TEMPERIEREN Mitarbeiterschutz am Trockenschrank
Bei der Trocknung von Substanzen im Labor-Trockenschrank können gefährliche Dämpfe oder Stäube entstehen. Gerade wenn der Mitarbeiter die Tür öffnet, läuft er Gefahr, kontaminiert zu werden. Eine neukonstruierte Absaugvorrichtung bringt in den Laboren der Schering AG einen erhöhten Schutz.
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Bei der Trocknung von Substanzen im Labor-Trockenschrank können gefährliche Dämpfe oder Stäube entstehen. Gerade wenn der Mitarbeiter die Tür öffnet, läuft er Gefahr, kontaminiert zu werden. Eine neukonstruierte Absaugvorrichtung bringt in den Laboren der Schering AG einen erhöhten Schutz.
Gehen Mitarbeiter mit gefährlichen oder hochwirksamen Substanzen um, steht ihr Personenschutz im Vordergrund. Kann bei der Tätigkeit eine Gefährdung der Beschäftigten durch technische Maßnahmen allein nicht aus-geschlossen werden, sind wirksame persönliche Schutzausrüstungen zu benutzen. Beim Umgang mit größeren Substanzmengen wird neben den üblichen persönlichen Schutzausrüstungen (Handschuhe, Kittel, Schutzbrille) teils auf Vollschutz oder zumindest zusätzlichen Atemschutz erweitert. Der Schutz durch entsprechende technische Geräte und Vorrichtungen in den Laboratorien ist dabei immens wichtig und sollte vorrangig eingesetzt werden.
Die Arbeitsweise unter Abzügen ist eine etablierte Schutzvorkehrung. Besonders der Umgang mit kleinen Mengen, wie es z.B. in analytischen Laboratorien vorkommt, wird häufig unterschätzt. In einem analytischen Entwicklungslabor für Wirkstoffe werden mitunter auch hochwirksame Substanzen gehandhabt. Deshalb kommen dort bereits seit mehreren Jahren Waageneinhausungen als Schutz vor Stäuben und Dämpfen zum Einsatz. Bei Analysenmethoden, wie z.B. bei der Bestimmung des Trockenverlustes, bei dem Substanzen erhitzt werden, können sich gefährliche Dämpfe oder Stäube bilden. Je nach Bauart gibt es Trockenschränke, die man an die Abluft anschließen kann.
Vakuumtrockenschränke saugen zwar die Luft ab und leiten sie entsprechend in eine Absaugvorrichtung. Nach Belüftung steht aber keine Absaugung zur Verfügung und für Mitarbeiter, die den Trockenschrank öffnen, besteht deshalb erhöhte Gefahr der Kontaminierung. Ähnlich verhält es sich auch bei Umlufttrockenschränken, bei denen Stäube durch die Ventilation ausgetragen werden können. Die Überlegung, den Vakuumtrockenschrank unter einen Abzug zu stellen, wurde wieder aufgegeben, da es unpraktikabel erschien, die Trockenschranktür bei geschlossenem Abzug zu öffnen und der Platzbedarf des Schranks sehr groß ist.
Ferner wurde in Erwägung gezogen, eine Absaugung über dem vorhandenen Vakuum-Anschluss des Trockenschrankes vorzunehmen - dies ist aus Gründen der Konstruktion des Gerätes und aus Gewährleistungsfragen nicht möglich, weil ein größerer, kostspieliger Umbau am Gerät vorgenommen werden müsste.
Absaugrahmen schafft Abhilfe
Ein einfacher Saugrüssel, vor der Türöffnung angebracht, erschien nicht effektiv genug bzw. birgt die Gefahr der Luftverwirbelungen in sich. Deshalb wurde eine simple Absaugvorrichtung konstruiert (vgl. Abb. 1), die aus einem rechteckigen Hohlprofil mit Schlitzen besteht, das als eine Art Rahmen um die Ofentür montiert und über einen Abluftschlauch an die Lüftung angeschlossen wurde (Absaugvolumen etwa 50 m3/h). Der Rahmen wurde aus PVC gefertigt und an die bestehende Abluft angeschlossen (vgl. Abb. 2). Öffnet man die Ofentür nicht ganz, sondern zunächst nur einige Zentimeter werden die Dämpfe und Stäube abgesaugt. Die Abbildungen 3 bis 5 zeigen die Effektivität der Vorrichtung.
Ohne Absaugung (s. Abb. 3: Absaugung ausgeschaltet) treten die Stäube im durchgeführten Test gut sichtbar aus dem Ofen aus. Man kann sich leicht vorstellen, dass Mitarbeiter der Gefahr durch austretende Dämpfe und Stäube ausgesetzt sein können. Mit arbeitender Absaugung (s. Abb. 4) werden die Stäube in dem Test am Türrand abgesaugt.
Fazit
Diese simple Vorrichtung stellt somit einen weiteren Schritt zum effektiven Personenschutz dar, besonders beim Umgang mit hochwirksamen Substanzen, wie sie in der pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung gehandelt werden.
*D. C. Hinz, I. Voß und E. Richter, Schering AG, In-Prozess-Analytik, 13342 Berlin
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