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Lebensmittelwarnungen auf neuem Höchststand Pilzgift in Fruchtgummis war sechsmal Rückrufgrund

Quelle: Pressemitteilung Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL 2 min Lesedauer

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Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat seinen aktuellen Bericht zum Europäischen Schnellwarnsystem RASFF vorgelegt. Darin werden Warnungen zu Lebensmitteln und Konsumgütern erfasst und für Verbraucher gesammelt. Besonders bedenklich waren 2024 sechs Meldungen zum Pilzgift Muscimol in Süßwaren.

Süßigkeiten mit Nebenwirkung: In Einzelfällen fanden Behörden 2024 das Pilzgift Muscimol in Fruchtgummi (Symbolbild).(Bild: ©  Schlierner - stock.adobe.com)
Süßigkeiten mit Nebenwirkung: In Einzelfällen fanden Behörden 2024 das Pilzgift Muscimol in Fruchtgummi (Symbolbild).
(Bild: © Schlierner - stock.adobe.com)

Lebensmittel müssen sicher für die Verbraucher sein. Um das zu gewährleisten, gibt es bereits seit 1979 das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed). Die Europäische Kommission richtete es ein, damit Behörden schnell und grenzüberschreitend über gesundheitlich bedenkliche Lebensmittel, Futtermittel und Lebensmittelkontaktmaterialien informieren können. Das System umfasst heute 31 europäische Länder, darunter alle EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, die Schweiz, Liechtenstein und Island.

Anfangs meldeten die Behörden nur wenige hundert Vorfälle pro Jahr. Inzwischen ist die Zahl auf rund 5.000 Meldungen gestiegen und verzeichnete 2024 erstmals mehr als 5.300 Meldungen innerhalb eines Jahres.

Fruchtgummis mit toxischen psychoaktiven Substanzen

Ein neues Phänomen waren Meldungen zu Süßwaren mit der psychoaktiven Substanz Muscimol. Das Pilzgift kommt in der Natur in einigen Pilzarten vor. Die Behörden wiesen es vor allem in Fruchtgummis nach. Allein die deutschen Behörden übermittelten dazu im letzten Jahr sechs Meldungen über das RASFF.

Muscimol löst dosisabhängig Symptome einer akuten Vergiftung aus. Die Produkte sehen häufig aus wie gewöhnliche Süßigkeiten und sind daher besonders für Kinder attraktiv und gefährlich. Je nach Dosierung lösen bereits ein bis zwei Fruchtgummis Halluzinationen, Verwirrung, Erbrechen oder sogar ein Koma aus. Die zuständigen deutschen Behörden haben deswegen mehrfach Rückrufe eingeleitet und dafür gesorgt, dass betroffene Produkte vom Markt genommen werden.

Im Ranking der meisten Warnmeldungen liegt Deutschland auf Platz 2

Knapp zwölf Prozent der RASFF-Meldungen (623) wurden 2024 von deutschen Behörden erstellt. Von allen Mitgliedsstaaten hat nur die Niederlande mit 752 Meldungen das Schnellwarnsystem noch stärker genutzt. Insgesamt war Deutschland von rund 1.100 Meldungen zu potenziell gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln, Futtermitteln und Lebensmittelkontaktmaterialien als Empfänger betroffen.

Etwa 91 Prozent der Meldungen betrafen Lebensmittel. Die häufigsten Warngründe waren:

  • Pestizidrückstände und Schimmelpilzgifte in Obst, Gemüse und Trockenfrüchten,
  • Aflatoxine in Nüssen und Nusserzeugnissen
  • sowie Nachweise von Salmonellen in Geflügelfleisch.

Der Hauptbeanstandungsgrund bei Futtermitteln, die rund sechs Prozent der Meldungen betrafen, waren ebenfalls Verunreinigungen mit Salmonellen. Drei Prozent der Meldungen betrafen Lebensmittelkontaktmaterialien wie Geschirr, Besteck, Backformen oder Kochutensilien. Hier warnten die Behörden vor der Migration unerwünschter Stoffe wie primärer aromatischer Amine, Formaldehyd oder Melamin.

Aktuelle Warnmeldungen im Lebensmittelportal: RASFF notifications concerning Germany involving information to consumers

Diese Meldung ist zuvor bei unserer Schwestermarke www.foodtec-insider.de erschienen.

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