft und Datenkommunikation versorgt. Zum Einsatz kommen auch zwei Secuflow-Abzüge mit integrierter Lösungsmittelentsorgung und akustischer und visueller Füllstandsüberwachung (Abb. 4).

Integration von Büromöbeln

Ein leicht zugänglicher und sicherer Gasflaschenschrank sorgt für die zentrale Gasversorgung (Abb. 5). Alle Pulte, Tische und Konsolen sind mit Rädern ausgestattet, so dass sie problemlos zwischen den einzelnen Stationen bewegt werden können. Jede Arbeitsstation verfügt über eine moderne Entsorgungseinrichtung für die schnelle und gefahrlose Beseitigung gesundheitsschädigender Lösungsmittel. Zum Schutz vor elektrostatischer Aufladung sind alle Laborböden geerdet, alle mobilen Einheiten einschließlich Bürostühle sind mit leitfähigen Rollen versehen. Die Ordnerschränke wurden an den Wänden über Kopf montiert, was wesentlich mehr Bewegungsfreiraum bringt.

Die Zukunft

Bereits in Planung befindet sich die zweite Etappe des Laborbaus. Zusätzlich zu den beiden bereits vorhandenen Labors soll ein weiteres neues Labor eingerichtet werden, sowie ein bereits älterer Arbeitsbereich von Grund auf modernisiert werden. Hierbei wird das Laborsystem mc6 zum Einsatz kommen, das mit seinen flexiblen Funktionseinheiten eine problemlose Anpassung der Laborausstattung und der Labormöbel an sich verändernde Anforderungen erlaubt. Die Umstrukturierungen werden auch Raum für personelle Erweiterungen im Merck-Team schaffen.

*Dr. R. Pompizzi, Merck, 6460 Altdorf, Schweiz**P. Schwarzenbach, Waldner Laboreinrichtungen,88239 Wangen

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