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Genetik von Depression Über ethnische Grenzen hinweg: Studie zeigt neue Risikofaktoren für Depression

Quelle: Eurekalert.org 2 min Lesedauer

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Ein internationales Forscherteam hat genetische Risikofaktoren für Depression in allen großen Weltbevölkerungen untersucht. Die Studie zu „Major Depression“ zeigt fast 300 neue genetische Zusammenhänge, von denen 100 durch die Einbeziehung ethnisch vielfältiger Gruppen entdeckt wurden.

Eine globale Studie hat Gene für Depressionen in verschiedenen Ethnien identifiziert.(Bild:  Copilot / KI-generiert)
Eine globale Studie hat Gene für Depressionen in verschiedenen Ethnien identifiziert.
(Bild: Copilot / KI-generiert)

Die Aussagekraft einer medizinischen Studie ist stark von der Qualität der untersuchten Stichprobe abhängig. Dabei sollte nicht nur die Anzahl der untersuchten Studienteilnehmer groß genug sein, sondern auch deren Vielfalt. Dies ist nicht immer der Fall. So hat sich etwa Forschung zur Genetik von Depression bislang überwiegend auf weiße Bevölkerungsgruppen konzentriert, welche ursprünglich von Menschen in Europa abstammen. Genetische Ansätze, die auf diesen Studien basieren, könnten somit für andere Ethnien weniger wirksam sein, was bestehende Benachteiligungen im Gesundheitssystem verstärken könnte.

Kein einzelnes Depressionsgen, aber viele Risikogene

Ein internationales Forscherteam hat nun erstmals in allen großen Weltbevölkerungen neue genetische Risikofaktoren für Depression identifiziert. Jede einzelne der identifizierten Genvarianten beeinflusst das Gesamtrisiko, an Depression zu erkranken, nur minimal. Häufen sich jedoch mehrere Varianten bei einer Person, summieren sich diese Effekte und erhöhen das Risiko deutlich.

Das Forschungsteam verbesserte die Vorhersage des individuellen Depressionsrisikos, indem es die neu identifizierten Varianten berücksichtigte. „Es gibt große Wissenslücken in unserem Verständnis von klinischer Depression, die unsere Möglichkeiten einschränken, bessere Ergebnisse für Betroffene zu erzielen. Größere und global repräsentative Studien sind entscheidend, um die Erkenntnisse zu gewinnen, die für neue und bessere Therapien sowie für Prävention nötig sind“, sagt Prof. Andrew McIntosh, Co-Leiter der Studie vom Centre for Clinical Brain Sciences an der University of Edinburgh.

Neue Erkenntnisse durch internationale Probanden

Insgesamt analysierten die Wissenschaftler unter der Leitung von Experten der University of Edinburgh und des King’s College London anonymisierte genetische Daten von mehr als fünf Millionen Menschen aus 29 Ländern weltweit. Jede vierte in die Studie einbezogene Person hatte nicht-europäische Vorfahren.

Unsere Studie identifiziert Hunderte weiterer Genvarianten, die eine Rolle bei Depression spielen.

Prof. Cathryn Lewis, Co-Leiterin der Studie am Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience des King’s College London

Die Forschenden identifizierten 700 genetische Variationen, die mit der Entwicklung von Depression zusammenhängen. Fast die Hälfte dieser Variationen war zuvor unbekannt. Die untersuchten genetischen Varianten stehen im Zusammenhang mit Neuronen in mehreren Gehirnregionen, darunter Bereiche, die für die Emotionskontrolle zuständig sind.

Den Experten zufolge bietet die Studie neue Einblicke in die Auswirkungen von Depression auf das Gehirn und liefert Ansätze für neue Therapien.

Etablierte Medikamente könnten gegen Depression helfen

Aus den Ergebnissen folgen neue Therapieansätze für Depression. So hebt das Forschungsteam das Potenzial der Medikamente Pregabalin und Modafinil hervor – eingesetzt bei chronischen Schmerzen bzw. bei der Schlafkrankheit Narkolepsie. Diese Präparate könnten auf Grundlage der Studienergebnisse möglicherweise für die Behandlung von Depression genutzt werden.

Allerdings betonen die Forschenden, dass weitere Studien und klinische Tests notwendig sind, um wie Wirksamkeit dieser Medikamente bei Patienten mit Depression zu untersuchen.

Originalpublikation: Major Depressive Disorder Working Group of the Psychiatric Genomics Consortium: Trans-ancestry genome-wide study of depression identifies 697 associations implicating cell types and pharmacotherapies, Cell, January 14, 2025; DOI: 10.1016/j.cell.2024.12.002

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