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Verschlusskappen für Lösemittelflaschen Kleine Kappe, viel dahinter: Sicherheitsverschlüsse

Redakteur: Christian Lüttmann

In der HPLC braucht man je nach Trennaufgabe verschiedene Lösungsmittel. Diese müssen sicher aufbewahrt werden, sowohl während der Nutzung als auch später im Abfallbehälter. Besondere Verschlusskappen helfen hier nicht nur bei der Sicherheit, sondern sparen auch Kosten.

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Abb.1: B-Safe-Caps dichten Lösungsmittelflaschen zuverlässig ab. Gesundheitsgefährdende Dämpfe in der Luft sollen damit passé sein.
Abb.1: B-Safe-Caps dichten Lösungsmittelflaschen zuverlässig ab. Gesundheitsgefährdende Dämpfe in der Luft sollen damit passé sein.
(Bild: Bohlender GmbH)

Lösungsmittel gehören standardmäßig in jedes analytische Labor. Besonders bei der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) sind sie das A und O und finden täglich Verwendung. Oft ist der Umgang mit diesen Chemikalien allerdings etwas zu sorglos. So sind Eluentenflaschen während des HPLC-Prozesses manchmal nicht sicher abgedichtet: Sie stehen offen auf dem HPLC-Gerät, die Kapillaren lose eingehängt. Andernorts ist die Installation nur notdürftig mit einem Stück Alufolie ab­gedeckt. Oder es gibt zwar einen Flaschenverschluss, der aber auf­gebohrt wurde, um die Kapillare durchzuführen. Wirklich dicht schließen solche selbstgebastelten Abdeckungen nie. Derartige Lösungen sind ein Sicherheitsrisiko, da austretende Dämpfe die Gesundheit der Angestellten gefährden und die Brand- und Explosionsgefahr im Labor erhöhen.

Auch wirtschaftliche Folgen sind nicht zu unterschätzen. So kann sich bei offenen Behältern die Lösungsmittelzusammensetzung ändern und die mobile Phase verunreinigt werden, was wiederum Ausfallzeiten und falsche Ergebnisse der Analyse nach sich zieht. Abhilfe sollen hier Sicherheitslösungen aus robusten Hochleistungskunststoffen der neuen Marke B-Safe schaffen – entwickelt, konstruiert und produziert von Bohlender. Die so genannten B-Safe-Caps und B-Safe-Waste-Caps dichten Eluentenflaschen bzw. Abfallbehälter zuverlässig ab und machen HPLC-Spezialisten das Arbeiten so sicher und einfach wie nur möglich.

Abdichten und Kosten sparen

Dass es die Gesundheit schont, wenn Lösungsmittel-Emissionen vermieden werden, liegt auf der Hand. Aber wie sieht es mit dem direkten Wertverlust durch verdampfte Lösungsmittel aus? Um das herauszufinden, haben die Produktentwickler von B-Safe eine typische Laborsituation mit dem Einsatz des Lösungsmittels Acetonitril nachgestellt und unterschiedliche Abdichtungsformen der Eluentenflaschen zehn Tage lang verglichen.

Dabei zeigten sich große Unterschiede hinsichtlich der Emissionen. Hochgerechnet auf ein Jahr verliert eine Flasche ohne jeglichen Verschluss demnach 2020 ml Lösungsmittel. Bei selbstgebastelten Abdeckungen aus Alufolie oder durchbohrten Plastikverschlüssen sind es immer noch rund 1000 ml. Mit einem professionellen Sicherheitsverschluss gehen hochgerechnet nur noch 12,5 ml Lösungsmittel pro Jahr verloren. Alleine dadurch ließen sich bis zu 100 Euro pro Acetonitril-Flasche und Jahr sparen, gegenüber unverschlossenen Gefäßen.

Dämpfe bleiben drinnen

Um ein sicheres Arbeiten bei der Lösungsmittelentnahme zu gewährleisten, sorgt ein Belüftungsventil in der Kappe für den nötigen Druckausgleich. Es ist speziell auf die Volumenströme in der HPLC angepasst. Ein integriertes Rückschlagventil verhindert das Verdunsten von Lösungsmitteln und lässt bei Unterdruck Umgebungsluft in die Flasche nachströmen. Eine vorgeschaltete Membran aus porösem PTFE hält Schmutzpartikel und andere Verunreinigungen von außen wirkungsvoll zurück.

Sechs Monate lang arbeitet das Belüftungsventil zuverlässig, danach sollte es ausgetauscht werden. Damit man den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst, informiert eine Anzeige über den anstehenden Wechsel. Sie lässt sich einfach per Knopfdruck aktivieren und ans Ventil stecken. Das händische Eintragen des Datums ist aber ebenso möglich. Das Belüftungsventil verfügt außerdem über einen universellen Luer-Lock-Anschluss. Darüber lassen sich z.B. Schutzgase zuführen, um den Eluenten vor Oxidation zu schützen. Oder der Laborant adaptiert im Bedarfsfall ein Trockenröhrchen, um wasserfreie Eluentengemische zu erhalten.

Lösemittel sicher lagern

Sind Entnahme und Analyse erfolgreich geschafft, dürfen sich Labor-Profis dennoch keinesfalls beruhigt zurücklehnen. Denn am Ende jedes HPLC-Prozesses stehen gesundheitsgefährdende Lösungsmittelabfälle. Diese müssen bis zur Entsorgung in Spezialbehältern gesammelt werden, ohne dass Dämpfe oder Flüssigkeiten austreten können.

Abb.2: Mit ordentlich abdichtenden Verschlusskappen sind HPLC-Anwender vor Lösungsmitteldämpfen geschützt und die Reinheit der Eluenten bleibt erhalten.
Abb.2: Mit ordentlich abdichtenden Verschlusskappen sind HPLC-Anwender vor Lösungsmitteldämpfen geschützt und die Reinheit der Eluenten bleibt erhalten.
(Bild: Bohlender GmbH)

Was das Befüllen von Abfallbehältern sicherheitstechnisch besonders kritisch macht, ist das Gas über dem Flüssigkeitsspiegel im Behältnis. Denn beim Befüllen wird zwangsläufig Luft aus den Behältern verdrängt. Damit dabei trotzdem keine Lösungsmitteldämpfe entweichen, sollte man Abluftfilter anbringen. Sie beinhalten eine spezielle Aktivkohle, die alle gesundheitsschädlichen Stoffe absorbiert. Ihre Porenstruktur und Oberfläche sind darauf ausgelegt, organische Lösungsmitteldämpfe zurückzuhalten. Der Anteil an kleinen Partikeln und Stäuben ist sehr gering. Das ist wichtig, da sonst der Gasstrom gebremst oder an den Rand gelenkt würde. Während herkömmliche Kohlen spezifische Oberflächen von unter 700 m2/g haben, zeichnen sich B-Safe-Abluftfilter mit einer besonders großen Oberfläche von rund 1100 m2/g aus. Dadurch halten sie je nach Größe bis zu sechs Monate. Damit man den Filterwechsel nicht vergisst, sorgt auch hier eine auf Knopfdruck aktivierbare Wechselanzeige für volle Kontrolle über die zulässige Standzeit.

HPLC so einfach wie möglich

Der HPLC-Prozess an sich ist schon anspruchsvoll. Deshalb zielt B-Safe mit seinen Produkten darauf ab, Laboranten die Arbeit so komfortabel wie möglich zu machen. „Wir setzen Anforderungen und Anregungen der Kunden direkt in der Produktentwicklung um“, sagt Renée Keth, bei Bohlender zuständig für den internationalen Vertrieb von B-Safe. Seit Jahrzehnten entwickelt, fertigt und vertreibt das mittelständische Familienunternehmen hochwertigen Laborbedarf und folgt dabei auch Sonderwünschen von Kunden bestmöglich. „Schon mehr als zehn Jahre gehören dazu auch Sicherheitslösungen für die HPLC und das Lösungsmittelmanagement“, sagt Dominik Werner, Vertriebsmitarbeiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

* Kontakt: Bohlender GmbH, 97947 Grünsfeld

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