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Bioressourcenarchiv am Leibniz-Institut DSMZ
Hüterin des Mikrokosmos: Die vielfältigste Bakteriensammlung der Welt

Ein Gastbeitrag von Sven-David Müller, John Robin Blöse und Manuela Schüngel; unter Mitarbeit von Madlin Trümper und Uleya Abdulkader, Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH 10 min Lesedauer

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Seit mehr als 55 Jahren baut das Leibniz-Institut DSMZ sein Archiv von Bakterien und Viren aus. Die eingelagerten Proben gehen an Forschende aus aller Welt und helfen dabei, die biologische Vielfalt zu konservieren, Krebstherapien zu verbessern und einen Weg aus der Antibiotikakrise zu finden. Ein exklusiver Einblick in die Arbeitswelt der renommierten Forschungsinstitution.

Abb.1: Hauptgebäude der DSMZ am Science Campus Braunschweig-Süd(Bild:  copyright DSMZ.de)
Abb.1: Hauptgebäude der DSMZ am Science Campus Braunschweig-Süd
(Bild: copyright DSMZ.de)

Aktuell leben gut acht Milliarden Menschen auf der Erde. Und jeder von ihnen trägt rund eine Billiarde Mikroorganismen auf und in sich. Allein die Zahl der unterschiedlichen Spezies schätzen Mikrobiologen bereits auf bis zu eine Billion [1]. Dabei ist die Diversität dieses reichhaltigen Mikrokosmos noch weitgehend unbeschrieben. Immerhin 2,5 Millionen Spezies und Subspezies finden sich in den registrierten Sammlungen des World Data Centre for Microorganisms [2]. Bezogen auf die Gesamtheit der Spezies ist das wahrscheinlich immer noch nur ein winziger Bruchteil der geschätzten Diversität. Dabei ist es für die Forschung enorm wichtig, auf möglichst ausführliche Datenbanken zurückzugreifen. Nicht nur, um die biologische Vielfalt zu untersuchen und zu schützen, sondern auch für Forschungsarbeiten in den Bereichen Medizin und Landwirtschaft sowie für industrielle Prozesse wie die Optimierung von Biogasanlagen. Bioressourcen bergen auch das Potenzial für neue Entwicklungen in der Bioökonomie oder bieten Lösungen für Probleme des Umweltschutzes, der Agrarwirtschaft von Kulturpflanzen und der Lebensmittelproduktion und -sicherheit.

Einen wesentlichen Teil der biologischen Proben für die wissenschaftliche Arbeit – nicht nur in Deutschland, sondern international – stellt das Leibniz-Institut „Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen“ (DSMZ) in Braunschweig. Dort sind rund 80 Prozent der bekannten Bakterien im Sammlungsbestand hinterlegt: die Sammlung mit der höchsten Bioressourcen-Diversität weltweit [3]. Zudem ist die seit 1996 zur Leibniz-Gemeinschaft gehörende Forschungsinfrastruktur die größte forschende Bioressourcen-Sammlung der Welt.