English China

LABORPRAXIS-Newsticker 2026

Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2026

< zurück

Seite: 2/5

Anbieter zum Thema

30.3. – Webinar demonstriert Quantenchemieberechnung

København Ø/Denmark (Team Kvantify) 16:00 Uhr – Wie lässt sich Quantenchemie heute auf realer Quantenhardware ausführen? Die Unternehmen Kvantify und Iqm Quantum Computers kooperieren, um einen kompletten Workflow zu demonstrieren, mit dem sich eine Quantenchemieberechnung auf einem Quantenprozessor durchführen lässt.

In einem kostenlosen Webinar zeigen Daniel Bulmash von Iqm und Patrick Ettenhuber von Kvantify, wie man das Ionisierungspotenzial von Ammoniak mit mit der Quantentechnologieplattform Qrunch, berechnet. Anschließend führen sie die Berechnung nativ auf Iqm Resonance aus, der Cloud‑Quantum‑Computing‑Plattform von Iqm.

Die Teilnehmenden folgen dem kompletten Workflow von der Moleküldefinition bis zur Ausführung auf der Hardware und sehen, wie sich Quantenchemieaufgaben für moderne Quantensysteme vorbereiten und ausführen lassen. Die Sitzung konzentriert sich auf ein bekanntes Molekülsystem und zeigt, wie Quanten‑Software und Quanten‑Hardware heute in praktischen Forschungsabläufen zusammenwirken.

Das Webinar richtet sich an Quantenentwickler, rechnerische Chemiker und Forschende, die Quantenchemieberechnungen auf realen Quantenrechnern durchführen möchten.

Termin: 9. April 2026, 15:00–16:00 Mitteleuropäische Sommerzeit

Weitere Infos auf www.kvantify.com

27.3. – BASF verlässt Industriepark Höchst

Ludwigshafen (dpa) 15:38 Uhr – Der Chemiekonzern BASF bereitet den Verkauf der Produktionsanlagen am Standort Industriepark Höchst vor. Mit der ProChem InnoTec GmbH sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden, teilte das Unternehmen mit. Der Abschluss der Transaktion mit dem Frankfurter Chemieunternehmen werde für das Ende des ersten Quartals nächsten Jahres erwartet. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

BASF hatte bereits Mitte 2024 angekündigt, sich wegen des Kostendrucks von dem Industriepark im Frankfurter Stadtteil Höchst zu trennen. Alle BASF-Produktionsanlagen in dem Industriepark seien von dem Verkauf betroffen, teilte Nicolai Wörz, Geschäftsführer BASF Agricultural Solutions GmbH, mit. Diese seien bislang für die Produktion von Glufosinat-Ammonium genutzt worden, dessen Herstellung zum Ende des Jahres 2024 eingestellt wurde.

26.3. – „Chemieagenda“: Bundesregierung legt Maßnahmenpaket vor

Berlin (dpa) 12:41 Uhr – Die Bundesregierung sucht den Schulterschluss mit Arbeitgebern und Gewerkschaften, um die kriselnde Chemieindustrie zu stärken. In Berlin wurde eine von Politik und Branche erarbeitete „Chemieagenda 2045“ vorgelegt. Zu den Maßnahmen gehört eine Senkung der Stromkosten. Die Bundesregierung hat bereits einen staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis angekündigt. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche sagte, die Ressortgespräche dazu innerhalb der Regierung seien beendet.

Geplant ist zudem eine Ausweitung der sogenannten Strompreiskompensation. Dabei werden Firmen indirekt von Kosten des CO2-Emissionshandels entlastet. Reiche sagte, hierzu sei man in letzten Gesprächen mit dem Finanzministerium. Außerdem will sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für Vereinfachungen im EU-Chemikalienrecht sowie Reformen beim Emissionshandel einsetzen. Dabei geht es um eine längere Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate an energieintensive Firmen.

Der Vorsitzende der Chemie-Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sagte, bei der CO2-Bepreisung bräuchte die Unternehmen dringend eine Verschnaufpause. Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), forderte, es müssten schnell spürbare Entlastungen folgen.

„Die chemische Industrie befindet sich in schwerem Fahrwasser“, sagte Reiche. Es gehe darum, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Steilemann sprach von der größten Krise in der Nachkriegsgeschichte. Die Existenz der deutschen Chemieindustrie sei gefährdet.

In der Agenda wird die Chemieindustrie als industrielle Schlüsselbranche bezeichnet. Sie liefere essenzielle Grundstoffe und Hightech-Materialien für fast alle Wertschöpfungsketten - von Mobilität, Ernährung und Gesundheit bis und Verteidigung. Die Chemieagenda enthält auch Maßnahmen zur Stärkung von Forschung, Innovation und Investitionen.

25.3. – Chemie-Start-up erhält Wirtschaftspreis

Magdeburg (dpa/sa) 18:31 Uhr – Ein Chemie-Start-up hat den diesjährigen Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt erhalten. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zeichnete am Mittwoch in Magdeburg die Cynio GmbH aus Bitterfeld-Wolfen aus. Mit der Auszeichnung würdigt das Land Unternehmen und Existenzgründungen, die mit Innovationskraft und Unternehmergeist zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

In der Kategorie „Existenzgründung“ ging der Preis an das Chemie-Start-up Cynio. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt ein Verfahren zur Herstellung spezieller Chemikalien, die etwa in Beschichtungen, Materialien oder medizinischen Anwendungen eingesetzt werden. Statt des hochgiftigen Gases Phosgen setzt das Team auf ein alternatives Verfahren mit Kohlendioxid, das in der Industrie ohnehin anfällt und wiederverwendet werden kann.

Nach Angaben der Staatskanzlei erschließt das Unternehmen damit gezielt Nischenmärkte, in denen solche Spezialchemikalien bislang schwer verfügbar sind. Zudem habe Cynio innerhalb kurzer Zeit ein eigenes Labor aufgebaut, internationale Kooperationen initiiert und erste Aufträge gewonnen.

25.3. – Münchener Wachstumstreiber für Life-Science-Start-ups

München/Göttingen (Life Science Factory) 10:35 Uhr – Vor einem Jahr nahm die Life Science Factory ihren Standort in München auf dem Gelände von Helmholtz Munich in Betrieb. Mit dem Einzug des ersten Start-ups Ovo Labs am 1. Februar 2025 begann die Ansiedlung junger Life-Science-Unternehmen, die seither kontinuierlich gewachsen ist. Während anfangs drei Teams vor Ort aktiv waren, arbeiten heute zwölf Start-ups auf rund 1.800 Quadratmetern in spezialisierten Laboren und Co-Working-Flächen.

Die enge Kooperation zwischen der Life Science Factory und Helmholtz Munich verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit unternehmerischer Umsetzung. Der Standort richtet sich dabei nicht nur an Start-ups, sondern auch an Industriepartner, die frühzeitig Zugang zu neuen Technologien, Forschungsergebnissen und Innovationsprojekten suchen.

Am Münchner Standort finden Start-ups aus Bereichen wie Reproduktionsmedizin, Antibiotikaforschung und Laborautomation optimale Bedingungen, um Forschungsergebnisse effizient weiterzuentwickeln und in marktfähige Anwendungen zu überführen.

„Gerade in den frühen Entwicklungsphasen entscheidet die Qualität der Infrastruktur darüber, wie schnell aus wissenschaftlichen Erkenntnissen belastbare Technologien werden“, sagt Ellen Goel, Geschäftsführerin der Life Science Factory. „Deshalb stellen wir unseren Start-ups von Beginn an voll ausgestattete Laborflächen und spezialisierte Funktionslabore zur Verfügung – von Zellkultur und Mikrobiologie bis hin zu DNA- und RNA-Arbeiten sowie Proteinbiochemie.“

Neben der technischen Infrastruktur setzt die Life Science Factory München gezielt auf programmatische Unterstützung. Ein zentraler Bestandteil dessen sind fachliche Austauschformate und Community-Events. Anfang des Jahres kamen beim Munich Lab Automation Meet-up auf dem Helmholtz Pioneer Campus mehr als 160 Teilnehmende aus Forschung, Start-ups und Industrie zusammen. Darüber hinaus wird 2026 erstmals ein zweiter Track des ELSA-Programms in München stattfinden, das sich an Life-Science-Start-ups in frühen Entwicklungsphasen richtet und sie unter anderem bei Themen wie Geschäftsmodellentwicklung, Regulierung und Finanzierung unterstützt.

„Die Entwicklung seit dem vergangenen Jahr zeigt, dass unser Konzept auch am Standort München trägt“, zieht Pia Kleibel, Community & Operations Manager der Life Science Factory München, Zwischenbilanz. „Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach professioneller Infrastruktur und strukturierter Unterstützung. In den kommenden Jahren wollen wir das Netzwerk weiter ausbauen und gezielt Kooperationen mit Industrie- und Pharmaunternehmen stärken.“

23.3. – Tarifgespräche für Chemiebranche gehen in heiße Phase

Bad Breisig (dpa) 13:19 Uhr – Schwierige Gespräche in Zeiten des Iran-Kriegs: In den bundesweiten Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie hat die dritte Runde begonnen. Die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC ringen im rheinland-pfälzischen Bad Breisig um Gehaltszuwächse und Jobsicherung inmitten der Konjunkturflaute. Die Verhandlungen sind bis Mittwoch angesetzt.

Ende Februar waren die Gespräche ergebnislos vertagt worden, nun macht der Krieg im Nahen Osten die Verhandlungen komplexer. Denn gerade die Chemiebranche ist vom Anstieg der Energiepreise stark betroffen. Sie verbraucht viel Öl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.

Während die Arbeitgeber wegen der Krise der Chemiebranche auf Lohnzurückhaltung pochen, will die IG BCE Jobs sichern und höhere Entgelte oberhalb der Inflation erreichen. Die dürfte mit dem Nahost-Krieg steigen. Auf eine konkrete Lohnforderung hatte die Gewerkschaft aber verzichtet. Der aktuelle Tarifvertrag lief Ende Februar aus.

Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro. Während die Pharmaindustrie wächst, steckt die klassische Chemie seit langem in der Flaute. Ihr machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen.

23.3. – Neues Forschungsgebäude von Roche für schnellere Medikamentenentwicklung

Basel (Roche) 16:01 Uhr – Roche hat heute die Einweihung des neuen Forschungsstandorts des Institute of Human Biology bekannt gegeben. Damit geht das Unternehmen einen weiteren wichtigen Schritt, um das transformative Potenzial menschlicher Modellsysteme nutzbar zu machen und die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente zu beschleunigen.

„Die Eröffnung des Institute of Human Biology unterstreicht unser klares Bekenntnis zur Schweiz als globalen Innovationsstandort, in den Roche jährlich rund CHF 3,5 Milliarden in Forschung investiert“, sagt Thomas Schinecker, CEO der Roche-Gruppe. „Durch die Verbindung menschlicher Organoidmodelle mit künstlicher Intelligenz hat das IHB das Potenzial, die Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente grundlegend zu verändern und sie vorausschauender und effizienter zu gestalten. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Patientinnen und Patienten schneller Zugang zu innovativen Therapien ermöglichen.“

Das IHB nutzt Erkenntnisse aus der Krankheitsbiologie, Computational-Biology sowie der translationalen Biotechnologie, um Systeme zu entwickeln, die Krankheiten mit großer Präzision nachbilden. Die Kombination dieser Expertise in multidisziplinären Projekten ermöglicht es Forschenden, anspruchsvolle Modelle zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem komplexe kultivierte Gewebeproben, Organoide, mikrofluidische „Organ-on-Chip“-Technologien sowie In-silico-Modelle. Diese Modelle vertiefen das Verständnis grundlegender Mechanismen von Krankheiten sowie Therapien und verändern die Zukunft von Forschung und Entwicklung.

21.3. – BASF-Chef: China-Investition lohnt sich später als geplant

Ludwigshafen (dpa) 6:00 Uhr – Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Chemiewerks in China räumt BASF-Chef Markus Kamieth ein, dass sich diese Milliardeninvestition für den Konzern später als geplant lohnen wird. „Wir starten in einem überversorgten Markt, in dem die Preise und Margen auf einem historisch niedrigen Niveau liegen“, sagte Kamieth der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Die Profitabilität wird in den ersten Jahren daher deutlich unter dem sein, was wir uns ursprünglich vorgestellt hatten.“

Grundsätzlich verteidigte Kamieth die Entscheidung für den Bau des neuen Werks. Daran änderten nicht einmal geopolitische Risiken wie die Gefahr eines Kriegs um Taiwan etwas. Die Volksrepublik China zählt Taiwan zu ihrem Staatsgebiet und will die seit Jahrzehnten unabhängig regierte Insel an sich binden - notfalls mit Gewalt. „Wenn wir aufhören, in China zu investieren, ziehen wir uns aus der Hälfte des Weltmarkts zurück. Dieses Szenario ist für mich deutlich risikoreicher als eine Investition in China“, sagte Kamieth.

Der neue Standort in Zhanjiang im Süden Chinas, der am kommenden Donnerstag eröffnet werden soll, hat nach Auskunft des weltgrößten Chemiekonzerns rund 8,7 Milliarden Euro gekostet. Es handelt sich um die größte einzelne Investition in der Geschichte des Dax-Unternehmens. Gleichwohl investiert der Konzern Kamieth zufolge nirgendwo so viel Geld wie am Stammwerk in Ludwigshafen. Das bleibe auch in Zukunft so. Der neue Standort sei zudem nicht dazu da, jüngst stillgelegte Anlagen in Ludwigshafen zu ersetzen. „Wir verlagern nichts nach China“, sagte Kamieth.

18.3. – Analytik Jena feiert 40 Jahre Biometra

Jena/Göttingen (Analytik Jena) 9:23 Uhr – Analytik Jena blickt gemeinsam mit ihrer Tochterfirma Biometra auf vier Jahrzehnte technologischer Exzellenz in der Molekularbiologie zurück. Seit der Gründung 1985 hat Biometra die Laborarbeit begleitet – von frühen Elektrophorese-Systemen über wegweisende PCR Thermocycler bis hin zu modernen Plattformen für automatisierte, präzise Workflows. Die Unternehmensgeschichte ist eng mit Kundennähe, Ingenieurskunst und einem klaren Qualitätsanspruch verbunden.

Bereits in den Anfangsjahren hat Biometra auf Präzision und Zuverlässigkeit gesetzt: Die ersten Produkte ermöglichten die effiziente Trennung und Analyse von DNA, RNA und Proteinen. Sie wurden schnell zum Standard in vielen Laboren. 1989 markierte die Einführung früher PCR-Thermocycler einen Wendepunkt: Die DNA-Amplifikation wurde schneller, präziser und benutzerfreundlicher. In den 1990er Jahren festigte Biometra ihre Rolle als vertrauenswürdiger Technologiepartner in Forschung und Diagnostik weltweit, wie es in einer Pressemeldung heißt.

In den 2000er Jahren erweiterte Biometra ihr Portfolio: Lösungen für DNA/RNA Extraktion und quantitative PCR (qPCR) kamen hinzu, um die wachsenden Anforderungen moderner Labore zu bedienen. Ein wichtiger Schritt der Unternehmensgeschichte folgte am 11. Mai 2009: Biometra wurde Teil der Analytik Jena Gruppe. Diese Verbindung verstärkte das gemeinsame Produktangebot – von Thermocyclern über Elektrophorese und Blotting bis zu Imaging- und Hybridisierungs-Technologien – und eröffnete neue Märkte sowie Synergien in Entwicklung und Service.

Der Einfluss auf Wissenschaft und Gesellschaft ist vielfach dokumentiert: Mit dem Thermocycler TGradient leistete Biometra einen Beitrag zur Entschlüsselung des Humangenoms. Während der Covid-19-Pandemie bestätigte sich die zentrale Bedeutung von (q)PCR Systemen: Biometra Technologien unterstützten weltweit molekulare Diagnostik auf hohem Niveau. Strategische Kooperationen – etwa mit Max-Planck-Institutionen im Bereich Proteinreinigung – förderten darüber hinaus den Wissensaustausch und beschleunigten Innovationen, die in praxistaugliche Lösungen mündeten.

Seit den 2020er Jahren richtet Biometra den Blick zunehmend auf Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Integration in automatisierte Laborumgebungen – immer mit dem Ziel, präzise Ergebnisse schneller und robuster verfügbar zu machen.

12.3. – Schnelle Regulierung von Ewigkeitschemikalien gefordert

Hohn (dpa/lno) 4:30 UIhr – Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) warnt davor, dass die so genannten Ewigkeitschemikalien PFAS ins Grundwasser gelangen. PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen - die künstlichen Chemikalien sind sie in Alltagsprodukten wie Outdoor-Kleidung, Teflonpfannen oder Löschschäumen enthalten.

„PFAS machen in vielen Anwendungen unser Leben leichter und sind gleichzeitig eine schwere Hypothek für die Gesundheit künftiger Generationen, weil sie sich im Wasser anreichern und krank machen können“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Am Nachmittag will der Minister das neue Spurenstoffzentrum in Reinfeld im Kreis Stormarn besuchen.

Im Februar war bekanntgeworden, dass 31 Brunnen am Fliegerhorst Hohn im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit PFAS belastet sind. Nach Angaben des Kreises untersucht die Bundeswehr seit längerem ihre Militärstandorte auf Altlasten. 2019 wies man auf dem Gelände erstmals erhöhte PFAS-Werte im Bereich des Feuerlöschübungsbeckens nach. Die Verunreinigungen entstanden vor allem durch den Einsatz von PFAS-haltigem Feuerlöschschaum bei Übungen, der damals noch erlaubt war.

Diverse Ewigkeitschemikalien stünden im Verdacht, krebserregend zu sein, sagte Goldschmidt. Auch eine Hormonwirksamkeit sei gegeben. „Mit solchen Stoffen ist Vorsicht geboten. Aber bis auf wenige Ausnahmen sind PFAS bislang nicht reguliert, leider nicht mal in unseren Wasserschutzgebieten.“ Dabei bedrohten sie die Gesundheit.„Deshalb ist völlig klar: Wir müssen uns besser vor PFAS schützen.“

Einmal im Wasserkreislauf, blieben die Chemikalien so gut wie ewig bestehen. „Deshalb hat der Schutz unserer Gewässer besondere Bedeutung“, sagte Goldschmidt. Notwendig sei eine Beschleunigung des EU-Regulierungsverfahrens.

Der Minister verwies auf ein Sonderprogramm der schwarz-grünen Landesregierung. In den kommenden fünf Jahren stehen 3,5 Millionen Euro für das Monitoring von PFAS in Boden und Grundwasser sowie für die Unterstützung der Kommunen für die Erkundung und Sanierung von belasteten Standorten bereit. „Mit dem Sonderprogramm gehen wir einen wichtigen Schritt weiter. Unsere Böden, Gewässer und unser Trinkwasser müssen besser geschützt werden“, sagte Goldschmidt.

10.3. – Biontech-Gründer verlassen Unternehmen und gründen neues

Mainz (dpa) 12:20 Uhr – Die Impfstoff-Pioniere und Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci werden das in der Corona-Pandemie weltweit bekannt gewordene Unternehmen verlassen und ein neues gründen. Die Eheleute scheiden spätestens Ende 2026 aus, dann enden ihre aktuellen Dienstverträge, wie Biontech in Mainz mitteilte.

Ihr neues Biotechnologie-Unternehmen soll sich demnach auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis widmen. Anteilseigner von Biontech, das für das Geschäftsjahr 2025 einen Milliardenverlust meldete, wollen die Eheleute aber bleiben. Derzeit halten sie nach Unternehmensangaben rund 15 Prozent.

Geplant ist laut Biontech, Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug bekomme Biontech eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Firma sowie Lizenzgebühren. Auch seien Meilensteinzahlungen vereinbart worden, Biontech wird also bei Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte Geld von dem neuen Unternehmen erhalten. Eine bindende Vereinbarung hierzu soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abschlossen werden, erklärte Biontech.

Sahin und Türeci hatten Biontech 2008 gegründet. Ziel war die Entwicklung von Krebstherapien auf mRNA-Basis. In der Corona-Pandemie wurden kurzerhand dann alle Kapazitäten der Mainzer in die Entwicklung eines mRNA-Vakzins gegen Covid-19 gesteckt - mit Erfolg. Das Unternehmen gewann das Wettrennen gegen eine Reihe von Mitbewerbern und erhielt gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer die erste Marktzulassung für einen Corona-Impfstoff.

Warum nun der Ausstieg Sahins und Türecis? „Özlem und ich wollen ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten“, sagte Sahin in einer Mitteilung. Es sei schon immer ihre Vision gewesen, Wissenschaft in Fortschritte für Patientinnen und Patienten zu überführen. Nun biete sich die Chance, die nächste Generation an Innovationen zu erschließen.

10.3. – Fortpflanzungsgefährdende Ewigkeitschemikalie im Wasser: Umwelthilfe klagt

Berlin (ots) 7:01 Uhr –Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verschärft ihren juristischen Kurs gegen den Eintrag der langlebigen PFAS-Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) in Grund- und Oberflächengewässer. Dazu reicht die DUH Klagen wegen unzureichender Maßnahmenprogramme in sechs großen Flussgebietseinheiten ein: Donau, Elbe, Ems, Rhein, Warnow-Peene und Weser. Beklagt wird, dass die Länder keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen haben, obwohl der für Pestizide und deren relevante Abbauprodukte geltende Grenzwert in Höhe von 0,1 Mikrogramm pro Liter in Bezug auf TFA im Grundwasser überschritten wird.

Eine bereits 2022 eingereichte Klage zur Flussgebietseinheit Eider in Schleswig-Holstein ist derzeit vor dem Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht anhängig. Die weiteren Klagen liegen vor den obersten Verwaltungsgerichten der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

In keinem der Programme sind wirksame Maßnahmen vorgesehen, um den Eintrag von TFA in Gewässer zu verhindern oder bestehende Belastungen zurückzuführen. Aus Sicht der DUH müssen wirksame Maßnahmen zur Einschränkung von TFA-bildenden Pestiziden, F-Gasen und industriellen Einleitungen schnellstmöglich umgesetzt werden.

TFA ist die kleinste PFAS-Ewigkeitschemikalie sowie ein langlebiges Abbauprodukt zahlreicher Per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen (PFAS). Die größten Quellen sind TFA-bildende Pestizide und fluorierte Kältemittel (F-Gase). Über Industrie, Kläranlagen, Niederschlag und die Auswaschung bestimmter Pestizide gelangt TFA ins Wasser.

Hier können die Maßnahmenprogramme der Bundesländer konkret ansetzen:

Sie müssen wasserrechtliche Einleitungen aus Industrie und Kläranlagen mit strengeren Auflagen zur Emissionsminderung versehen oder bestehende Genehmigungen widerrufen. Zudem müssen sie den Einsatz TFA-bildender Pflanzenschutzmittel insbesondere in Wasserschutzgebieten untersagen und neue Wasserschutzgebiete mit klaren Anwendungsbeschränkungen ausweisen.

10.3. – Mehr Patente: Industrie verstärkt Forschung und Entwicklung

München (dpa) 5:05 Uhr – Deutschlands Industrie reagiert mit verstärkter Forschung und Entwicklung auf die technologische Konkurrenz aus China und anderen Nationen. Die Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Neuentwicklungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) angemeldet als 2024. Das teilte die Münchner Bundesbehörde mit. Insgesamt stieg die Zahl der Patentanmeldungen um 4,7 Prozent auf 62.050.

Der Großteil – 42.349 Anmeldungen – stammte nach wie vor von heimischen Unternehmen, ein Plus von 5,6 Prozent. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade für Unternehmen aus Deutschland weiter hohe Priorität hat“, erklärte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Ausländische Firmen reichten 19.701 Patentanmeldungen ein, das war ein niedrigerer Anstieg von 2,8 Prozent.

Die zehn Unternehmen mit den meisten Anmeldungen waren sämtlich Autohersteller und -zulieferer, darunter acht deutsche Firmen.

Zahlenmäßig stärkster Technologiesektor war der Maschinenbau mit 24.338 in- und ausländischen Anmeldungen (+2,2 Prozent), gefolgt von der Elektrotechnik mit 19.436 (+ 9,1 Prozent). Im Bereich „Chemie“ wurden 4.613 Anmeldungen erfasst, ein Plus von 5,2 Prozent.

Die alljährliche Bilanz des Patent- und Markenamts ist ein Indikator der Entwicklungstätigkeit der deutschen Industrie. Ein vollständiges Bild liefern die Zahlen allerdings nicht, da Siemens und manche anderen deutschen Unternehmen ihre Neuentwicklungen bevorzugt beim ebenfalls in München sitzenden Europäischen Patentamt einreichen.

9.3. – Alexandra Knauer mit dem Pittcon Heritage Award ausgezeichnet

Berlin (Knauer) 17:29 Uhr – Die Unternehmerin Alexandra Knauer, geschäftsführende Gesellschafterin der KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH, wird in den USA mit dem Pittcon Heritage Award 2026 ausgezeichnet.

Der Preis würdigt besondere Persönlichkeiten, die die Entwicklung der Instrumentellen Analytik und der Laborwissenschaften nachhaltig geprägt haben. Die Verleihung fand am 8. März 2026 in San Antonio, Texas, im Rahmen der Pittcon-Konferenz und -Expo statt. Da Alexandra Knauer kein US-Visum erhalten hatte, nahm Dr. Markus Fuchs, der seit 30 Jahren bei KNAUER tätig ist, den Preis stellvertretend entgegen.

Alexandra Knauer führt das Berliner Familienunternehmen in zweiter Generation und hat es in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich von einem klassischen Hersteller analytischer Messinstrumente zu einem breit aufgestellten Life-Science-Technologieanbieter transformiert. Unter ihrer Leitung wurden neben analytischen und präparativen HPLC‑Systemen auch neue Geschäftsfelder wie Fast-Protein-Liquid-Chromatography (FPLC) sowie Technologien für die Produktion von Lipidnanopartikeln etabliert.

Labortechnik zum Anfassen

Freier Eintritt und kostenlose Vorträge auf der LAB-SUPPLY

Informieren Sie sich umfassend und fachspezifisch über die neuesten Technologien in der Laborbranche. Vergleichen Sie Hersteller von Laborgeräten, Laborzubehör und Laborausstattung direkt vor Ort und knüpfen Sie neue Kontakte. Die Experten beantworten Ihre Fragen zu bestimmten Techniken, Anwendungen, Methoden und Richtlinien und ganz nebenbei können Sie sich weiterbilden.

Jetzt kostenfrei registrieren

4.3. – Protest in Marburg gegen Einschnitte bei Biotech-Firmen

Marburg (dpa/lhe) 18:00 Uhr – Rund 3.000 Menschen haben nach Polizeiangaben in Marburg gegen Einschnitte bei Biotechnologieunternehmen protestiert. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). „Die Arbeitgeber haben innerhalb von acht Monaten über 1.000 Arbeitsplätze vernichtet“, hatte Anne Weinschenk, Leiterin des IGBCE-Bezirks Mittelhessen, vorab erklärt.

Einschnitte gibt es derzeit durch den Sparkurs des Unternehmens CSL, das seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Marburg einstellt. Bei der CSL Innovation GmbH fallen dadurch rund 500 Arbeitsplätze weg. Hinzu kommen weitere Einschnitte in der Produktion, die dem Vernehmen nach weitere Jobs kosten dürften - die Rede ist von rund 400 bis 450 Stellen. Das für seinen Corona-Impfstoff bekannte Unternehmen Biontech hatte zudem den Wegfall von 250 bis 350 Vollzeitäquivalenten an seinem Marburger Standort angekündigt.

CSL Limited mit Sitz im australischen Melbourne hat weltweit derzeit rund 29.000 Beschäftigte und durchläuft nach Angaben einer Sprecherin an allen Standorten weltweit eine „Transformation“. Marburg ist der mit Abstand größte Standort in Deutschland mit rund 3.000 Beschäftigten. Das Unternehmen bietet unter anderem plasmabasierte Therapien gegen seltene Erkrankungen an.

4.3. – Geschäftsergebnis 2025: Roche in Deutschland zieht positive Bilanz

Mannheim (Roche) 13:00 Uhr – Während große Teile der deutschen Wirtschaft stagnieren, setzt Roche ein ermutigendes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Im Geschäftsjahr 2025 investierte das Unternehmen über 700 Millionen Euro in die deutschen Standorte und steigerte seinen Umsatz um 4,7 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Dieses Wachstum basiert auf gezielten Investitionen in medizinischen Fortschritt entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Roche bekennt sich damit klar zum Standort Deutschland und zahlt direkt auf die Hightech-Agenda und künftige Pharma- und Medizintechnikstrategie der Bundesregierung ein.

Damit Deutschland auch weiterhin eine leistungsfähige medizinische Versorgung und einen schnellen Zugang von Patienten zu neuesten Innovationen sicherstellen kann und im internationalen Wettbewerb nicht weiter zurückfällt, müssen den politischen Bekenntnissen zügig wirksame industriepolitische Reformen folgen.

Geschäftsjahr 2025 von Roche in Deutschland im Überblick:

  • Gesamtumsatz* steigt auf rund 8,9 Milliarden Euro (+4,7 Prozent).
  • Pharma-Sparte: Umsatz von 2,2 Milliarden Euro (+6,3 Prozent). Dieses Ergebnis spiegelt die hohe Nachfrage nach innovativen Therapien wie Vabysmo, Ocrevus, Evrysdi und Polivy wider und ist Ausdruck eines funktionierenden Innovationswettbewerbs sowie eines steigenden Versorgungsbedarfs in einer alternden Gesellschaft.
  • Diagnostik-Sparte: Die Division Diagnostics entwickelte sich stabil und lag mit rund 909 Millionen Euro (-1 Prozent) nahezu auf dem starken Niveau des Vorjahres. Das Geschäft mit Blutzuckerteststreifen verzeichnete - infolge des technologischen Wandels hin zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM, z. B. Accu-Chek SmartGuide) - einen erwarteten Rückgang. Ebenso entwickelte sich das Gerinnungsselbstmanagement aufgrund veränderter Therapieansätze rückläufig. Die Rückgänge konnten jedoch durch das solide Wachstum im Kerngeschäft weitgehend kompensiert werden.
  • Konzernlieferungen: Die Lieferungen aus den deutschen Standorten in den globalen Roche-Verbund stiegen auf 5,8 Milliarden Euro (+5 Prozent). Dies unterstreicht die strategische Bedeutung Deutschlands als Technologie- und Produktionsknotenpunkt innerhalb des Konzerns sowie als Exportnation.
  • Mitarbeitende: Roche beschäftigte zum 31. Dezember 2025 18.594 Mitarbeitende (+338 im Vergleich zu 2024), davon 643 Auszubildende. Insgesamt hängen laut Prognos AG rund 56.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von Roche ab - jeder Roche-Arbeitsplatz induziert 2,1 Arbeitsplätze.

* Gesamtumsatz von Roche in Deutschland umfasst die Umsätze der Sparten Pharma und Diagnostik sowie die Konzernlieferungen.

(ID:50683738)