Auch im Labor mit seinen vielen manuellen Prozessen hält die Digitalisierung Einzug. Mit MyDÜPERTHAL will der Laborsicherheitsspezialist nun die Gefahrstofflagerung digitalisieren und dem Anwender so die Arbeit erleichtern.
Smarte Gefahrstoffschränke von Düperthal sorgen für den Überblick beim Lager.
(Bild: Düperthal)
Wo ist das Dichlormethan? Eine Frage, die ähnlich wahrscheinlich mehrere hundert Mal jeden Tag in Laboren rund um den Globus gestellt wird. Bei einer vernünftigen Laborordnung kann dies relativ schnell gelöst werden, denn potenziell gefährliche Lösemittel wie Dichlormethan sollten normalerweise in einem Gefahrstoffschrank gelagert werden. Doch wie findet man das Dichlormethan, wenn sich Laborfläche über mehrere Stockwerke oder unterschiedliche Gebäude erstreckt, mit verschiedenen Orten, wo solche Lösemittel gelagert werden können?
Will man solche Prozesse komplett analysieren, muss man sich näher mit der Gefahrstofflagerung beschäftigen. Das Unternehmen Düperthal aus Karlstein am Main hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten als ausgewiesener Experte in der Lagerung von Gefahrstoffen etabliert. Worauf kommt es aber bei der Lagerung von Gefahrstoffen an?
Düperthal Sicherheitstechnik
Das Unternehmen Düperthal Sicherheitstechnik wurde 1973 in Karlstein am Main gegründet. Es ging aus einem Hersteller von Büroeinrichtungen hervor. Der Startschuss für die Produktion von Sicherheitsschränken war eine Kundenanfrage eines großen Chemiekonzerns, die einen sicheren Schrank für brennbare Flüssigkeiten benötigten. Hieraus entwickelte sich dann in den nächsten Jahrzehnten ein umfangreiches Portfolio an Sicherheitsschränken, nicht nur zur Lagerung von Flüssigkeiten sondern z. B. auch für die Aufbewahrung von Lithium-Ionen-Akkus.
Vom reinen Lagerschrank zur Überwachung
Die Laborarbeit kann aufgrund verschiedener Aspekte für den Anwender Gefahrenpotenzial besitzen. Auf der einen Seite werden viele Arbeitsschritte bei hohen Temperaturen oder hohem Druck ausgeführt. Auf der anderen Seite sind viele der eingesetzten Substanzen potenziell gesundheitsgefährdend oder wegen ihrer physikalischen Eigenschaften (niedriger Flammpunkt etc.) mit besonderer Aufmerksamkeit zu behandeln.
Über mehrere Jahrzehnte hat sich Düperthal hier zum Spezialist für die Lagerung sensibler Gefahrgüter entwickelt. In den Anfängen waren die Schränke reine Lagerflächen, die den Inhalt vor der Außenwelt abgeschirmt haben. Im Brandfall haben sich diese Modelle selbstständig geschlossen, um eine Ausbreitung von Bränden zu verhindern. Nach wie vor ist der Brandschutz eine der wichtigsten Eigenschaften der Düperthal-Sicherheitsschränke – selbstverständlich auch immer im Einklang mit den entsprechenden Vorschriften. So bieten z. B. die aktuellen Sicherheitsschränke Typ 90, 1,5 Stunden Feuerwiderstandsfähigkeit nach DIN EN 14470-1. Doch in der Zwischenzeit ist es nicht mehr nur die konstruktive Bauweise, die im Brandfall die Abschirmung des Schrankinneren vor der Außenwelt ermöglicht. „Mittlerweile lassen sich unsere Schränke durch Sensoren für Temperaturen oder Lüftungsüberwachung besser kontrollieren und der Anwender kann präventiv reagieren, bevor es zu einem Störfall kommt“, sagt Frank Backhaus, Entwicklung- und Produktionsleiter bei Düperthal.
Längst begreifen sich die Gefahrstoffspezialisten deshalb nicht mehr „nur“ als Schrankhersteller, obwohl auch das alles andere als trivial ist: Der moderne, aktive Sicherheitsschrank ist ein intelligentes Hochleistungsprodukt, das Alarm schlägt, wenn im Innern „etwas nicht stimmt“ und ist damit weit mehr als ein schlichtes Aufbewahrungsbehältnis. Damit Anwender dies aber optimal ausnutzen können, hat man sich bei Düperthal in den vergangenen Monaten einiges einfallen lassen.
MyDÜPERTHAL: sicher durch vernetzte Informationen
Abb.1: Das Funktionsprinzip von MyDÜPERTHAL: Daten der Sicherheitsschränke und Lager (Storage Cluster) werden in einer Cloud gespeichert und können dann über PC oder mobile Endgeräte mit der Software MyDÜPERTHAL abgerufen und geändert werden.
(Bild: Düperthal)
Nach wie vor ist die Sicherheit von Mitarbeitern und Umwelt der wichtigste Aspekt, dem Tätigkeiten im Labor untergeordnet werden müssen. Doch Kostendruck und Wünsche nach Effizienzsteigerung haben auch die Laboratorien erreicht. In einer aktuellen Studie haben das Fraunhofer Institut IPA und PTC diverse Interviews mit Labormitarbeitern und -managern geführt, wie die Arbeiten im Labor derzeit strukturiert sind. Dabei wurde eine vorab aufgestellte Hypothese bestätigt, dass Labormitarbeiter und -leiter in ihrem Laboralltag mit einer großen Anzahl an nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten, wiederkehrenden Herausforderungen sowie zeitaufwändiger Dokumentation konfrontiert sind. So werden bis zu 40 % der Arbeitszeit in Forschungslaboratorien für nicht fachspezifische Tätigkeiten wie die Bestandsführung oder Suche von Chemikalien und Reagenzien aufgewendet. Unter den Schlagworten Industrie 4.0 oder IoT (Internet of Things) versucht man in vielen Industriebereichen, solche Workflows zu verbessern. Industrie 4.0 bedeutet aber auch Vernetzung und Mobilität. „Um diese oftmals unnötigen Tätigkeiten zu reduzieren haben wir MyDÜPERTHAL entwickelt“, erklärt Sicherheitsexperte Backhaus die Intention des Unternehmens. Und das gelingt mit einer webbasierten Software, über die alle vorhandenen Schränke und Lagerorte miteinander kommunizieren. Informationen, beispielsweise zu Lagermengen oder Störungen, soll der Betreiber vor Ort (on-site) oder per Fernzugriff (remote) über jedes beliebige Endgerät und von jedem beliebigen Ort abrufen. Auch in den zentral gespeicherten Anwendungsdaten schlummert Optimierungspotenzial. Aus Verbrauchsmengen, Medienauswahl, Entsorgungshäufigkeit oder gegebenenfalls auch Stillstandzeiten können Rückschlüsse über die Bedarfe gezogen und diese entsprechend angepasst werden.
Abb.2: Die MyDÜPERTHAL-App zeigt neben den Lagerbeständen auch den Standort des Sicherheitsschranks an.
(Bild: Düperthal)
So werden Anwender per Sensoren über wichtige Sicherheitsparameter ihres Gefahrstoffschrankes wie Füllmengen, Lagerbestand oder die fehlerfreie Funktion informiert.Dabei werden dynamische und statische Lagerdaten zentral in MyDÜPERTHAL gespeichert und sind über alle mobilen Endgeräte jederzeit und weltweit abrufbar. „Mit der App haben Anwender mit ihren mobilen Geräten von überall aus Zugriff auf alle relevanten Betriebsparameter ihrer Gefahrstoffe und Sicherheitsschränke“, erklärt Backhaus. Der Anwender erhält so Push-Nachrichten bei kritischen Zuständen, z. B. zu Lagermengen, Lüftungsfunktion oder Temperaturen. Er wird automatisch an die nächste Wartung der Sicherheitseinrichtungen erinnert und weiß auch gleich, wo der Sicherheitsschrank steht. Der Abruf auf individuelle Schrank- und Lagerinformationen wie Bedienungsanleitungen, Datenblätter usw. ist möglich ebenso wie der Export von spezifischen Daten. „Die Speicherung dieser Daten erfolgt in einer Cloud, die selbstverständlich nur auf DSGVO-konformen Servern erfolgt. Für hochsensible Daten bieten wir auch eine remote Netzwerklösung an, sodass keine Daten außerhalb des Unternehmens archiviert werden müssen“, betont Backhaus diesen zusätzlichen Sicherheitsaspekt.
Ein zentrales Bestellsystem mit direkter Datenübertragung an Medienlieferanten sorgt für einen automatisierten Einkauf der notwendigen Chemikalien. Das System ist skalierbar und kann in die allgemeine Gebäudeautomatisierung eingebunden werden, beispielsweise für Be- und Entlüftung. Für Betreiber internationaler Standorte eröffnet sich hierdurch aber auch noch eine besonders interessante Option: Wer möchte, kann von unterwegs seine Logistik- und Beschaffungsprozesse auf Effizienz überprüfen, indem er auf die entsprechenden Parameter zugreift.
Damit der Einstieg in die vernetzte Sicherheitstechnik ohne große Hürden gelingt, gibt es ab Anfang 2022 von MyDÜPERTHAL drei standardisierte Software-Pakete. Sicherheitsexperte Backhaus erläutert die Strategie: „Wir wollen die Vorteile der smarten Gefahrstofflagerung möglichst vielen Anwendern zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund enthalten alle drei Software Pakete dieselben grundlegenden Funktionen.“
Die Pakete beinhalten:
Suchfunktion für Lagerbestände und -orte sowie Dokumente,
Bestandsverwaltung von Artikeln, z. B. Gefahrstoffe, Handschuhe, Schutzbrillen etc.,
Lagerlisten von Standorten, Räumen und Lagern,
Schrank- bzw. Lagerverwaltung,
Verknüpfung an Gefahrstoffdatenbank (GESTIS),
Bestandskennzeichnung über QR-Code,
Check-In und Check-Out von Beständen über Scanfunktion
sowie eine Dokumentenablage.
Unterschieden wird bei Anzahl der Nutzer, Datenspeichervolumen für Dokumente und Artikelbestand. Jeder kann sich sein passendes Paket auswählen. Alle Pakete können für einen begrenzten Testzeitraum kostenlos ausprobiert werden. Für Konzerne mit sehr großen und über mehrere Standorte verteilte Gefahrstofflager können individuell zugeschnittene Softwarepakete angeboten werden. Die High-End-Lösung wird dann komplett auf die Anwenderanforderungen abgestimmt. So erfolgt die Einbindung von Sensorik nach individueller Absprache und Konfiguration.
Fazit: keine Insellösung mehr dank MyDÜPERTHAL
Der Sicherheitsschrank steht längst nicht mehr isoliert im Labor. Durch Digitalisierungsmöglichkeiten mit MyDÜPERTHAL wie Vernetzung, Cloud-Speicherung oder Anbindung an LIMS oder ERP-Systeme wird die Gefahrstofflagerung für den Anwender transparent und effizienter. Die Frage nach dem Lagerort des Dichlormethans sollte in Zukunft also immer seltener gestellt werden.
* Kontakt: Düperthal Sicherheitstechnik GmbH & Co. KG, 63791 Karlstein a. Main
(ID:47854387)
Stand: 08.12.2025
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