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Biobasierte Acetonherstellung Forscher wollen Aceton im Fermenter herstellen

| Redakteur: Sonja Beyer

Einen wichtigen Ausgangsstoff für die Chemie herstellen und dabei auch noch Abfallprodukte aus der Branche verwerten: Dieses Ziel verfolgt ein Verbundprojekt, an dem Rostocker Wissenschaftler beteiligt sind.

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„Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff könnten von acetogenen Bakterien zur Produktion von Aceton genutzt werden“, sagt Prof. Hubert Bahl von der Universität Rostock. (Bild: Georg Scharnweber/Universität Rostock)
„Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff könnten von acetogenen Bakterien zur Produktion von Aceton genutzt werden“, sagt Prof. Hubert Bahl von der Universität Rostock. (Bild: Georg Scharnweber/Universität Rostock)

Rostock – Im Rahmen des Verbundforschungsprojektes Coobaf (CO2-basierte Acetonfermentation) wollen die Rostocker Wissenschaftler Prof. Dr. Hubert Bahl, Dr. Ralf-Jörg Fischer und Dr. Antje May in den nächsten drei Jahren den Fermentationsprozess zur biotechnologischen Produktion von Aceton erforschen und nutzbar machen. „In vielen Prozessen der chemischen Industrie fallen CO2 und der ebenfalls benötigte Wasserstoff als Abfallprodukte an. Diese Gase könnten von sogenannten acetogenen Bakterien für die Produktion von Aceton genutzt werden“, sagt Bahl. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit 1,6 Millionen Euro, wovon 550 000 Euro direkt an die Abteilung Mikrobiologie des Instituts für Biowissenschaften der Universität Rostock gehen. Verbundpartner im Projekt sind Evonik Industries und die Universität Ulm.

Aceton ist in der chemischen Industrie z.B. Ausgangsstoff für die Herstellung von Acrylglas und wird als Lösungs- und Extraktionsmittel für Harze, Fette und Öle sowie als Nagellackentferner eingesetzt. Derzeit werden rund 90 Prozent der jährlich global produzierten 5,7 Millionen Tonnen Aceton aus den petrochemischen Rohstoffen Propen und Benzol produziert. „Eine nachhaltigere Alternative wäre eine fermentative Acetonherstellung durch Nutzung von CO2 als Kohlenstoffquelle, welche Ressourcen und Umwelt schont und Treibhausgas-Emissionen reduziert“, so Bahl.

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