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Krankheitserreger Protein erkennt Krankheitserreger

Redakteur: Olaf Spörkel

Wissenschaftler des Wiener Forschungszentrums für Molekulare Medizin haben ein neues Protein entdeckt, das eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Krankheitserregern spielt.

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Wien – Am Wiener Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) haben Forscher unter Leitung des wissenschaftlichen CeMM Direktors Giulio Superti-Furga einen bisher unbekannten molekularen Sensor in der menschlichen Zelle entdeckt, der in der Lage ist krankheitserregende Viren zu entlarven und zugleich ein Alarmsignal an den Körper auszusenden. Das neu entdeckte Protein AIM2 patrouilliert in menschlichen Immunzellen. Sobald es DNA von einem angreifenden Virus oder Bakterium entdeckt, löst es die Sekretion des Signalproteins Interleukin-1 aus. Der Entzündungsmediator aktiviert wiederum einen Invasionsalarm im gesamten Körper. Das Molekül ist einer der wesentlichen Auslöser für Fieber und ein zentraler Mediator für Autoimmunkrankheiten. Nach Meinung der CeMM-Forscher ist somit die Entdeckung eines zentralen Moleküls des menschlichen Verteidigungsapparates gegen Krankheitserreger gelungen.

„Die Identifizierung dieses Moleküls stellt eine große Besonderheit dar. Es hilft uns, die unmittelbaren Reaktionen des Körpers auf Infektionen besser zu verstehen. Wir befinden uns zwar noch in einem sehr frühen Stadium der Erforschung dieses Moleküls, in Zukunft könnte AIM2 aber dazu verwendet werden, die Schutzfunktionen des menschlichen Organismus zum Beispiel im Falle von Epidemien zu verbessern“, betont Tilmann Brückstümmer, Erstautor der Studie. Die neuen Erkenntnisse der Wissenschaftler am CeMM stammen von einer groß angelegten, systematischen Suche nach menschlichen Proteinen, die krankheitserregende Moleküle binden. Drei weitere Forschergruppen aus Worcester, Philadelphia und Adelaide veröffentlichen zur selben Zeit in Nature und Science die Entdeckung des gleichen Proteins, was die Bedeutung der Forschungsergebnisse am CeMM unterstreicht.

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