English China

Diagnostik-Industrie Die Diagnostik-Unternehmen stehen vor einem herausfordernden Jahr 2025

Quelle: Pressemitteilung Verband der Diagnostica-Industrie 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Auf die Diagnostika-Unternehmen kommt ein Jahr mit diversen Herausforderungen zu. Gerade durch erhöhten Preisdruck und die gesteigerten regulatorischen Anforderungen sehen die Firmen Risiken für ihren wirtschaftlichen Erfolg, wie der Verband der Diagnostica-Industrie in seiner jährlichen Pressekonferenz berichtete.

Die Umsatzentwicklung der Unternehmen aus dem Bereich Life Science Research in den vergangenen sechs Jahren(Bild:  VDGH)
Die Umsatzentwicklung der Unternehmen aus dem Bereich Life Science Research in den vergangenen sechs Jahren
(Bild: VDGH)

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) hat am 10. April im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz die Marktergebnisse für das Jahr 2024 vorgestellt und die Erwartungen der Branche für das laufende Jahr formuliert. Bei einem stabilen Umsatzniveau blieb die wirtschaftliche Dynamik im zurückliegenden Jahr verhalten. Die jüngste Branchenumfrage zeigt, dass die Diagnostikindustrie ein herausforderndes Jahr 2025 erwartet. Angesichts schwieriger Rahmenbedingungen fordert der VDGH-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schmid entschlossene politische Weichenstellungen, die den Standort Deutschland stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Medizintechnik sichern. In den präsentierten Zahlen waren die aktuellen Diskussionen über mögliche zusätzliche Zölle noch nicht enthalten, da die Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen vor diesen Entscheidungen durchgeführt wurden.

Diagnostik-Markt stabilisiert sich

Der deutsche Markt für In-vitro-Diagnostika (IVD) verzeichnete im Jahr 2024 ein Umsatzvolumen von 2,37 Milliarden Euro und damit ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Life-Science-Research-Markt erreichte in Deutschland einen Umsatz von 3,07 Milliarden Euro, blieb aber 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Märkte stabilisieren sich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Es fehlt jedoch an Wachstumsimpulsen in beiden Branchen.

VDGH-Vorsitzender Ulrich Schmid

Ambivalente Stimmung – verliert Deutschland den Anschluss?

Die wirtschaftliche Lage wird von der Branche zunehmend zurückhaltend eingeschätzt: Nur noch gut ein Drittel der Unternehmen bewertet die eigene Situation als gut oder sehr gut – das Stimmungsbarometer verzeichnet einen Rückgang von vier Punkten gegenüber dem Vorjahr. Zwar rechnen 53 Prozent der Unternehmen mit steigenden Umsätzen, die Wachstumserwartungen lassen jedoch nach. Deutliche Zurückhaltung zeigt sich bei den Forschungsinvestitionen: Der Anteil der Unternehmen, die ihre F&E-Ausgaben steigern wollen, hat sich nahezu halbiert. „Stark gestiegener Aufwand bei der Zulassung von Produkten einerseits und restriktive Marktkonditionen andererseits stehen der Innovationskraft der IVD-Unternehmen entgegen“, sagt Schmid.

Die Bewertung des Heimatmarktes Deutschland im Vergleich zu den Auslandsmärkten fällt deutlich aus: Neun von zehn Unternehmen erwarten inzwischen eine bessere Marktentwicklung im Ausland.

IVDR: Verordnung sollte verschlankt werden

Die europäische In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) bleibt eines der zentralen Themen für die Branche. Fehlende Systemreife und ein Übermaß an Bürokratie gefährden die Versorgungssicherheit und die Innovationskraft der Industrie. Der VDGH hat konkrete Vorschläge für eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung bereits adressiert. Auf EU-Ebene deutet sich inzwischen ein politisches Umdenken zugunsten einer verschlankten IVDR 2.0 an.

Antworten der Mitgliedsunternehmen auf die Frage, was die Labordiagnostik bremst.(Bild:  VDGH)
Antworten der Mitgliedsunternehmen auf die Frage, was die Labordiagnostik bremst.
(Bild: VDGH)

Für die großen Themen der zukünftigen Gesundheitsversorgung – Fachkräftemangel, alternde Bevölkerung, starre Versorgungsstrukturen – bietet die Labordiagnostik gezielte Lösungsbeiträge an. Eine richtungsweisende Entwicklung ist die patientennahe Sofortdiagnostik (Point-of-Care-Testing) mit ihren Einsatzmöglichkeiten am Ort des Geschehens. „Point-of-Care-Testing bringt Diagnostik zum Patienten – ob in der Arztpraxis, im Rettungsdienst, im Pflegeheim oder im ländlichen Raum. Schnelle Entscheidungen und effiziente Behandlungsabläufe werden dadurch unterstützt“, erläutert VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger.

Medtech-Strategie für Deutschland: ressortübergreifend und zukunftsgerichtet

Der VDGH wirbt für eine nationale Medizintechnik-Strategie, die als gemeinsames Projekt von Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik angelegt ist. Ziel ist ein koordinierter Maßnahmenkatalog zur Stärkung der Versorgungssicherheit und des Standortes Deutschland. „Mit 212.000 Beschäftigten und einer Bruttowertschöpfung von 19,6 Milliarden Euro ist die Medizintechnik der größte Bereich der industriellen Gesundheitswirtschaft“, sagt Walger.

Die Medtech-Branche, und mit ihr die IVD-Industrie, ist unentbehrlich für die Gesundheitsversorgung. Sie steht für medizinische Innovation, hochqualifizierte Arbeitsplätze und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger

Der VDGH appelliert an die neue Bundesregierung, die Medizintechnik als Leitindustrie anzuerkennen und ihr Potenzial gezielt zu fördern.

(ID:50387192)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung