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LABORPRAXIS-Newsticker 2026 Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2026

Quelle: dpa 91 min Lesedauer

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Hier finden Sie vergangene Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News aus dem Jahr 2025.

News-Archiv zu Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  ©viperagp - stock.adobe.com)
News-Archiv zu Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
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Willkommen im Archiv des LABORPRAXIS-Newstickers. Hier können Sie durch die Meldungen der vergangenen Wochen und Monate stöbern. Die aktuellen News finden Sie im LABORPRAXIS-Newsticker. Ältere Meldungen aus 2025 finden Sie im Archiv 2025.

7.9. – Balzanpreise 2026, u.a. für bioabbaubare Polymere

Hamburg (Public Relations für Forschung & Bildung GmbH) 18:24 Uhr – Heute wurden die Preisträger der diesjährigen Balzanpreise für Wissenschaft und Kultur bekannt gegeben: zwei in den Naturwissenschaften und zwei in den Geisteswissenschaften.

Rasmus Nielsen (University of California Berkeley) und Ziheng Yang (University College London) erhielten den Preis für Molekulare Evolution: Entschlüsselung von Mustern genomischer Veränderungen. Die Auszeichnung würdigt ihre bahnbrechenden und sich ergänzenden Beiträge zur molekularen Evolution, bei denen sie statistische Theorie, computergestützte Methoden und Genomanalysen kombinierten, um aufzudecken, wie natürliche Selektion Gene und Populationen prägt, sowie für die Entwicklung weit verbreiteter Werkzeuge, die die Erforschung evolutionärer Anpassung revolutioniert haben.

An Geoffrey W. Coates (Cornell University) und Marc A. Hillmyer (University of Minnesota) geht der Preis für biologisch abbaubare Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie überzeugten die Jury mit ihrer wegweisenden und kollaborativen Entwicklung nachhaltiger Polymere. Die Neuerungen kombinieren Moleküldesign und Katalyse, um nachwachsende Rohstoffe und zurückgewonnenes Kohlendioxid in hochleistungsfähige, abbaubare und wiederverwendbare Materialien umzuwandeln. Zudem entwickelten die Forscher dieser Entdeckungen von der Grundlagenforschung bis hin zu industriellen Technologien und Materialien weiter.

Die Gewinner der anderen zwei Preise in diesem Jahr:

  • Elena Esposito (Italien), Università di Bologna, für die Sozialwissenschaft der digitalen Technologie
  • David Nirenberg (USA), Institute for Advanced Study Princeton, für Jüdische Studien

Der Preis ist mit je 750.000 Schweizer Franken (800.000 Euro) dotiert, die Hälfte des Betrags muss von den Preisträgern zur Finanzierung von Forschungsprojekten junger Wissenschaftler und Forscher verwendet werden.

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3.9. – Kommunalabwasserrichtlinie: einseitige Herstellerfinanzierung in Kritik

Berlin (ots) 10:47 Uhr – Pharma Deutschland fordert Aussetzen der Erweiterten Herstellerverantwortung

Pharma Deutschland begrüßt die Schlussanträge von Generalanwältin Juliane Kokott im Klageverfahren Polens gegen die Kommunalabwasserrichtlinie. Mit ihrem Votum stellt Kokott die rechtliche Grundlage für die einseitige Finanzierungspflicht von Herstellern bestimmter Produktgruppen infrage.

Die angegriffenen Regelungen verpflichten Hersteller von Humanarzneimitteln und kosmetischen Mitteln dazu, einen maßgeblichen Anteil der Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen in kommunalen Abwasseranlagen zu tragen. Aus Sicht von Pharma Deutschland bestehen erhebliche Zweifel daran, dass diese pauschale Belastung mit den unionsrechtlichen Anforderungen vereinbar ist.

„Die Schlussanträge sind ein wichtiges Signal für Rechtsstaatlichkeit und eine ausgewogene Lastenverteilung. Kosten für den Ausbau der Abwasserbehandlung dürfen nicht pauschal einzelnen Branchen zugewiesen werden, wenn die Auswahl und Ausgestaltung der Finanzierungspflicht unionsrechtlichen Maßstäben nicht standhalten“, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin Pharma Deutschland. Die Schlussanträge der Generalanwältin sind für den EuGH nicht bindend. Sie geben dem Gerichtshof jedoch eine wichtige rechtliche Orientierung für seine Entscheidung.

Hintergrund: Mit Artikel 9 der Kommunalabwasserrichtlinie wird eine erweiterte Herstellerverantwortung für bestimmte Produktgruppen eingeführt. Anhang III erfasst insbesondere Humanarzneimittel und kosmetische Mittel. Die Hersteller sollen sich an den Kosten für weitergehende Reinigungsmaßnahmen in kommunalen Abwasseranlagen beteiligen.

Polen hat gegen die entsprechenden Regelungen Klage vor dem EuGH erhoben und unter anderem geltend gemacht, dass die Finanzierungspflicht gegen das Verursacherprinzip und den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoße. Kritisiert wird insbesondere, dass die Kostenlast allein Herstellern von Humanarzneimitteln und kosmetischen Mitteln auferlegt wird.

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3.9. – Deutscher Umweltpreis für Membranforscher und Klimajuristin

Osnabrück (dpa) 7:15 Uhr – Mit dem Deutschen Umweltpreis werden in diesem Jahr eine neue Membranfilter-Technologie zur Wasserreinigung in Kläranlagen ausgezeichnet sowie das Engagement für klare rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergibt den Preis an die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen (54) sowie den Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul (61), Gründer und Geschäftsführer der Membion GmbH in Roetgen bei Aachen, wie die Stiftung in Osnabrück bekannt gab.

Vossenkaul erhält den Preis für neue Entwicklungen in der Abwasserreinigung in Kläranlagen. Die von ihm entwickelten Hohlfasermembranfilter sind dünne Röhrchen, die aus Klärschlamm klares Wasser filtrieren. Die Membranen bestehen aus vier Kunststoffen und haben so feine Poren, dass sie problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime sowie mittels Aktivkohle auch Arznei- und Kosmetikrückstände aus dem Abwasser herausfiltern.

Die Membranen sehen aus wie Spaghetti, sind hohl und etwa 1,60 Meter lang. „Mit Beharrlichkeit und Erfindergeist ist Vossenkaul Wegbereiter einer Technologie, die bereits heute die Standards von morgen erfüllt – für eine neue Ära der Abwasserreinigung in Kläranlagen“, betonte Bonde. Der DBU-Generalsekretär spricht von neuen Maßstäben für die Abwasserreinigung: beste Wasserqualität, minimaler Energiebedarf und maximale Platzersparnis. Das mache Kläranlagen zukunftsfest.

Verheyen verschafft Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind. Die Rechtsanwältin ist Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts und setzt sich entschlossen und konsequent dafür ein, klare rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt zu schaffen. „Roda Verheyen wendet abstrakte Vorgaben aus dem nationalen und internationalen Recht auf konkrete Fälle an und macht sie so wirksam“, lobte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.

Verheyen und Vossenkaul teilen sich den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preis, der am 25. Oktober in Aachen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht werden soll. Der Deutsche Umweltpreis wird jährlich von der DBU für entscheidende und vorbildliche Leistungen zum Schutz und Erhalt der Umwelt vergeben.

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