English China

In-vitro-Fleisch erschwinglich machen
Der Weg zu preiswerten Wachstumsmedien für Laborfleisch

Ein Gastbeitrag von Jonathan Faherty (SPT Labtech), Alex Rimmer, Samuel East, Catriona Jamieson 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Technisch umsetzbar ist es schon: das Fleisch aus der Petrischale. Doch neben anderen Hürden ist der Herstellungspreis aktuell noch nicht konkurrenzfähig zu klassischer Fleischproduktion. Um das zu ändern, entwickeln Forscher neue Methoden für die Stammzellkultivierung von in-vitro-Fleisch.

Abb.1: Prozess zur Produktion von kultiviertem Fleisch. In jedem Schritt gilt es, möglichst kostengünstig zu arbeiten, um ein preiswertes Endprodukt zu realisieren.(Bild:  SPT Labtech)
Abb.1: Prozess zur Produktion von kultiviertem Fleisch. In jedem Schritt gilt es, möglichst kostengünstig zu arbeiten, um ein preiswertes Endprodukt zu realisieren.
(Bild: SPT Labtech)

Ein weitläufiger Bauernhof, rustikale Scheunen und große Wiesen mit viel Auslauf für Kühe und Schweine. Was für ein schöner Anblick. Mit der Realität unserer Fleischproduktion hat dies aber meist wenig gemein. Hier dominiert weithin Massentierhaltung sowie ein enormer Verbrauch von landwirtschaftlicher Nutzfläche, Wasser und pflanzlichen Futtermitteln. Hinzu kommen der Einsatz von Antibiotika bei den Tieren und die unvermeidbaren Methan-Emissionen, vor allem durch Wiederkäuer.

Doch vielleicht muss all das in Zukunft kein Problem mehr sein. Vielleicht lässt sich Fleisch eines Tages großindustriell und ohne Massentierhaltung produzieren. Der Schlüsselbegriff hier ist zelluläre Agrarwirtschaft: das Züchten von Fleisch aus Zellkulturen, auch bekannt als in-vitro-Fleisch oder kultiviertes Laborfleisch. Dazu entnehmen Wissenschaftler zunächst Stammzellen aus einer Gewebeprobe eines lebenden Tieres und vermehren diese anschließend in Nährmedien. So lassen sich bereits heute in kleinem Maßstab Fleischprodukte im Labor herstellen, ohne Tierschlachtung, mit deutlich geringerem Flächen- und Wasserverbrauch und reduzierten Treibhausgasemissionen.