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LABORPRAXIS-Newsticker Chemiekonzern Ineos lässt Produktion in drei Werken ruhen

Aktualisiert am 23.09.2026 Quelle: dpa 5 min Lesedauer

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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

22.9. – Chemiekonzern Ineos lässt Produktion in drei Werken ruhen

London (dpa) 14:55 Uhr – Der britische Chemiekonzern Ineos setzt die Produktion in seinen drei Werken im englischen Hull vorübergehend aus. Eigentümer Jim Ratcliffe machte dafür in einer Mitteilung die seiner Aussage nach höheren Gaspreise im Vereinigten Königreich verantwortlich. Bei „Gaspreisen, die mittlerweile zwölfmal so hoch sind wie in den USA und achtmal so hoch wie in China, können wir einfach nicht konkurrieren“, sagte er.

Die Chemiewerke stellen der Nachrichtenagentur PA zufolge Stoffe her, die unter anderem für Arzneimittel, Kleidung und Kosmetik sowie für Bau- und militärische Sprengstoffe verwendet werden. Betroffen sind übereinstimmenden Medienberichten zufolge etwa 1.000 Beschäftigte,

245 davon arbeiten demnach an den betroffenen Standorten.

Die Chemiewerke nutzen Gas zur Energieversorgung und für den Produktionsprozess. Zwei Werke haben die Produktion laut Ineos bereits eingestellt. Der Betrieb im dritten Werk solle in den kommenden Tagen folgen. Die britischen Erdgaspreise waren zuletzt deutlich gestiegen.

18.9. – Körber-Preis an finnische Zellbiologin Wickström verliehen

Hamburg/Münster/Helsinki (dpa) 13:52 Uhr – Sie forschte zur Rolle mechanischer Kräfte bei der Entwicklung von Zellen: Für ihre Entdeckungen ist der in Münster und Helsinki tätigen Medizinerin Sara Wickström der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2026 verliehen worden. Die 50-Jährige fand heraus, dass Zellen auf mechanischen Druck oder Zug reagieren und bestimmte Gene an- oder abschalten, wie die Körber-Stiftung mitteilte. „Daraus ergeben sich neue Ansätze für die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen“, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Der Forschungspreis, der im Rathaus der Hansestadt übergeben wurde, ist mit einer Million Euro dotiert.

Die ziehende oder drückende Belastung werde von den Zellen bis in ihr Erbgut hinein verarbeitet und habe damit einen entscheidenden Einfluss darauf, wie sich eine Zelle entwickle oder wie Gewebe nach Verletzungen heile, teilte die Stiftung weiter mit. Diesen bis dahin unbekannten Mechanismus entdeckte Wickström bereits 2016. Bis dahin war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass Zellen vor allem durch ihr genetisches Programm und chemische Botenstoffe gesteuert werden.

Damit gilt Wickström als eine der Begründerinnen der Zellkern-Mechanobiologie, die den Einfluss physischer Kräfte auf Zellen untersucht. Langfristig kann ihre Forschung zur Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs, Organvernarbungen und andere, häufig altersbedingte Erkrankungen beitragen. Wickström ist Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Forschungsdirektorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Helsinki.

16.9. – Zukunftspreis-Finale: Energiespeicher, Chip und Intensiv-Therapie

München (dpa) 13:30 Uhr – Ein intelligenter Energiespeicher, Technik für hocheffiziente Mikrochips und neue Behandlungschancen für Intensivpatienten: Diese Innovationen sind für den Deutschen Zukunftspreis 2026 nominiert. Die drei Projekte betreffen damit wichtige Zukunftsthemen und sind bereits marktreif. Am Mittwoch wurden sie im Deutschen Museum in München vorgestellt. Wer den mit 250.000 Euro dotierten Preis erhält, entscheidet eine Jury am 18. November. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird ihn dann in Berlin überreichen. Bereits die Nominierung für den renommierten Wissenschaftspreis gilt als Auszeichnung.

Die nominierten Projekte:

  • Dunkelflaute und Hellbrise. Das reversible Kraftwerk schließt die letzten Lücken der Energiewende – Dr. Stephan Herrmann, Felix Fischer und Prof. Dr. Hartmut Spliethoff (TU München):
    ein neuentwickeltes reversibles Brennstoffzellenkraftwerk kann bei Bedarf Strom aus Biogas, Erdgas oder Wasserstoff erzeugen und bei einem Überangebot an Wind- und Solarstrom umgekehrt Wasserstoff oder synthetisches Methan herstellen.
  • Wenn jede Stunde zählt. Der neue Therapieansatz bei Multiorganversagen auf der Intensivstation – Dr. Claus Jessen, Dr. Tobias Bingold und Christoph Hüßtege (Münchner Advitos-Gesellschaft):
    ein neues System, das bei Multiorganversagen gleichzeitig mehrere lebenswichtige Funktionen unterstützt: wasserlösliche und proteingebundene Giftstoffe aus dem Blut entfernen, bei der Elimination von Kohlendioxid helfen und den Säure-Basen-Haushalt stabilisieren
  • 3D-Druck auf der Nanoskala. Photonische Mikrochips und Lichtbrücken für die digitale Zukunft – Prof. Dr. Christian Koos, Dr. Philipp Dietrich und Dr. Matthias Lauermann (Karlsruher Institut für Technologie):
    eine effiziente Fertigungstechnologie für photonische Mikrochips, die wirtschaftliche Fertigung photonischer Systeme für Rechenzentren und Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz in großen Stückzahlen ermöglicht

Den Zukunftspreis 2025 gab es für Brennstoffzellen im Lkw .

14.9. – Cheplapharm aus Greifswald und Sanofi vor Milliarden-Deal

Greifswald/Paris (dpa) 16:32 Uhr – Die Greifswalder Pharmafirma Cheplapharm will mit einem Deal mit dem französischen Arzneimittel-Riesen Sanofi seinen Jahresumsatz um rund eine Milliarde Euro erhöhen und drei Produktionsstandorte im Ausland übernehmen. Cheplapharm soll demnach 20 Medikamente von Sanofi übernehmen und vermarkten. Im Gegenzug erhielten die Franzosen eine Beteiligung von 26,4 Prozent an Cheplapharm. Damit werde eine bereits bestehende Kooperation ausgebaut.

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Cheplapharm würde durch den Deal, der noch unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Arbeitnehmervertretungen und Regulierungs- und Kartellbehörden stehe, nach eigenen Angaben zum fünftgrößten Pharmaunternehmen Deutschlands aufsteigen. Der Jahresumsatz würde demnach von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden auf mehr als 2,6 Milliarden Euro steigen. Durch die Übernahme dreier Produktionsstätten in Ungarn, Singapur und Frankreich würde zu den bislang rund 800 Cheplapharm-Mitarbeitern nochmals mehr als 550 dazukommen.

Cheplapharm vermarktet bereits etablierte spezialisierte Arzneien, nachdem sie aus dem Patentschutz herausgefallen sind, und beauftragt externe Unternehmen mit der Fertigung. Nach dem Sanofi-Deal würde Cheplapharm den Blutverdünner Lovenox selbst herstellen. Das Medikament kommt beispielsweise in Thrombosespritzen zum Einsatz.

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13.9. – Chemiekonzern Evonik schließt Standort in Bitterfeld

Essen/Bitterfeld (dpa/sa) 10:03 Uhr – Der Chemiekonzern Evonik schließt im kommenden Frühjahr seinen Standort in Bitterfeld. Hintergrund seien die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die Auslastung der Anlagen sei seit längerem nicht ausreichend, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Verschiedene Optionen wie etwa eine Reduzierung der Kapazitäten hätte allesamt keine langfristig tragfähige Perspektive gezeigt.

Am Standort in Bitterfeld sind laut Unternehmen 40 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk soll Ende April 2027 schließen. In Bitterfeld produziert das Unternehmen Chlorsilane, die als Rohstoff für Mikrochips und Glasfaserkabel genutzt werden. Neben dem Standort Bitterfeld will Evonik auch ein weiteres kleineres Werk in Hamburg schließen, in dem 50 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die an den Standorten betriebenen Geschäfte würden aber weitergeführt und im Wesentlichen an größeren Standorten in Deutschland konzentriert.

Die Schließung des Evonik-Standorts in Bitterfeld reiht sich in eine Serie von Rückschlägen für die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt ein. Ende 2025 meldeten drei deutsche Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals Insolvenz an. Auch der US-Konzern Dow hatte im Juli 2025 angekündigt, Teile seiner Anlagen in Schkopau und im sächsischen Böhlen bis Ende 2027 zu schließen. Branchenverbände warnen seither vor einem Dominoeffekt im Mitteldeutschen Chemiedreieck, in dem nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit insgesamt rund 100 Firmen mit etwa 10.000 Beschäftigten ansässig sind.

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