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Dopinganalytik Chromatographie in der Dopinganalytik

Autor / Redakteur: Tom Gluodenis* und Stephen B. Crisp** / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Ein Wettlauf zwischen Betrüger und Wissenschaftler, so stellt sich die Dopingproblematik im Spitzensport derzeit dar. Flüssig- oder Gaschromatographie gekoppelt mit Massenspektrometrie ist seit langem die wichtigste, für die Dopinganalytik verwendete Technologie. Der Einsatz dieser Technik stellt Wissenschaftler und Chromatographieanwender vor viele Herausforderungen – bietet aber auch zahlreiche Chancen.

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1 Während der Olympischen Spiele 2008 in Peking wurden mehr als 4500 Dopingkontrollen durchgeführt. Dabei kamen auch LC/MS-QQQ-Systeme von Agilent zum Einsatz.
1 Während der Olympischen Spiele 2008 in Peking wurden mehr als 4500 Dopingkontrollen durchgeführt. Dabei kamen auch LC/MS-QQQ-Systeme von Agilent zum Einsatz.
( Archiv: Vogel Business Media )

Tests zum Nachweis leistungssteigernder Substanzen sind heutzutage bei internationalen Wettkämpfen wie zuletzt bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, aber selbst bei nationalen und studentischen Sportereignissen, nicht mehr wegzudenken. Der Kampf gegen die Verwendung verbotener Medikamente, um somit faire Wettkampfbedingungen für alle Teilnehmer zu gewährleisten, beruht auf harten Sanktionen. Diese werden durch zuverlässige und reproduzierbare wissenschaftliche Testsysteme zum Dopingnachweis unterstützt.

Flüssigchromatographie/Gaschromatographie (LC/GC) gekoppelt mit Massenspektrometrie (MS) ist seit langem die wichtigste, für Dopingtests verwendete Technologie. Der Einsatz dieser Technik stellt Wissenschaftler und Chromatographieanwender vor viele Herausforderungen – bietet aber auch Chancen. Ebenso wie sich die Anforderungen an (und von) Aufsichtsbehörden immer weiter entwickeln, versuchen auch Chemiker stets einen Schritt voraus zu sein. Sie synthetisieren neue und schwerer nachzuweisende Verbindungen, die Sportlern einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnten.

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Einhaltung des Protokolls

Derzeit enthält die Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) elf Kategorien mit mehr als 400 verbotenen Substanzen: Anabolika (s. Abb. 2), Hormone und verwandte Substanzen, Beta-2-Agonisten, Substanzen mit anti-östrogener Wirkung, Diuretika und andere Maskierungsmittel, Stimulanzien, Narkotika, Cannabinoide, Glukokortikosteroide, Alkohol und Beta-Blocker. Für die meisten dieser Substanzen stellt LC/GC in Verbindung mit einer Form der MS die bevorzugte Analysentechnologie dar. Agilent ist führender Anbieter dieser Technologien und seit langem an der Entwicklung von Dopingtests beteiligt. Die Anfänge des Unternehmens in der Dopinganalytik gehen bis zu den Olympischen Spielen 1972 in München zurück. Hierfür wurde z.B. ein spezieller GC/Stickstoff-Phosphor-Detektor (GC/NPD) entwickelt.

Tests unter Schirmherrschaft der WADA folgen einer bestimmten Vorgehensweise. Der Sportler gibt im Beisein eines Anti-Doping-Beauftragten eine Urin- oder Blutprobe ab; diese wird vom Sportler in eine A- und eine B-Probe aufgeteilt, und beide Proben werden versiegelt. Die Handhabung dieser Proben unterliegt einer strengen Kontrolle, die in etwa mit der Kontrolle forensischer Proben vergleichbar ist. Zunächst wird die A-Probe getestet. Ein Aliquot der Probe wird extrahiert und wenn nötig derivatisiert, um einen Rückstand zu erhalten, der die entscheidenden Verbindungen und Metabolite enthält. Das genaue Verfahren hängt von der Substanzklasse ab, auf welche die Probe untersucht wird. Wenn dieser erste Test negativ ist, werden keine weiteren Schritte unternommen. Bei einem positiven Testergebnis wird ein zweites Aliquot der A-Probe einer genaueren Analyse unterzogen.

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