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Stoffwechsel von Tätowiermitteln Körperschmuck mit Nebenwirkungen? Wie viel Tätowierfarbe in den Körper gelangt

Quelle: Pressemitteilung Bundesinstitut für Risikobewertung 2 min Lesedauer

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Tätowierfarben können aus vielen Einzelsubstanzen bestehen, die in ihrer möglicherweise gesundheitsschädlichen Wirkung für diese Anwendung nicht bewertet sind. In einer neuen, klinischen Studie haben Forschende des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) erstmals den Weg und den Stoffwechsel der flüssigen Bestandteile von Tätowiermitteln im Körper verfolgt.

In Deutschland sind 17 Prozent der Bevölkerung tätowiert - Tendenz steigend.(Bild:  Yakobchuk Olena - stock.adobe.com)
In Deutschland sind 17 Prozent der Bevölkerung tätowiert - Tendenz steigend.
(Bild: Yakobchuk Olena - stock.adobe.com)

„Die Ablagerung von den Farbpigmenten aus Tätowierungen in den Lymphknoten ist seit langem bekannt und wurde auch durch unsere Studien hinreichend belegt“, erklärt die Leiterin der Studie, Dr. Ines Schreiver vom Studienzentrum Dermatotoxikologie am Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die Pigmente sind unlöslich und daher die festen Bestandteile der Farbe. Die Menge und Verteilung der flüssigen Bestandteile im Körper wurde bisher noch nicht betrachtet.

Ein Tattoo entstanden unter Laborbedingungen

Für die jetzt durchgeführte Studie wurde 24 freiwilligen Teilnehmern jeweils ein Tattoo ihrer Wahl gestochen. Durchgeführt wurde die Tätowierung unter Laborbedingungen in Räumen der Berliner Charité von professionellen Tätowiererinnen und Tätowierern. Die einzelnen Tätowier-Sitzungen dauerten dabei im Durchschnitt knapp dreieinhalb Stunden. Vor, während und nach dem Tätowieren wurden Urin- und Blutproben genommen. Mit Hilfe sogenannter Marker-Substanzen konnte das BfR-Team nachvollziehen, wie sich die flüssigen Bestandteile aus den Tätowiermitteln im Körper verhalten und vom Stoffwechsel verarbeitet werden.

Aufnahme über die Haut zeigt anderen Stoffwechsel

Die Stoffwechselprodukte waren schon in der ersten Blutprobe kurz nach Beginn des Tätowierens nachweisbar. Dabei zeigte sich auch, dass der Stoffwechsel bei der Aufnahme über die Haut während einer Tätowierung teilweise anders funktioniert als erwartet. So wurde eine der verwendeten Marker-Substanzen im Körper häufiger in andere Stoffwechselprodukte umgewandelt als bei der oralen Aufnahme über die Nahrung. Das liegt an bestimmten Enzymen in den Hautzellen, wie in ergänzenden Versuchen per Zellkultur gezeigt werden konnte. Es ist davon auszugehen, dass diese Enzyme auf ähnliche Stoffe vergleichbar wirken. Die so entstehenden Stoffwechselprodukte können dabei andere Wirkungen aufweisen als Stoffwechselprodukte, die über andere Aufnahmewegen entstehen.

Wie viel Tätowierfarbe wird aufgenommen?

In der Studie wurde außerdem erfasst, wie viel Tätowiermittel bei der jeweiligen Sitzung verwendet wurde. So wurden zum einen die Farbfläschchen vor und nach der Sitzung exakt abgewogen. Zum anderen wurden auch alle verwendeten Nadeln, Tücher und Handschuhe eingesammelt und festgestellt, welche Menge an Farbresten an ihnen klebt. Im Durchschnitt landete nur circa ein Fünftel der verwendeten Farbe tatsächlich in der Haut. Ein Großteil davon wurde danach über die verheilende Wunde wieder ausgeschieden. Mit den im Rahmen der Studie gewonnenen Expositionsdaten zum Farbeintrag in den Körper können mögliche Gesundheitsrisiken von potentiell gefährlichen Chemikalien in der Tätowierfarbe zukünftig genauer bewertet und abgeschätzt werden.

Originalpublikation: Kochs, S., Schiewe, S., Foerster, M. et al. Tat_BioV: tattoo ink exposure and biokinetics of selected tracers in a short-term clinical study of 24 subjects. Arch Toxicol (2025). https://doi.org/10.1007/s00204-025-03959-8

Spezifische Fragen und Antworten zu Tätowiermitteln finden Sie hier.

Weitere Informationen rund um das Thema bietet der Podcast Risiko – Der BfR-Podcast: “Tattoos: Körperschmuck mit Nebenwirkungen?“

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