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Zigarettenrauch und Zigarettenabfälle In Umwelt und Lunge: Wie Rauchen die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen fördert

Quelle: Pressemitteilung TU Dresden 2 min Lesedauer

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Rauchen ist schädlich. Und das in mehrfacher Hinsicht. Wie eine aktuelle Studie zeigt, können Schadstoffe aus Zigarettenrauch und -abfällen das Wachstum und die Verbreitung antibiotikaresistenter Keime in der Umwelt fördern. Die Ergebnisse der interdisziplinären und internationalen Forschungsgruppe belegen zudem, dass Rauchen die Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien in der Lunge verstärkt.

Schadstoffe aus achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln gelangen in die Umwelt und führen zur Verbreitung antibiotikaresistenter Keime.(Bild:  Maliflower73 - stock.adobe.com)
Schadstoffe aus achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln gelangen in die Umwelt und führen zur Verbreitung antibiotikaresistenter Keime.
(Bild: Maliflower73 - stock.adobe.com)

Jedes Jahr sterben Millionen Menschen an den direkten Folgen des Rauchens. Eine Studie unter Federführung von Forschenden am Institut für Hydrobiologie der Technischen Universität Dresden (TUD), die in Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken in Dresden und Heidelberg sowie der Tsinghua University in China entstand, zeigt nun, dass Rauchen auch indirekt zur Gesundheitsgefahr wird, wenn Schadstoffe aus Zigarettenrauch und Zigarettenstummeln in die Umwelt gelangen.

„Zigarettenfilter enthalten viele der giftigen Substanzen aus dem Zigarettenrauch“, erläutert Dr. Uli Klümper vom Institut für Hydrobiologie an der TUD. „Wir konnten in unserer Studie feststellen, dass diese Filter, wenn sie in Gewässern landen, vermehrt von potenziell krankheitserregenden Keimen und Bakterien mit Antibiotikaresistenzen besiedelt werden, da diese besonders gut an die widrigen Bedingungen auf den Filtern angepasst sind.“

Antibiotikaresistenzen sind weltweit ein großes Problem: Sie führen dazu, dass lebenswichtige Medikamente nicht mehr wirken.

Die mit antibiotikaresistenten und pathogenen Bakterien kolonisierten Zigarettenstummel können anschließend in Flüsse, andere Gewässer oder an Strände transportiert werden, was zur Ausbreitung der gefährlichen Bakterien beitrage. „Dies unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Maßnahmen gegen das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln und verdeutlicht eine weitere versteckte Gesundheitsgefahr durch das Rauchen“, bekräftigt Klümper.

Rauchen verstärkt die Verbreitung resistenter Bakterien in der Lunge

Auch für Raucherinnen und Raucher bescheinigen die Studienergebnisse Auswirkungen: Menschen, die rauchen, könnten eine schnellere Verbreitung von resistenten Keimen in ihrer eigenen Lunge begünstigen, was bei zukünftigen Lungeninfektionen eine geringere Wirksamkeit von verabreichten Antibiotika zur Folge hat.

Verschiedene Bakterienarten können Resistenzgene über so genannte Plasmide – kleine DNA-Moleküle, die Bakterien untereinander weitergeben – austauschen. Dies sorgt dafür, dass bisher mit Antibiotika behandelbare Bakterien Resistenzen gegen diese Antibiotika erwerben und nicht mehr behandelbar sind.

„In unseren Experimenten mit künstlichem Lungenmedium konnte gezeigt werden, dass die giftigen Stoffe die sich durch Zigarettenrauch in der Lungenflüssigkeit anreichern eine Stressreaktion der Bakterien auslösen, welche unter anderem die Frequenz der Weitergabe von Resistenzgenen durch Plasmide zwischen Bakterien mehr als verdoppelt“, erläutern die Forscher.

Originalpublikation: Peiju Fang, Diala Konyali, Emily Fischer, Robin Pascal Mayer, Jin Huang, Alan Xavier Elena, Gerit Hartmut Orzechowski, Andrew Tony-Odigie, David Kneis, Alexander Dalpke, Peter Krebs, Bing Li, Thomas U. Berendonk, and Uli Klümper: Effects of cigarette-derived compounds on the spread of antimicrobial resistance in artificial human lung sputum medium, simulated environmental media and wastewater, Environmental Health Perspectives, http://doi.org/10.1289/EHP14704

(ID:50341846)

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