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Reptilien passen sich an Klimawandel an

Hitze macht Geckos nichts aus, Dürre dafür umso mehr

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Trockenheit sorgt für weniger Nahrung

Auch die angenehmsten Temperaturen nützen allerdings nichts, wenn es dabei zu trocken ist. Denn dann bekommen die Tiere nicht nur körperliche Probleme. Es gibt in solchen Phasen auch weniger Insekten, die sie fressen könnten. Wie erwartet erleben die Geckos in Dürrephasen daher tatsächlich harte Zeiten. Entscheidend sind dabei allerdings nicht nur die Niederschläge vor Ort. Alle paar Jahre beschert die Klima-Anomalie La Niña der australischen Ostküste sintflutartige Regenfälle. Über die Flüsse erreicht dieses Wasser Monate später auch die Wüste - und sorgt dort für eine höhere Luftfeuchtigkeit und reichlich Insekten. „Neben den lokalen Verhältnissen spielen für die Tiere also auch globale Klimaphänomene eine Rolle“, betont die Forscherin. Man müsse also über den Tellerrand des jeweiligen Gebietes hinaus schauen, wenn man die Zukunftschancen seiner Bewohner richtig einschätzen wolle.

Geckos bekommen ein Dürreproblem

Bisher spricht alles dafür, dass die Geckos wohl kein Hitze-, sondern eher ein Dürreproblem bekommen werden. Auch das aber können sie offenbar bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Die Studie zeigt nämlich auch, dass die Tiere in trockenen Jahren zwar abgemagert sind. Ihre Bestände aber schrumpfen trotzdem nicht. „Das liegt daran, dass sie in schlechten Zeiten ihr Wachstum und ihre Vermehrung zurückfahren“, erläutert Annegret Grimm-Seyfarth. Dann konzentrieren sie sich ganz darauf, bis ins nächste Jahr zu überleben. Da diese Reptilien mit bis zu 28 Jahren ungewöhnlich alt werden, können sie sich die eine oder andere verlorene Fortpflanzungssaison problemlos leisten. Und wenn die Zeiten wieder besser sind, holen sie das Versäumte nach.

Auch wenn der Klimawandel die Lebensbedingungen für die Geckos verschlechtert, werden sie also wohl kaum gleich aussterben. Und diese optimistische Botschaft dürfte nach Einschätzung der UFZ-Forscher durchaus auch für andere langlebige Wüstentiere gelten. Ein Freibrief, den Klimawandel einfach laufen zu lassen, ist das aber trotzdem nicht. „Wenn mehrere sehr trockene Jahre aufeinander folgen, können die Tiere das nicht mehr abpuffern“, sagt Annegret Grimm-Seyfarth. Irgendwann ist dann auch der hartgesottenste Überlebenskünstler am Ende.

Originalpublikation: Annegret Grimm-Seyfarth, Jean-Baptiste Mihoub, Bernd Gruber, Klaus Henle (2018): Some like it hot: from individual to population responses of an arboreal arid-zone gecko to local and distant climate; Ecological Monographs DOI: doi.org/10.1002/ecm.1301

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