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Braunkohle-Wende

Experten empfehlen: Kohle stofflich nutzen statt verbrennen

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„Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, die Braunkohle höherwertiger als durch bloße Verbrennung in den Stoffkreislauf einzuführen“, sagt Prof. Dr. Andreas Hornung vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht, der auf der Veranstaltung ein spezielles Verfahren zur Integration von Braunkohle in die organische chemische Industrie auf Grundlage der Ergebnisse der Nutzung von Biomasse im von Umsicht entwickelten TCR-Verfahren vorstellen wird.

Als Erdöläquivalent nutzbar

Auch Guido van den Berg, Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen und Sprecher der SPD in der Enquetekommission zur Zukunft der chemischen Industrie in NRW, ist überzeugt: „Wenn wir einen Teil der ‚Kohle aus dem Feuer holen‘, ist das umweltpolitisch sinnvoll. Die stoffliche Nutzung von Braunkohle ist gerade in der Zeit der Energiewende eine intelligente Option, um die industrielle Rohstoffbasis der Chemie zu verbreitern.“

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In NRW seien laut van den Berg in Großtagebauen heute noch rund drei Milliarden Tonnen für mehrere Jahrzehnte zum Abbau genehmigt. Eine schadstoffärmere Nutzung der Braunkohle in Ergänzung zur heutigen Verwendung als thermischer Energieträger eröffne neue Perspektiven, da die bestehende Industrieinfrastruktur zur Förderung und Aufbereitung des Rohstoffs einen Wettbewerb zum Rohöl ermöglicht.

In diese Kerbe schlägt auch Prof. Dr.-Ing. Mathias Seitz vom Bündnis „Innovative Braunkohle-Integration in Mitteldeutschland – ibi“: „Die optimale stoffliche Nutzung von Braunkohle in einer Wertschöpfungskette ist ein volkswirtschaftliches Muss, denn die in ihr enthaltenen Kohlenwasserstoffe sind Erdöläquivalente und damit viel zu schade, um nur verbrannt zu werden.“

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