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Antivirale Wirkung von Azelastin Rezeptfreies Nasenspray schützt vor Corona-Infektionen

Quelle: Pressemitteilung Universität des Saarlandes 2 min Lesedauer

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Eine Corona-Infektion kann für einige Menschen nach wie vor schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Möglicherweise kann einfaches Nasenspray hier helfen, wie eine Studie zeigt: Teilnehmer, die den Nasenspray-Wirkstoff Azelastin bekamen, erkrankten dreimal seltener an SARS-CoV-2 als diejenigen in der Placebogruppe. Die Studie zeigt zudem, dass das Nasenspray nicht nur vor Corona schützt.

Azelastin-Nasenspray wird seit Jahrzehnten als rezeptfreies Medikament zur Behandlung von allergischem Schnupfen eingesetzt. Bereits zuvor haben In-vitro-Studien antivirale Effekte gegenüber SARS-CoV-2 und anderen respiratorischen Viren gezeigt. (Symbolbild) (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Azelastin-Nasenspray wird seit Jahrzehnten als rezeptfreies Medikament zur Behandlung von allergischem Schnupfen eingesetzt. Bereits zuvor haben In-vitro-Studien antivirale Effekte gegenüber SARS-CoV-2 und anderen respiratorischen Viren gezeigt. (Symbolbild)
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Corona-Infektionen können nach wie vor zu schweren Krankheitsverläufen bis hin zu chronischen Erkrankungen führen. Besonders gefährdete Personengruppen sind daher weiterhin auf Schutzmaßnahmen angewiesen. Wissenschaftler untersuchen in einer aktuellen Studie, ob ein antiallergisches Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastin das Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 reduzieren und damit zum Schutz der Menschen beitragen kann.

Die Wissenschaftler um den Studienleiter Prof. Dr. Dr. Robert Bals, Direktor der Klinik für Innere Medizin V am Universitätsklinikum und Professor für Innere Medizin an der Universität des Saarlandes, haben 450 Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt.

Die erste Gruppe, 227 Personen, erhielt dreimal täglich ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastin für insgesamt 56 Tage. 223 Personen der Kontrollgruppe sprühten sich im selben Zeitraum ebenfalls dreimal täglich ein Placebo in die Nase. „2,2 Prozent der Azelastin-Gruppe hat sich im Beobachtungszeitraum mit SARS-CoV-2 infiziert, in der Kontrollgruppe, die das Placebo erhielt, war der Anteil mit 6,7 Prozent infizierter Personen dreimal so hoch“, fasst Bals das zentrale Ergebnis zusammen. Bestätigt wurden die Infektionen mit einem PCR-Test.

Auch das Risiko für andere Atemwegserkrankungen wird gesenkt

Neben dem Rückgang an Corona-Infektionen zeigten sich in der Azelastin-Gruppe auch weniger symptomatische SARS-CoV-2-Verläufe, eine insgesamt geringere Anzahl an nachgewiesenen Atemwegsinfektionen und hierbei überraschenderweise auch eine niedrigere Rate an Rhinovirus-Infektionen – einem weiteren bedeutenden Erreger für Atemwegserkrankungen. Von den 227 Personen, die das azelastin-haltige Nasenspray erhielten, entwickelten 1,8 Prozent eine Rhinovirus-Infektion. In der Kontrollgruppe liege laut Bals der Anteil der Infizierten mit 6,3 Prozent ähnlich hoch wie bei SARS-CoV-2.

Azelastin-Nasenspray wird seit Jahrzehnten als rezeptfreies Medikament zur Behandlung von allergischem Schnupfen eingesetzt. Bereits zuvor haben In-vitro-Studien antivirale Effekte gegenüber SARS-CoV-2 und anderen respiratorischen Viren gezeigt. „Die aktuelle klinische Studie ist nun die erste, die eine präventive Schutzwirkung in einem realen Anwendungsszenario belegt“, erläutert Bales.

Das Nasenspray dient als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Schutzmaßnahmen

Für den Mediziner leiten sich daraus praktische Hinweise ab: „Insbesondere für Risikogruppen, in Hochinzidenzphasen oder bei bevorstehenden Reisen könnte das Nasenspray eine einfach zugängliche Ergänzung zu bestehenden Schutzmaßnahmen darstellen“, erklärt der Professor, der für Folgestudien großes Potenzial sieht: Die Studienergebnisse bekräftigen – nach Meinung der Wissenschaftler – die Notwendigkeit größerer, multizentrischer Studien, um den Einsatz von Azelastin-Nasenspray als „On-Demand“-Prophylaxe weiter zu untersuchen und das Potenzial auch gegenüber anderen Atemwegserregern zu prüfen.

Neben Professor Bals als Studienleiter waren an der randomisierten, doppelblinden Phase-2-Studie „Contain“ zudem das Institut für Klinische Pharmazie (Prof. Dr. Thorsten Lehr, Dr. Dominik Selzer), das Institut für Virologie (Prof. Dr. Sigrun Smola) und die Saarbrücker Ursapharm Arzneimittel GmbH beteiligt, Sponsor der klinischen Studie und Hersteller des Prüfpräparats. Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) war bei der Studie über die Arbeitsgruppen von Prof. Smola und Prof. Bals eingebunden.

Originalpublikation: Lehr T, Meiser P, Selzer D, et al; The CONTAIN Study Group. Azelastine nasal spray for prevention of SARS-CoV-2 infection: a phase 2 randomized clinical trial. AMA Intern Med. Published online September 02, 2025. DOI:10.1001/jamainternmed.2025.4283

(ID:50545327)

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