Anbieter zum Thema
Ergonomische Arbeitsplätze mit viel Licht
Im Bereich der Eingangsebene ist der Glasanteil durch eine Pfosten-Riegel-Fassade höher. Die Technikzentralen erhalten eine geschlossene Blechfassade.
Die Labor- und Produktionsbereiche mit ständigen Arbeitsplätzen wurden entlang der Fassaden angeordnet, um den Mitarbeitern ergonomische Arbeitsplätze mit viel Tageslicht bieten zu können. Die direkt anschließende Dunkelzone ohne Tageslicht dient der Unterbringung von Neben- und Funktionsräumen.
Die Versorgung mit Medien, Lüftung und elektronischen Anschlüssen erfolgt über die direkt an den Stirnseiten liegenden Technikschächte. Hierdurch sind kurze Wege und eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. Wartungspunkte und Schächte sind weitestgehend aus dem „Schwarzbereich“ erreichbar, der von den Reinraum- und Laborbereichen durch Schleusen getrennt ist. So wird eine Beeinträchtigung der Produktionsbereiche durch Wartungsarbeiten minimiert. Funktionen wie die Logistik, das Versorgungssystem sowie die Gemeinschaftsräume werden von allen Abteilungen gemeinsam genutzt.
Laborbereiche und Reinräume mit Zugangsberechtigung
Die produktionsabhängigen Funktionsbereiche sind in Hygienezonen unterteilt, für die unterschiedliche Anforderungen bestehen. Damit wird eine gleichbleibende Produktionsqualität sichergestellt. Die Laborbereiche sind als biologische Labore gemäß Biostoffverordnung (BioStoffV) klassifiziert und werden in die Klassen S1, S2 und S3** unterteilt.
Die Produktionsbetriebe sind in abteilungsbezogene Produktionsbereiche mit Zugangsberechtigung gegliedert, die aufgrund des Hygienekonzeptes durch Schleusen vom „Schwarzbereich“ getrennt sind.
Insbesondere im Produktionsbereich Humanserum waren verschiedene S2-Labore sowie ein S3**-Labor erforderlich, um einen sicheren Umgang mit den verwendeten Einsatzstoffen zu gewährleisten.
Um die Reinigung gemäß den Hygieneanforderungen sicherzustellen, wurde im Rahmen der Planung darauf geachtet, Wischflächen zu minimieren und damit eine Desinfektion zu erleichtern.
Alle Einbauten sind daher deckenhoch verblendet. Fugen und Ritzen wurden weitestgehend vermieden. Vollkernarbeitsplatten wurden anstelle von Steingut oder Melamin ausgewählt, da sie genauso wasserdicht und chemisch resistent sind.
Als übergeordnete Maßgaben der Planung galten die Maximierung der Nutzfläche sowie prozessbezogene Erfordernisse der Produktion. Die Gebäudearchitektur wurde entsprechend an die Voraussetzungen angepasst, die durch die Prozesse und die funktionale Abhängigkeit der Räume untereinander gegeben waren (wie z.B. feststehende Abmessungen von Equipment, Lagerflächen oder Verkehrswege entsprechend den spezifischen Flurförderfahrzeugen).
Die fünf Abteilungen der Roche Diagnostics erarbeiteten die jeweiligen Raumprogramme eigenständig. In einem iterativen Prozess und in Zusammenarbeit der Nutzer und HWP wurde anhand von Blockschemata das Raumprogramm mit Darstellung der Bezüge und Abhängigkeiten der einzelnen Raumflächen und Funktionen erarbeitet. Auf Grundlage dieser gemeinsamen Basis wurde das Raumprogramm im Gebäude umgesetzt und die entsprechenden Produktionsflüsse und Abhängigkeiten optimal dargestellt.
Eine enge Nutzereinbindung während der gesamten Planungsphase zeichnete dieses Projekt vom Entwurf bis hin zu Detailabstimmungen aus. Das Ziel war, eine bis ins Detail nutzungsoptimierte Produktionsumgebung zu planen und umzusetzen.
Mit dem DOC II konnte die erfolgreiche Zusammenarbeit der HWP Planungsgesellschaft mit der Roche Diagnostics fortgesetzt werden. In der Vergangenheit war HWP in mehreren Projekten für Roche Diagnostics tätig.
* S. Bühler, V. Rein HWP Planungsgesellschaft, 70190 Stuttgart
(ID:43618333)

