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TIC-Markt

Gut vernetzt? Digitalisierung im Markt für Testen und Prüfen

| Autor / Redakteur: Dr. Malte Zur* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Prüfdienstleistungen: Die Suche nach geeigneten Prüflaboren gestaltet sich für Auftraggeber oft aufwändig.
Abb. 1: Prüfdienstleistungen: Die Suche nach geeigneten Prüflaboren gestaltet sich für Auftraggeber oft aufwändig. (Bild: ©missisya - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung ist in aller Munde und macht auch vor dem Labor nicht halt. Bei der Vernetzung von Laboren mit ihren externen Auftraggebern besteht derzeit allerdings noch Nachholbedarf. Für mehr Wachstum und Effizienz will ein junges Berliner Unternehmen das nun für den Prüfmarkt verbessern.

Im Markt für industrielles Testen, als Teil des TIC-Marktes (Testing, Inspection & Certification), besteht ein ungebrochener Trend hin zu wachsendem Outsourcing von Tests und Prüfdienstleistungen an externe Prüflabore (third party service providers). Die Hintergründe dafür sind vielschichtig:

  • Wachsende Anforderungen seitens der Gesetzgeber.
  • Stetige Erhöhungen der Vorschriften und Sicherheitsanforderungen von Produkten weltweit.
  • Steigende Industrialisierung von Schwellenländern und der damit verbundenen Nachfrage nach einer Vielzahl an Produkten.
  • Immer kürzere Produkt- und Technologie-Lebenszyklen, welche zu einer Zunahme neuer Produkte führen und Prüfungen erforderlich machen.

Obwohl damit eine positive Wirtschaftslage für Labore und Prüfunternehmen verbunden ist, sind in vielen Laboren die kapitalintensiven Investitionsgüter noch nicht maximal ausgelastet. Auf der Seite der Auftraggeber ist zudem nur eine unzulängliche Markttransparenz vorhanden und die Suche nach geeigneten Laboren gestaltet sich oft aufwändig.

Auch im Markt für Prüfdienstleistungen ist eine starke Tendenz hin zur Digitalisierung zu verzeichnen. Allein zwischen 2010 und 2020 wächst das Datenvolumen um den Faktor 50. Bis 2020 werden nach Schätzungen 15% aller Gegenstände vernetzt sein. Prüfunternehmen und Labore werden ihre Dienstleistungen den wachsenden Anforderungen an digitale Verfügbarkeit weiter anpassen müssen. Hier besteht auch in Deutschland noch erheblicher Nachholbedarf. Mit Digitalisierung ist nicht unbedingt die elektronische Kommunikation per E-Mail oder ein moderner Webauftritt gemeint – dies ist nur ein allererster Schritt.

In Zukunft werden alle Prozessschritte eines Prüfprojekts digital unterstützt, angefangen von der Suche und Beauftragung eines Labors über die Durchführung der Tests bis zur Abrechnung der Dienstleistung.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp – über TestXchange

Online-Plattform für Prüfprojekte

Das Zeitalter der Digitalisierung hält unweigerlich auch im Laborumfeld Einzug. Im Kontext der Industrie 4.0 ist auf der einen Seite ein steigender Grad an Automatisierung das Thema. Hier versprechen beispielsweise Robotersysteme Fortschritte. Ein weiterer Aspekt wird die Vernetzung und Echtzeitfähigkeit von Labor­equipment sein. Auf der anderen Seite ist die Unterstützung interner Laborprozesse durch digitale Werkzeuge Gegenstand der zunehmenden Digitalisierung. Künftige Anforderungen an die Digitalisierung im Labor umfassen ein breites Feld von z.B. der automatisierten Protokollierung von Proben oder Prüfkörpern, über elektronische Statusmeldungen während der Durchführung der Prüfungen bis hin zur Erstellung von Testberichten und Prüfprotokollen und Zertifikaten.

Bei der Vernetzung der Labore mit ihren externen Auftraggebern und umgekehrt besteht derzeit noch ein großes Nachholbedürfnis. Oft ist die Zusammenarbeit noch auf klassische Kommunikationsmittel wie Telefon und Fax beschränkt. Im Zeitalter des Internet bieten sich hier große Chancen zu einer engeren und effizienteren Zusammenarbeit.

Die Idee von TestXchange beginnt an diesem Punkt. Oftmals ist zwar die elektronische Erzeugung von Aufträgen und Projekten beim Auftraggeber ebenso möglich wie die elektronische Verarbeitung von Bestellungen und zum Teil dem Management des Labors mittels eines Labor-Informations- und Management-Systems (LIMS). Die Zusammenarbeit mit externen Partnern (Auftraggebern bzw. Auftragslaboren) ist aber oftmals noch nicht durchgehend digital.

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