Anbieter zum Thema
Sollte auch dieser Test positiv ausfallen, wird zunächst der betreffende Sportler informiert, der dem anschließenden Test der B-Probe beiwohnen bzw. einen eigenen Experten zur Überwachung mitbringen darf. Ist das Ergebnis der B-Probe positiv, wird die Anti-Doping-Behörde informiert. Bei einer negativen B-Probe werden keine weiteren Schritte unternommen.
Geeignete Geräte und Methoden
Die Auswahl optimaler Analysentechniken und -geräte hängt von der Zielsubstanz und der Aufgabe (z.B. Screening oder Bestätigung eines Ergebnisses) ab. Im Allgemeinen eignet sich die GC gut für die Trennung kleiner, leicht flüchtiger Verbindungen, während sich die LC am besten bei großen, nicht-flüchtigen Substanzen eignet. In den letzten Jahren wurde der Nutzen dieser Trenntechniken durch Einführung der robusten Tandem-MS-Technologien, wie LC oder GC kombiniert mit einem Triple-Quadrupol-Massenspektrometer (LC/QQQ und GC/QQQ), erweitert.
Labore verwenden für Dopingkontrollen üblicherweise GC/NPD zum Screening auf Narkotika und einige Klassen von Stimulanzien, während GC/MS für weiter reichende Screeningverfahren eingesetzt wird, einschließlich für anabole Steroide, Marihuana und dessen Metabolite sowie Opiate. Größere Moleküle wie Beta-Blocker oder Glukokortikoide werden oft mittels Tandem-LC/MS nachgewiesen. Seit kurzem nutzen Labore die Möglichkeiten schneller Full-Scans mittels LC/Time-of-Flight (LC/TOF) und LC/Quadrupol-Time-of-Flight (LC/QTOF), um mutmaßlich positive Proben herauszufiltern. Da TOF-Geräte grundsätzlich im Full-Scan-Modus arbeiten, bei dem alle Daten jederzeit erfasst werden, ermöglichen es diese Technologien, auch retrospektive Analysen durchzuführen. Für die Suche nach Peptiden und Hormonen wie dem humanen Choriongonadotropin (hCG) und Insulin werden Immunassays angewendet. Isoelektrische Fokussierung (IEF) mit Chemilumineszenz-Detektion kommt beim Screening nach Erythropoietin (EPO) zum Einsatz, einem bei Sportlern beliebten Hormon, da es die Sauerstofftransportkapazität erhöht.
Die Tests zur Bestätigung von Ergebnissen werden oft mittels GC/MS oder einer Form der Tandem-LC/MS beispielsweise LC/QQQ durchgeführt. Neuerdings wird auch die LC/MS-Ionenfallen-Technologie zur Bestätigung von Zielsubstanzen eingesetzt, da diese Technologie die einzigartige Fähigkeit besitzt, multiple MS-Spektren (MSn-Spektren) zu erzeugen und einen Spectral Audit Trail zu liefern. In gleicher Weise nutzen Labore die Massengenauigkeit von LC/TOF oder LC/QTOF, um die Anwesenheit von Zielverbindungen durch Bestimmung der empirischen Formel zu bestätigen.
Egal welche Methode verwendet wird, stellen Dopingtests im Sport enorme Anforderungen an die Analysengeräte. In erster Linie müssen die Geräte zuverlässig arbeiten, da es vor allem bei wichtigen Sportereignissen nicht zu Ausfallzeiten kommen darf. Das Messgerät muss in der Lage sein, eine große Probenzahl mit hohem Durchsatz im Labor zu verarbeiten. Die getesteten Sportler haben ein Recht auf sofortige Ergebnisse. Die Reproduzierbarkeit von Tag zu Tag ist ebenfalls entscheidend, besonders wenn es um die Bestätigung einer Analyse geht, deren Ergebnisse angezweifelt werden könnten.
(ID:271296)

