English China

Antriebstechnik für die Weltraumforschung
Im All kann dich niemand reparieren – Präzisionsmotor auf Jupiter-Mission

Ein Gastbeitrag von Nora Crocoll und Alex Homburg, Redaktionsbüro​ Stutensee 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Von der Werkstatt ins Weltall: Während die Raumsonde „Juice“ ihren Weg zum Jupiter sucht, sorgt speziell optimierte Antriebstechnik dafür, dass alle Messinstrumente ideal ausgerichtet sind. Das Motorsystem muss dabei den Extrembedingungen des Alls widerstehen und vor allem über Jahre wartungsfrei verlässlich arbeiten – ein Anwendungsbeispiel der besonderen Art.

Abb.1: Die Sonde Juice (Jupiter Icy Moons Explorer) fliegt auf dieser Route von knapp 778 Millionen Kilometer zum Jupiter, um dort im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation ESA die drei großen Jupiter-Eismonde Ganymed, Europa und Kallisto zu erforschen. (Bild:  Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR))
Abb.1: Die Sonde Juice (Jupiter Icy Moons Explorer) fliegt auf dieser Route von knapp 778 Millionen Kilometer zum Jupiter, um dort im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation ESA die drei großen Jupiter-Eismonde Ganymed, Europa und Kallisto zu erforschen.
(Bild: Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR))

Es ist eines der größten Raumfahrtprojekte dieser Zeit: die interstellare Reise der Sonde Juice (Jupiter Icy Moons Explorer). Mit ihr will die europäische Weltraumorganisation ESA die drei großen Jupiter-Eismonde Ganymed, Europa und Kallisto erforschen. Bevor die eigentliche Forschungsmission losgeht, muss die Sonde in den kommenden Jahren allerdings rund 778 Millionen Kilometer zurücklegen (s. Abb. 1).

Am 14. April 2023 wurde die Sonde mit einer Ariane-5-Rakete ins All geschickt, hat inzwischen ein erstes Mal die Erde samt deren Mond umrundet und dabei Daten für die Kalibrierung gewonnen. Im August 2025 fand ein Vorbeiflug an der Venus statt, anschließend zwei weitere an der Erde. Dabei wird die Sonde jeweils beschleunigt und nimmt danach Kurs auf das Jupitersystem, das 2031 erreicht werden soll. Dann gilt es, in über 35 Fly-bys die Jupiter-Monde näher zu untersuchen. Schließlich soll die Sonde Ende 2035 planmäßig auf dem Mond Ganymed zum Absturz gebracht werden.