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Niedertemperatur-Vakuumtrocknung

Niedertemperatur-Vakuumtrocknung schont Bakterien und Umwelt

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Der Vakuumtrockner verfügt über eine programmierbare, digitale Druckregelung. In Zukunft ist es daher möglich, Experimente mit Vakuum-/Temperaturrampen durchzuführen, um zu ermitteln, welcher Temperaturabfall in der Probe zu einer idealen metabolischen Aktivität der Zellen bei welchem Restwassergehalt führt. Über einen direkt an der Probe platzierten Temperaturfühler wird die Temperatur der Bakterienstämme während der Trocknung gemessen und protokolliert. Nach der Erfahrung der Münchner Wissenschaftler liegt die Untergrenze für die Probentemperatur bei -1 °C, da hier die verwendeten Suspensionen gerade noch ungefroren vorliegen.

Kontrollierte Szenarien

Mit einem Temperaturbereich an der Stellfläche von +5 bis +80 °C – soweit technisch machbar, sind auch andere Temperaturbereiche möglich – eröffnet der Niedertemperatur-Vakuumtrockner von Memmert auch im Labormaßstab neue Möglichkeiten für eine ganze Reihe von Anwendungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Aminosäuren wie Lysin oder bestimmte Vitamine sind sehr hitzeempfindlich, die Stabilität von Zucker und Zuckeralkoholen verändert sich mit der Temperatur. So können nun beispielsweise kontrollierte Transport- und Lagerszenarien durchgespielt werden, um Veränderungen der Wirkstoffe oder der Volumina bei unterschiedlichen Druck- und Temperaturbedingungen zu ermitteln. Kombinierte Zeitrampen aus Temperatur und Druck erlauben eine Vielzahl an programmgesteuerten Simulationen.

Das Gerät ist kompakt, da die Kühlung mit Peltier-Elementen erfolgt und kein Kompressor erforderlich ist. Die Peltier-Kühlung ist in die Regelungstechnik und zahlreiche Programm- und Dokumentationsfunktionen des Standard-Vakuumschranks VO integriert. Daher bietet sich der Niedertemperatur-Vakuumtrockner auch für die Konservierung von empfindlichen Masterkulturen an. Wenn aufgrund interner Vorschriften zur Qualitätssicherung erforderlich, können die Trocknungsparameter sowie die Temperatur in der Kultur entweder im internen Datalogger oder über die integrierte Software auf einem externen Rechner protokolliert werden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil der Peltier-Technik sind darüber hinaus die hohe Regelgenauigkeit von ±0,1 K, die Laufruhe sowie die energiesparende und umweltfreundliche Kühlung ohne Kältemittel.

Literatur

[1] Ipsos, Deutsche interessiert an Functional Food. Der Favorit: Immunsystemstärkende Lebensmittel, Februar 2011

[2] Bauer, S.A.W.; Schneider, S.; Behr, J.; Kulozik, U.; Foerst, P.: Combined influence of fermentation and drying conditions on survival and metabolic activity of starter and probiotic cultures after low-temperature vacuum drying. J. Biotechnology, Online-Vorabpublikation unter doi: 10.1016/j.jbiotec.2011.06.010)

[3] TUM-Forscher entwickeln umweltfreundliches Verfahren, um Probiotika besser stabil zu halten, Presseinformation 06.07.2011, Technische Universität München Lehrstuhl für Lebensmittelverfahrenstechnik und Molkereitechnologie

[4] Foerst, P, Kulozik, U, Schmitt, M, Bauer, S, Santivarangkna, Ch (2011) Storage stability of vacuum-dried probiotic bacterium Lactobacillus paracasei. Food Bioprod. Proc. 10.1016/j.fbp.2011.06.004

* Ina Falkner: Marketing on Demand, 91126 Rednitzhembach

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