Vitamin D wird bei Sonnenstrahlung auf der Haut selbst vom Körper gebildet. Ein Mangel bei kranken oder älteren Personen kann durch Nahrungsergänzungsmittel kompensiert werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt aber vor hochdosierten Präparaten, da diese der Gesundheit sogar schaden können.
Vitamin D bildet der menschliche Körper selbst, wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft. Im WInter nutzt er Reserven aus dem Fett- und Muskelgewebe. Nahrungsergänzungsmittel sind nur in manchen Fällen sinnvoll, besonders bei kranken, älteren Menschen.
(Bild: ExQuisine - stock.adobe.com)
Vitamin D nimmt eine Sonderstellung unter den Vitaminen ein: Während die meisten Vitamine mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, kann der Körper Vitamin D selbst bilden, und zwar in der Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht. Bei ausreichender Sonnenlichtbestrahlung erzielt die körpereigene Bildung zu 80 bis 90 Prozent der Vitamin-D-Versorgung.
Wie viel Vitamin D der Körper bildet, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt von zahlreichen Faktoren wie Hauttyp, Alter und Jahreszeit ab. So bilden etwa Menschen mit dunkler Haut weniger Vitamin D als Menschen mit heller Haut und ältere Menschen weniger als jüngere. Im Winterhalbjahr von Oktober bis März ist die Sonneneinstrahlung in Deutschland darüber hinaus nicht stark genug für eine ausreichende Produktion von Vitamin D. Deswegen droht jedoch nicht sofort ein Mangel. Der Körper speichert das Vitamin im Fett- und Muskelgewebe und kann es bei körperlicher Aktivität wieder freisetzen, um zur Vitamin-D-Versorgung beizutragen. Gesunde Menschen brauchen daher üblicherweise keine Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D.
Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D helfen gesunden Menschen nicht, können in Einzelfällen aber schaden.
Stellungnahme vom 7. Dezember 2023, Bundesinstitut für Risikobewertung
Bestimmte Personengruppen sind auf Vitamin-D-Zufuhr angewiesen
Es gibt Ausnahmen, in denen keine ausreichende Vitamin-D-Spiegel durch die körpereigene Bildung erreicht werden. Daher kann eine zusätzliche Aufnahme von Vitamin D über Präparate, insbesondere in den Wintermonaten, sinnvoll sein. Dies gilt vor allem für bestimmte Personengruppen wie Kranke oder Pflegebedürftige, die sich kaum oder gar nicht im Freien aufhalten.
Das Angebot Vitamin-D-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist sowohl im traditionellen Handel als auch im Internet riesig. Darunter sind auch solche Mittel zu finden, die besonders hohe Dosen an Vitamin D enthalten, teils in Kombination mit anderen Stoffen wie Vitamin K. Doch solche hochdosierten Nahrungsergänzungsmittel sind aus Sicht des BfR nicht zu empfehlen; vielmehr sollten sie nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden, da sie mitunter sogar schädlich wirken.
Vorsicht: Auch Vitamine können überdosiert werden und schaden
Bei langfristiger Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln steigt das Risiko für gesundheitlich negative Folgen. So wurde in einigen klinischen Studien durch die tägliche Gabe von 4.000 Internationalen Einheiten Vitamin D (100 µg) über längere Zeit im Vergleich zur Kontrolle eine stärkere Verringerung der Knochendichte bei älteren Frauen [1], eine Erhöhung des Sturzrisikos [2] sowie eine Verschlechterung der Herzfunktion bei herzkranken Menschen [3] beobachtet.
In exzessiven Mengen aufgenommen kann es sogar zur Vitamin-D-Vergiftung kommen. Diese zeigt sich durch stark erhöhte Calciumwerte im Blut. Symptome einer solchen Hypercalcämie können z. B. Müdigkeit, Muskelschwäche, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Gewichtsverlust sein. Besteht die Hypercalcämie für längere Zeit, kann es zu Nierensteinen und einer Nierenverkalkung bis hin zu einer (irreversiblen) Abnahme der Nierenfunktion kommen.
So viel Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln ist unbedenklich
Wer Vitamin D ergänzen möchte, sollte sich auf Nahrungsergänzungsmittel mit bis zu 20 µg Vitamin D pro Tagesdosis beschränken. Dies ist auch langfristig gesundheitlich unbedenklich und genügt, um die Serumkonzentration des Blutmarkers 25-Hydroxyvitamin D auf angemessene 50 Nanomol pro Liter zu heben – unabhängig von der körpereigenen Vitamin-D-Bildung über die Sonnenstrahlung. Bei Kindern ab einem Jahr und Erwachsenen entspricht die Dosis von 20 µg pro Tag dem Schätzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine angemessene Zufuhr an Vitamin D bei fehlender endogener Synthese.
Zugesetztes Vitamin K stört gerinnungshemmende Medikamente
Hochdosierte Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel werden oft mit Vitamin K, insbesondere Vitamin K2, kombiniert. Hier empfiehlt das BfR, einem Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als 80 Mikrogramm Vitamin K1 oder nicht mehr als 25 Mikrogramm Vitamin K2 pro Tagesdosis zuzusetzen.
Menschen, die bestimmte blutgerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ) etwa zur Thrombose-Prophylaxe einnehmen, sollten Vitamin K grundsätzlich nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen, da es die therapeutische Wirkung dieser Mittel abschwächen kann.
Quellen:
[1] Burt LA, Billington EO, Rose MS, Kremer R, Hanley DA, Boyd SK. Adverse Effects of High-Dose Vitamin D Supplementation on Volumetric Bone Density Are Greater in Females than Males. Journal of bone and mineral research : the official journal of the American Society for Bone and Mineral Research 2020;35:2404-14
[2] Smith LM, Gallagher JC, Suiter C. Medium doses of daily vitamin D decrease falls and higher doses of daily vitamin D3 increase falls: A randomized clinical trial. The Journal of steroid biochemistry and molecular biology 2017;173:317-22
Stand: 08.12.2025
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[3] Zittermann A, Ernst JB, Prokop S, et al. Effect of vitamin D on all-cause mortality in heart failure (EVITA): a 3-year randomized clinical trial with 4000 IU vitamin D daily. Eur Heart J 2017;38:2279-86