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Fließgrenze

Ist die Fließgrenze eine Materialeigenschaft oder abhängig von der Auswertemethode?

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Eine weitere Möglichkeit ist die Darstellung der Messung in einem logarithmisch skalierten Diagramm (s. Abb. 3). Durch die höhere Auflösung der niedrigen Scherraten kann man erkennen, dass die Messwerte zu Beginn ansteigen, auf einem Plateauwert verweilen, um anschließend weiter anzusteigen. Als Fließgrenze kann nun ein Schubspannungswert aus diesem Kurvenplateau ausgewertet werden, wobei es sinnvoll ist, in diesem Fall immer dieselbe niedrige Scherrate auszuwählen. In diesem Fall zeigte sich der Schubspannungswert von 14,3 Pa bei der Scherrate von 0,01 s-1.

Rheologische Messergebnisse können auch über das so genannte „gamma/tau“-Diagramm dargestellt werden. In diesem Fall wird auf der y-Achse die Deformation (gamma) logarithmisch und auf der x-Achse die Schubspannung (tau), ebenfalls logarithmisch, dargestellt (s. Abb. 4).

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Der Anstieg der Kurve zu Beginn kommt von der anfänglich lediglich elastischen Deformation der Probe, d.h. die innere Struktur der Probe wird zwar deformiert und gestreckt, die Probe fließt jedoch noch nicht. Sobald die Kurve nach oben abknickt, beginnt die Probe zu fließen. Somit kann der Knickpunkt der Kurve als Fließgrenze ausgewertet werden. In Abbildung 4 wird die Fließgrenze mit 15,1 Pa ausgewertet. Der Vergleich der bisher erwähnten Auswertemethoden führt zu verschiedenen Fließgrenzenwerten, die in Tabelle 2 zusammengefasst sind. Bereits an dieser Stelle zeigt sich, dass die verschiedenen Auswertemethoden teilweise deutlich unterschiedliche Ergebnisse liefern.

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