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Chinas Problem mit dem Smog

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Spezielle Messtechnik für Hydroxylradikale

Hydroxylradikale lassen sich nicht einfach mit einem Gaschromatographen im Labor, sondern mit optischen Verfahren in der Atmosphäre selbst messen. Darum kommt in China ein laserinduziertes Fluoreszenzspektroskop (LIF) zum Einsatz, das die kleinen Moleküle bei 308 Nanometern Wellenlänge anregt. Die Radikale emittieren UV-Licht – diese Intensität wird gemessen und entspricht der Menge der Radikale. LIF-Spektroskopie ist eine Spezialität der Jülicher Forscher, nur sechs Teams weltweit können Hydroxylradikale auf diese Art messen.

Feld- und Atmosphärenkammerdaten verbessern Computersimulationen

„Die Daten werden uns außerdem helfen, unsere numerischen Computersimulationen zu verbessern oder zu überprüfen, ob wir tatsächlich das richtige Verständnis von den Vorgängen in der Atmosphäre haben“, hofft Andreas Wahner. Schon in der vergangenen Messkampagne fand die Arbeitsgruppe tatsächlich einen neuen Reaktionsweg zum bekannten atmosphärischen Stoffkreislauf, der dann im Einzelnen in der Atmosphärenkammer Saphir in Jülich untersucht werden konnte. Nach dem Abschluss der Messungen in China soll die Atmosphärenkammer auch diesmal wieder zum Einsatz kommen.

Handlungsempfehlungen für die chinesische Regierung

Aus der ersten Kampagne konnten die Forscher Handlungsempfehlungen ableiten, den Verzicht auf schwefelhaltigen Dieselkraftstoff etwa. Andreas Wahner ist optimistisch, dass es auch diesmal gelingt. Denn er hat die Erfahrung gemacht, dass die chinesische Regierung an den Messungen sehr interessiert ist. Und er weiß, dass einiges auf dem Spiel steht, weil es um die Gesundheit von 30 Millionen Menschen allein im Großraum Peking geht. „Wenn wir die genauen chemischen Prozesse kennen, können wir die wichtigsten Emissionsquellen benennen und empfehlen, welche Emissionen gereinigt oder welche Industrieanlagen ganz abgeschaltet werden sollten. Und das sehe ich als unsere Hauptaufgabe. Die direkte Anwendung ist es, die uns – neben dem wissenschaftlichen Neuland, das wir beschreiten – an unserem Forschungs-Projekt RACE anspornt.“

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