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Resistente Stärke beeinflusst Darmmikrobiom positiv Abnehmen mit Ballaststoffen aus Vollkornhafer und Hülsenfrüchten

Quelle: Pressemitteilung Friedrich-Schiller-Universität Jena 3 min Lesedauer

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Die Mikroben in unserem Darm beeinflussen unsere Gesundheit – und sogar unser Körpergewicht. Wie Forscher der Uni Jena gezeigt haben, können bestimmte Darmbakterien beim abnehmen helfen. Eine Ernährungsweise, die reich an so genannter resistenter Stärke ist, erwies sich als förderlich für diese Art der Gewichtsreduzierung.

Resistente Stärke wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Sie kommt u. a. in Hülsenfrüchten vor.(Bild:  Enrico Meyer - stock.adobe.com)
Resistente Stärke wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Sie kommt u. a. in Hülsenfrüchten vor.
(Bild: Enrico Meyer - stock.adobe.com)

Stoffwechselkrankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen weltweit ein zunehmendes Gesundheitsproblem dar. Eine Gewichtsreduktion kann solchen negativen Folgen entgegenwirken. Studien deuten darauf hin, dass Lebensmittel, die die Darmflora selektiv beeinflussen, dem menschlichen Stoffwechsel und der Gesundheit zugutekommen. Vielversprechend ist in diesem Zusammenhang insbesondere resistente Stärke – ein Ballaststoff, der besonders in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten vorkommt.

„Wir haben eine klinische Studie mit Übergewichtigen durchgeführt. Alle Probandinnen und Probanden erhielten drei Mahlzeiten am Tag, basierend auf identischen Diäten, die während des gesamten Studienzeitraums mit resistenter Stärke in Form eines in Wasser aufgelösten Pulvers ergänzt wurde“, sagt Gianni Panagiotou, Professor für Microbiome Dynamics am Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ der Universität Jena und Gruppenleiter am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie.

„Mit analytischen Methoden konnten wir zeigen, dass sich die Zusammensetzung und die Stoffwechselprozesse des Darmmikrobioms der Studienteilnehmenden positiv verändert haben“, sagt Panagiotou. Dabei beobachteten die Forschenden eine signifikante Gewichtsabnahme sowie eine verbesserte Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin durch die mit resistenter Stärke ergänzte Ernährung.

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel resistente Stärke

Lebensmittel mit hohem Gehalt an resistenter Stärke (Angabe pro 100 g Nahrungsmittel)

  • Vollkornhaferflocken: 11,5 g
  • gegarte Hülsenfrüchte: 10 g
  • wenig gereifte Bananen: 4,7 g
  • gekochte Kartoffeln: 4 g
  • geschälter Reis: 3,1 g
  • gekochte Vollkornnudeln: 2 g
  • Vollkornbrot: 1,8 g
  • Karotten: 1,6 g

Quelle: www.edeka.de

Darmbakterium fördert signifikante Gewichtsabnahme

Um den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von resistenter Stärke und den damit einhergehenden positiven Effekten zu zeigen, führten die Forscher eine Stuhltransplantation durch. Nach der Diät mit resistenter Stärke übertrugen die Wissenschaftler den Stuhl der Studienteilnehmenden auf fettleibige Mäuse. „Bei diesem Versuch verloren die Mäuse ebenfalls an Gewicht, was den kausalen Zusammenhang belegt“, sagt Panagiotou.

Die Forschenden identifizierten insbesondere eine Bakterienart, die maßgeblich für die vorteilhaften Auswirkungen von resistenter Stärke in der Ernährung ist: Bifidobacterium adolescentis. „In einem weiteren Versuch mit Mäusen reichte allein die gezielte Gabe von B. adolescentis aus, um die Aufnahme von Fett aus der Nahrung im Darm zu verhindern und die Mäuse vor ernährungsbedingter Fettleibigkeit zu schützen“, beschreibt der Studienleiter. Das deute laut dem Wissenschaftler darauf hin, dass vor allem das Vorkommen dieser bestimmten Bakterienart im Darmmikrobiom des Menschen einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von Fettleibigkeit leistet. Dennoch müsse dies weiter erforscht werden – eine vorbeugende Einnahme ist für Menschen nicht zu empfehlen.

Größere Studien sollen den tatsächlichen Diät-Effekt prüfen

Der Jenaer Forscher Prof. Dr. Gianni Panagiotou mit einer Grafik, die die Zusammensetzung des Mikrobioms der in seiner Studie untersuchten Patienten zeigt.(Bild:  Jens Meyer (Universität Jena))
Der Jenaer Forscher Prof. Dr. Gianni Panagiotou mit einer Grafik, die die Zusammensetzung des Mikrobioms der in seiner Studie untersuchten Patienten zeigt.
(Bild: Jens Meyer (Universität Jena))

„Unsere Studie liefert einen brauchbaren Ansatz zur Behandlung von Fettleibigkeit und damit verbundener Stoffwechselstörungen durch resistente Stärke“, fasst Panagiotou zusammen. Um die Wirksamkeit einer mit resistenter Stärke ergänzten Diät zur Gewichtsabnahme bei fettleibigen Menschen durch die Veränderung des Darmmikrobioms zu bestätigen, sind weitere Studien mit mehr Teilnehmenden erforderlich. Entscheidend ist dabei, die langfristigen Auswirkungen der Ernährungsumstellung auf den Gewichtsverlust zu beobachten, um den Erfolg zu bestätigen.

Originalpublikation: Li H, Zhang L, Li J, Wu Q, Qian L, He J, Ni Y, Kovatcheva-Datchary P, Yuan R, Liu S, Shen L, Zhang M, Sheng B, Li P, Kang K, Wu L, Fang Q, Long X, Liu X, Wang X, Li Y, Ye Y, Ye J, Bao Y, Zhao Y, Xu G, Panagiotou G, Xu A, and Jia W: Resistant starch intake facilitates weight loss in humans by reshaping the gut microbiota, Nature Metabolism (2024); DOI: 10.1038/s42255-024-00988-y

(ID:49972091)

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