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Lignin

Forscher machen Lignin einfacher nutzbar

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Der kombinierte Prozess braucht weniger Energie

Bisher sind hohe Temperaturen bis 500 Grad Celsius und Drücke bis zu 200 bar, dem 200-fachen des Atmosphärendrucks, nötig, um die Bruchstücke des Lignins aufzubereiten. Dagegen läuft der kombinierte Prozess der Mülheimer Forscher unter relativ milden Bedingungen ab, nämlich bei etwa 150 Grad und bei Druck von unter 40 bar, und braucht daher weniger Energie. „Apparaturen für die Reaktionen sollten nicht kompliziert zu bauen sein“, schätzt Rinaldi.

Und selbst wenn die Ausbeute der einzelnen Substanzen aus dem Lignin für die Industrie zu gering ist, eignen sich die Produkte doch zumindest, um synthetische Kraftstoffe zu veredeln. Denn sie sind sehr energiereich und müssen für Treibstoffe nicht sortenrein vorliegen. „Den Kraftstoffen, die nach dem Fischer-Tropsch-Prozess hergestellt werden, fehlen solche Kohlenwasserstoffe, die aber für die Luftfahrt und für Otto-Motoren benötigt werden. Da Roberto Rinaldi und seine Kollegen davon überzeugt sind, dass ihre Entdeckung praktische Bedeutung findet, haben sie ihr Verfahren patentieren lassen.

Originalpublikation: Xingyu Wang and Roberto Rinaldi, A Route for Lignin and Bio-Oil Conversion: Dehydroxylation of Phenols into Arenes by Catalytic Tandem Reactions, Angewandte Chemie int. ed.,12. September 2013; DOI: 10.1002/anie.201304776

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