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Neuer Aspekt des Neurotransmitters Dopamin beschrieben Dopamin: Glücksbringer und Entscheidungshelfer

Quelle: Pressemitteilung Universität zu Köln 2 min Lesedauer

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Gemächlich und genau, oder schnell aber weniger präzise? Wie wir Entscheidungen treffen, wird auch vom Neurotransmitter Dopamin beeinflusst. Dessen Rolle als Entscheidungshelfer haben nun Forscher der Universität zu Köln im Experiment und mit Computermodellen näher untersucht.

Bei der schnellen Entscheidungsfindung spielt auch der Neurotransmitter Dopamin eine Rolle (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert, Javier Allegue Barros, Milad Fakurian / Unsplash)
Bei der schnellen Entscheidungsfindung spielt auch der Neurotransmitter Dopamin eine Rolle (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, Javier Allegue Barros, Milad Fakurian / Unsplash)

Dopamin gilt als Glückshormon und wird als solches mit einer Reihe von Aspekten des Belohnungslernens und der Handlungskontrolle in Verbindung gebracht. Der Neurotransmitter spielt aber auch eine Rolle bei verschiedenen psychischen Störungen und ist wichtig für die eigene Antriebskraft. So besagt eine Theorie, dass Dopamin reguliert, wieviel Energie für Handlungen aufgewendet wird, bzw. wie schnell sie ausgeführt werden.

In der neuen Studie haben Wissenschaftler der Universität zu Köln dies im Kontext einer Lernaufgabe untersucht, gemeinsam mit Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der Technischen Universität Dresden sowie der Integrierten Psychatrie Winterthur in der Schweiz.

Probanden unter Dopaminzugabe im Lernmodus

In der Studie inkludiert waren 31 männliche Probanden, die lernten, abstrakte Symbole mit Belohnungen zu assoziieren. Alle Probanden führten verschiedene Versionen der Lernaufgabe in unterschiedlichen Bedingungen durch. Einmal wurde die Dopaminfreisetzung pharmakologisch erhöht – mittels L-Dopa, einer Vorstufe des Dopamins. In einer weiteren Bedingung wurde die Dopaminfreisetzung über eine niedrige Dosis des Wirkstoffes Haloperidol erhöht. Zum Vergleich wurde in einer dritten Bedingung ein Placebo verabreicht. Mit Computermodellen wurden die beteiligten Lern- und Entscheidungsprozesse über die Verteilungen der Reaktionszeiten der Probanden analysiert.

Ergebnis: Dopamin beschleunigt Entscheidungen, aber…

Es zeigte sich, dass Dopamin neben seinen bereits gut erforschten Funktionen anscheinend auch die Geschwindigkeit-Genauigkeit-Abwägung reguliert. Dies beschreibt die komplexe Beziehung zwischen der Bereitschaft einer Person, langsam zu reagieren und relativ weniger Fehler zu machen, und ihrer Bereitschaft, schnell zu reagieren und relativ mehr Fehler zu machen.

Die Wissenschaftler wiesen nach, dass bei einer erhöhten Freisetzung von Dopamin Entscheidungen schneller getroffen, aber tendenziell ungenauer werden.

„Diese Befunde verbinden zwei bisher eher separate Überlegungen zur Rolle von Dopamin“, sagt Dr. Jan Peters, Professor für Biologische Psychologie an der Uni Köln, der an der Studie beteiligt war. „Dopamin steuert die motorische Handlungskontrolle, kann aber auch die Motivation regulieren. Unsere Daten zeigen einen Mechanismus, der diese beiden Aspekte verbinden könnte, indem die Geschwindigkeit-Genauigkeit-Abwägung zugunsten der Geschwindigkeit verschoben wird.“

Noch unklar ist allerdings, inwieweit dieser Mechanismus auch bei Entscheidungen eine Rolle spielt, bei denen es nicht direkt um Belohnungen geht, und welche Rolle die motorische Handlungsvorbereitung hierbei spielt. Dies soll in weiteren Studien untersucht werden.

Originalpublikation: Chakroun, K., Wiehler, A., Wagner, B. et al. Dopamine regulates decision thresholds in human reinforcement learning in males, Nat Commun 14, 5369 (2023); DOI: 10.1038/s41467-023-41130-y

(ID:49706256)

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