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Epigenetische Effekte des bioaktiven Kurkuma-Inhaltsstoffs Schadet Curcumin den eigenen Nachkommen?

Quelle: Pressemitteilung Justus-Liebig-Universität Gießen 2 min Lesedauer

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Curcumin findet sich in Kurkuma, ist aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in zahlreichen Produkten enthalten. Den positiven anti-entzündlichen und anti-oxidativen Wirkungen stehen womöglich negative epigenetische Effekte gegenüber, die sich in der Folgegeneration auswirken. Darauf deuten zumindest Experimente mit Fruchtfliegen hin.

Curcumin ist in Kurkuma enthalten und wird für seine entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert, Ajale /  Pixabay)
Curcumin ist in Kurkuma enthalten und wird für seine entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, Ajale / Pixabay)

Kurkuma, auch als Gelbwurz bekannt, prägt seit Jahrhunderten die asiatische Küche. Das goldgelbe Pulver aus dem Rhizom der Curcuma-longa-Pflanze verdankt seine charakteristische Farbe hauptsächlich dem Wirkstoff Curcumin. Dieser bioaktive Inhaltsstoff macht etwa zwei bis fünf Prozent des Kurkuma-Pulvers aus, sorgt aber nicht nur für dessen Farbe, sondern bringt auch eine beachtliche biologische Aktivität mit sich. In der ayurvedischen Medizin kommt Kurkuma schon lange zum Einsatz, etwa bei Magen-Darm-Problemen. Und Wissenschaftler lernen immer mehr über die biologische Funktionsweise von Curcumin.

So sind heute eine Vielzahl verschiedener Curcumin-Supplemente auf dem Markt, die auch durch Influencer als Nahrungsergänzungsmittel auf Social Media stark beworben werden. Neben den anti-entzündlichen und anti-oxidativen Wirkungen vermittelt Curcumin aber auch epigenetische Effekte, die mitunter negative Folgen haben können. Dieses Phänomen haben nun Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) näher untersucht.

Jetzt gesund, später schädlich?

Epigenetische Effekte sind reversible chemische Veränderungen der DNA oder der Proteine, die die DNA verpacken, so genannte Histone. Diese Veränderungen können Einfluss auf die Genexpression haben – und sie können auf die nächste Generation übertragen werden, ohne dass die Erbinformation selbst verändert wird.

Die Forschenden nutzten die Fruchtfliege Drosophila melanogaster als Modell und fütterten diese mit unterschiedlichen Mengen Curcumin. Damit zeigten sie: Curcumin vermittelt seine Wirkungen sowohl geschlechtsspezifisch als auch dosisabhängig. Von einer Curcumin-Supplementation profitierten die weiblichen und die männlichen Elterntiere. Sie zeigten eine gesteigerte Kletteraktivität und lebten länger. Bei ihren Nachkommen, die lediglich das Kontrollfutter ohne Curcumin bekamen, wurde dies nicht beobachtet. Im Gegenteil: Die Nachkommen Curcumin-supplementierter Mütter wiesen eine deutlich verkürzte Lebensspanne auf. Auch bei den Nachkommen Curcumin-supplementierter Väter zeigte sich eine verkürzte Lebensdauer – allerdings nur beim weiblichen Fliegennachwuchs.

Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln muss besser erforscht werden

Curcumin wird gelöst, um es im Fütterungsexperiment einzusetzen.(Bild:  Jessica Reuther)
Curcumin wird gelöst, um es im Fütterungsexperiment einzusetzen.
(Bild: Jessica Reuther)

Auch wenn sich die mit Fruchtfliegen erzielten Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen lassen, liefern sie wichtige Hinweise: Curcumin könnte transgenerationale Effekte haben, die bislang nur wenig erforscht sind. „Derzeit existieren kaum systematische Studien, die potenziell negative Wirkungen von Curcumin oder anderen bioaktiven Substanzen auf die nächste Generation untersuchen“, sagt Prof. Dr. Anika Wagner vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität. „Dies unterstreicht, dass weitere Studien dringend notwendig sind, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen und mögliche schädliche Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln aufzuklären.“

Originalpublikation: Silvana Hof-Michel, Belén Olga Ferrando Hernandez, Andreas Vilcinskas, Anika E. Wagner: Curcumin Induces Transgenerational and Sex-Specific Effects on Lifespan, Gene Expression, and Metabolism in the Fruit Fly Drosophila melanogaster. BioFactors Volume 51, Issue 4, Juli/August 2025:; DOI: 10.1002/biof.70039

Diese Meldung ist zuvor bei unserer Schwestermarke www.foodtec-insider.de erschienen.

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