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Umweltgefahr Mikroplastik

Mikroplastik dringt bis in die entlegensten Winkel der Erde vor

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Mikroplastik-Untersuchungen müssen flächendeckend sein

„Wir haben die Plastikteile in verschiedenen Küstenregionen der Insel untersucht. Die Ergebnisse haben uns in der Annahme bestärkt, dass es wenig sinnvoll ist und sogar irreführend sein kann, wenn man die Belastung durch Plastikmüll nur an einem einzigen Standort und nur zu einzelnen Zeitpunkten erfasst“, betont Prof. Dr. Christian Laforsch und erklärt weiter: „Um das Ausmaß und die Ursachen der Meeresverschmutzung richtig einschätzen zu können, benötigen wir umfassende und langfristig angelegte Forschungskonzepte – und ebenso auch moderne Forschungstechnologien, wie wir sie derzeit an der Universität Bayreuth aufbauen.“

Die Malediven-Insel Vavvaru liegt im Südwesten des Lhaviyani-Atolls und hat eine Fläche von rund 31.000 Quadratmetern. Die wenigen Menschen, die hier leben, arbeiten in den Laboratorien einer Station für Meeresforschung. „Von den rund 1.200 Inseln der Malediven ist Vavvaru für die Wissenschaft besonders interessant, weil die landschaftlichen Gegebenheiten hier auf kleinem Raum sehr unterschiedlich sind und die Insel nur von wenigen Touristen und Einheimischen betreten wird. So kann ausgeschlossen werden, dass der Plastikmüll von der Insel und seinen Bewohnern stammt“, erklärt der Bayreuther Wissenschaftler Dr. Hannes Imhof, der das Forschungsmodul zusammen mit Prof. Dr. Christian Laforsch betreut hat.

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„Unsere Forschungsergebnisse zeigen deutlich, dass die globale Plastik-Verschmutzung der Weltmeere auch die einsamsten Inseln erreicht hat“, sagt Hannes Imhof. Die tägliche Belastung durch Plastikmüll sei zwar erheblich geringer als an den Küsten dicht besiedelter Regionen in Asien – wie zum Beispiel an manchen Stränden in Südkorea oder Indien, wo neueren Messungen zufolge täglich mehr als 1.000 Kunststoff-Partikel pro Quadratmeter angeschwemmt würden. Aber dieser Unterschied sei kein Grund zur Entwarnung. „Vermutlich wären unsere Forschungsdaten für Vavvaru noch dramatischer ausgefallen, wenn wir auch Mikroplastik unterhalb einer Größe von einem Millimeter erfasst hätten. Denn unsere Forschung von anderen Gebieten zeigt, dass mit abnehmender Größe die Menge der Teilchen stark zunimmt. Speziell diese kleinen Teilchen aber gelangen besonders leicht in die Nahrungsketten“, so der Bayreuther Biologe.

Originalpublikation: Hannes K. Imhof et al., Spatial and temporal variation of macro-, meso- and microplastic abundance on a remote coral island of the Maldives, Indian Ocean, Marine Pollution Bulletin (2017), doi: 10.1016/j.marpolbul.2017.01.010.

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