Mamorholz auf Bestellung (Wissenschaftsbild des Tages)
Graue Riffhaie verlassen die heimischen Korallenriffe in erwärmten Gebieten der Ozeane. Dies zeigen neue Forschungsergebnisse der Universität Lancaster.
Mithilfe einer Kombination aus Satellitendaten und einem Netzwerk aus akustischem Empfänger am Meeresboden des indischen Ozeans fanden Wissenschaftler heraus, dass das Verhalten von Haien durch Umweltstress – wie erhöhte Temperaturen – stark beeinflusst wird. Die sonst sehr stark an bestimmte Riffhabitate gebundenen Haie zeigen einen größeren Bewegungsradius und wechseln häufiger Gebiete aufgrund von Stressoren. Auf diese Ergebnisse weisen Daten von 120 Haien hin, die mit akustischen Trackern markiert wurden. Diese Verhaltensänderung ließ sich auch über eine längere Zeitperiode hinweg beobachten und bereitet den Wissenschaftlern Sorgen, da sich derartige Stressoren durch den Klimawandel langfristig häufen können.
Die wechselwarmen grauen Riffhaie nehmen einen höheren Energieverbrauch in Kauf, um aus gestressten Riffen in kühlere Gewässer zu fliehen. Diese Wanderung könnte folglich das sensible Ökosystem der Riffe beeinträchtigen, da Haie eine wichtige Rolle im ausbalancierten Nahrungsnetz besitzen und Korallenriffe mit essenziellen Nährstoffen aus tieferen Gewässern versorgen. Ein Verlust der Haie könnte somit die Widerstandsfähigkeit der Riffe in Stressperioden zusätzlich beeinträchtigen.
Im Bild dargestellt ist ein akustischer Empfänger am Meeresboden.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 12.9.2024 (Bild: Dr David Jacoby, Lancaster University)

