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Zentrifuge

Sicher und sanft: Zentrifugen für Klinik und Zellkultur

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Ob für Forschungsanwendungen oder für die tägliche Laborroutine in analytischen, biotechnologischen oder klinischen Laboren – ohne Laborzentrifugen, funktioniert hier häufig wenig. Was der Markt derzeit speziell für klinische und für Zellkulturanwendungen zu bieten hat, lesen Sie hier.

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Die EBA 270 kann jeweils sechs gebräuchliche Blutabnahmegefäße oder Urinröhrchen bis zu einem Volumen von 15 ml bei einer maximalen Geschwindigkeit von 4000 Umdrehungen pro Minute zentrifugieren. (Bild: Hettich)
Die EBA 270 kann jeweils sechs gebräuchliche Blutabnahmegefäße oder Urinröhrchen bis zu einem Volumen von 15 ml bei einer maximalen Geschwindigkeit von 4000 Umdrehungen pro Minute zentrifugieren. (Bild: Hettich)

Die Anwendung bestimmt die Anforderungen an das technische Equipment – das gilt auch für Laborzentrifugen. So bieten Laborzentrifugen-Hersteller Systeme und Produktpakete an, die speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Anwender zugeschnitten sind z.B. für die Klinik bzw. Zellkultur.

Thermo Fisher Scientific beispielsweise hat kürzlich die neue Zentrifuge Thermo Scientific Sorvall RC 12 BP Plus vorgestellt, die insbesondere für hohe Durchsätze bei Blutbank- und Bioprocessing-Anwendungen entwickelt wurde. Mit einer maximalen Kapazität von zwölf Litern kann diese Zentrifuge gleichzeitig bis zu zwölf Blutbeutelsysteme (Entnahmevolumen 500 ml) oder sechs Thermo-Scientific-Nalgene-2000-ml-Bioflaschen verarbeiten. Die Reproduzierbarkeit aller Durchläufe wird laut Herstellerangaben durch die ACE-Funktion (Accumulated Centrifugal Effect) sichergestellt. Diese kompensiert automatisch Änderungen in der Beschleunigung aufgrund unterschiedlicher Beladung des Rotors. Die präzise Steuerung der Beschleunigungs- und Bremszeiten gewährleistet einen hohen Probenschutz selbst bei der Pelletierung mit niedrigen Drehzahlen. Eine neue optionale Datenerfassungssoftware verbessert darüber hinaus die Qualitätskontrolle, die Rückverfolgbarkeit von Prozessen und das Komponenten-Tracking. Die Einhaltung der cGMP-Richtlinien (Good Manufacturing Practice) gewährleistet die Sicherheit und Integrität der Proben. Neben dem Speicher für 15 unterschiedliche Programme ist ein Schnellaufruf der am häufigsten verwendeten Protokolle möglich. Ein Sicherheitsschlüssel verhindert den unberechtigten Zugriff.

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Zentrifugen optimiert für die Arztpraxis

In Arztpraxen müssen hingegen häufig Probenröhrchen mit Trenngel zentrifugiert werden. Hierfür bietet Hettich eine neue Kleinzentrifuge mit Ausschwingrotor an. Die EBA 270 ist kostengünstig und kann jeweils sechs gebräuchliche Blutabnahmegefäße oder Urinröhrchen bis zu einem Volumen von 15 ml bei einer maximalen Geschwindigkeit von 4000 Umdrehungen pro Minute zentrifugieren. Das entspricht einer RCF von 2254. Die neue Kleinzentrifuge ist komfortabel zu bedienen und erfüllt alle deutschen und europäischen Sicherheitsbestimmungen. Für unterschiedliche Anwendungen können Drehzahl und Laufzeit variabel eingestellt werden. Auch bei leichter Unwucht gewährleistet der elastisch gelagerte Motor noch eine hohe Laufruhe und Drehzahlstabilität. Bei der Zentrifugation im Ausschwingrotor bilden die Bestandteile der Probe horizontale Schichten von gleichmäßiger Dicke. Eine horizontal ausgebildete Gelschicht hat den Vorteil, dass sie das Plasma/Serum nicht nur zuverlässig von den festen Blutbestandteilen trennt, sondern auch für die Aufrechterhaltung dieser Trennung während des Transports des Probenröhrchens von der Arztpraxis zum Analyselabor sorgt.

Für Klinik und Zellkultur

Das Anwendungsspektrum der Zentrifugen-Familie 5702 von Eppendorf reicht vom klinischen Labor bis zum Zellkulturlabor. Die große Anzahl diverser Festwinkel- und Ausschwingrotore ermöglicht es, nahezu jedes Gefäß in diesen Zentrifugen einzusetzen. Speziell für Zellkultur und klinische Anwendungen bietet Eppendorf u.a. für diese Zentrifugen-Reihe neue Zentrifugen-Pakete an. Zum Zentrifugieren von Zellkulturen sind diese speziell auf den Einsatz von Ausschwingrotoren mit Standard 15 und 50-ml-Falcon-Gefäßen abgestimmt. Das Paket für klinische Anwendungen ist optimiert für die Centrifuge 5702 R mit Adaptern für 13- und 16-mm-Blutentnahme- oder Urinröhrchen. Weitere Merkmale der Produktreihe: Eine „fast-temp“-Funktion ermöglicht das schnelle Erreichen der gewünschten Temperatur und die Stand-by-Kühlung sorgt dafür, dass diese Temperatur auch nach der Anwendung beibehalten wird. Alle Rotore sind innerhalb der Baureihe 5702 untereinander austauschbar.

Zentrifugieren auch bei niedrigen Drehzahlen

Auch Sigma bietet für seine Laborzentrifugen immer wieder Aktionspakete an. So konnte der Anwender zuletzt für die Kühlzentrifuge Sigma 3-16PK ein spezielles Paket für klinische Anwendungen und Blutröhrchen, inklusive Rotor, Bechern mit hermetisch schließenden Deckeln sowie abgestimmten Adaptern beziehen. Die Tischkühlzentrifuge ist ebenfalls mit einem Schnellkühlprogramm ausgestattet und ermöglicht Drehzahlen bis 15 300 min-1. Für die Zellkultur bot Sigma kürzlich ein optimiertes Paket für die Kühlzentrifuge Sigma 4-16K an, komplett mit Ausschwingrotor, Bechern und Adaptern für 28 x 50 ml. Diese Zentrifuge ist auch für niedrige Drehzahlen, wie sie bei der Zellzentrifugation häufig gefragt sind, geeignet und zeichnet sich durch eine Regelgenauigkeit von +/- 1 min-1 aus.

Kontaminationsfreier Umgang

Beckman Coulter bietet für die Zellkultur unter anderem die gekühlte Laborzentrifuge Allegra X-15R. Die Zentrifuge fasst maximal drei Liter und ermöglicht neben schnellen Trennungen z.B. auch die direkte Zentrifugation von Zellkulturflaschen und die Bearbeitung von Filtrationskits. Mit dem Ausschwingrotor können bis zu 28 konische 50-ml-Röhrchen verarbeitet werden, oder 16 Standard-Mikrotiterplatten. Die Aries-Technologie führt dabei einen automatischen Unwuchtausgleich von bis zu 50 g durch und erleichtert damit das Austarieren der Proben. Für alle Schwenkbecher (mit entsprechenden Adaptern) sind auch biozertifizierte Deckel vorhanden, sodass ein kontaminationsfreier Umgang gewährleistet werden kann.

* Dr. I. Ottleben: Redaktion LABORPRAXIS, E-Mail: ilka.ottleben@vogel.de

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